Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595555
 Alexandrino    Alexandros. 
233 
Alexandro. Alexandro u. Jnlio, Freske- 
maler, von italienischer Abkunft und, wie die 
spanischen Biographen glauben, Brüdel? 1111 
Anfang des 16. J ahrh. wurden sie durch D. Fran- 
cisco de los Cobos, Sekretär Karl's V., nach 
Andalusien berufen, um seinen Palast zu Ubeda 
und das Hospital Santiago, das er (laselbst ge- 
gründet hatte, mit Malereien zu schmücken. S0- 
dann zierten sie, auf Befehl des Kaisers, den 
Palast der Alhainbra zu Granada mit Fres- 
ken. Diese Arbeit werden sie gegen 1527 be- 
gonnen haben, zu derselben Zeit, als Kaiser Karl 
einen neuen Palast auf der Stelle des alten Al- 
cazar errichten liess. Palomino, der die Al- 
hambraim J. 17l2besuchte, als diese dekorativen 
Malereien noch vollkommen erhalten waren, 
rühmt die Erfindung und das Talent, Welches 
die Meister in der Ornamentation der Decken, 
Säle, Gange, "Miradoresn (Erker) entfalteten, 
wie überhaupt die köstlichen Grottesken, welche 
sie verschwenderisch im ganzen Gebäude an- 
brachten. Diese reizende Dekoration, davon 
noch einige Theile, besonders in dem sogen. 
Tocador de la Reyna, erhalten sind, erinnern 
an die Arabesken in den Loggien des Vatikans, 
ohne diesen allzusehr nachzustehen. Auch glaubt 
Pacheco, dass die beiden Meister Schüler des 
Giovanni da Udine waren. Der Art Malereien 
waren ohnedein in Spanien schon durch die mau- 
rische Kunst (die eigentlichen Arabesken u. Mo- 
resken) beliebt; sie erhielten jetzt durch den 
Einfluss der italienischen Renaissance, welche 
jene beiden Künstler nach Spanien brachten, 
ihre weitere Ausbildung. 
Ueber diese selber fehlen nähere Nachrichten; 
Vasari gedenkt ihrer nicht. Nach Cean Ber- 
mudez blieben sie lange in Andalusien; Paloinino 
berichtet, dass sie, schliesslich nach Italien zu- 
rückgekehrt, dort im J. 1530 gestorben seien 
Uebrigens behauptet Cean, und wie es scheint 
mit Grund, dass viele der den beiden Malern zu- 
geschriebenen Grottesken Arbeiten des Gra- 
n ell 0 seien. Ihr Einfluss auf die zeitgenössische 
andalusische Schule war beträchtlich; unter 
ihnen haben sich zahlreiche Schüler gebildet, 
von denen Pedro de Raxis, Antonio Arfian, An- 
tonio Mohedano und Blas de Ledesma sich aus- 
gezeichnet haben.  
s. Palomino, Vidas de los Pintures (E1 Mnseo 
III) 397,  Pacheco, Arte de 1a Pintura. 
p. "360.  Cean Bermndez, Dicc. II. 352, 
und unter Granello. 
Lefort. 
Alexandros. Alexandras, Bildhauer, Sohn 
des Menides, aus Antiochia am Mäander. Der 
Name dieses Künstlers, der jedenfalls jünger als 
die von Antiochus I. Soter  261) gegründete 
Stadt Antiochia sein muss, steht keineswegs 
fest. Die Inschrift, die ihn enthielt, war leider 
am Anfange beschädigt, so dass nur    andros 
sicher isti Aber auch sonst hat dieselbe zu noch 
immer ungelösten Kontroversen Anlass gegeben. 
seiner Nebenbuhler mehr gleich gekommen sei.i 
Er hat fast alle Kirchen von Lissabon mit Bil- 
dern versehen, und er soll deren im Ganzen über 
tausend gemalthaben; er habe gleichsam ersetzen 
müssen, meint Raczynski, was von Gemälden 
durch das Erdbeben von 1755 in Lissabon zu 
Grunde gegangen. Allein bei einer äusserlichen 
Geschicklichkeit fehlte es ihm an Kraft und 
Tiefe; die Zeichnung ist häufig sehr nachlässig, 
und die Farbe iiach und matt. Raczynski nennt 
von ihm: Madonna mit dem Kinde und der hLl 
Anna in der Elisabethenkirche zu Lissabon; 
in Coracao de Jesu daselbst: Die vier Evange- 
listen an der Decke; vier grosse Bilder in S. An- 
tonio da S6, Gemälde in der Magdalenenkirche 
u. s. f. Die Predigt J ohannis des 'I'ä.ufers in der 
St. Peterskirche zu Alcantara ist vielleicht 
sein bestes Werk.  Raczynski zählt im Dic- 
tionnaire du Portugal seine Schüler auf. 
s. Cyrillo, (Jolleqäo de Memcrias etc. p. 120 bis 
123.  Rac zynski, Les Arts en Portugal. 
Paris 1846. pp. 270. 293. 403.  522. 
Notizen von Lefort. 
ik 
Alexandro. Domenico Alexandro, ein 
Bildhauer aus Florenz, der in Spanien, wo er 
bald Micer Domingo, baldMicer Dom. 
A l e x. F l 0 r e n t i n genannt wird, zu Anfang 
des 16. Jahrh. lebte und dort zu grossem An- 
sehen gelangte. An dem prachtvollen Schnitz- 
altar der Kathedrale zu S evil 1a, der von Dan- 
cart 1482 begonnen war und 1526 von Jorge Fer- 
nandez Aleman vollendet wurde, soll er mehrere 
Statuen gemacht haben. Dann errichtete er in 
der Dominikanerkirche S. Tomas zu Avila das 
Grabdenkmal des Prinzen Don Juan (nach Pas- 
savant, Kunstblatt, 1853. p. 62, mit vollendeter 
Technik im Renaissancestil ausgeführt), wel- 
ches so grossen Beifall fand, dass die Erben des 
Kardinals Ximencz beschlossen, diesem von 
demselben Meister ein ähnliches in der Kirche 
des Colegio de S. Ildefonso zu Alcala de 
Henares setzen zu lassen. Ein Vertrag vom 
14. Juli 1518 setzte fest, dass Domenico dasselbe 
von karrarischem Marmor eben so oder wo 
möglich noch schöner als jenes ausführen und 
in 18 Monaten für den Preis von 2100 Dukaten 
nach der vorgelegten Zeichnung vollenden solle. 
Allein Domenico starb noch in demselben Jahre, 
als er kaum die Marmorarbeit begonnen hatte; 
man übertrug nun die Ausführung dem Bartolome 
Ordoiez von Barcellona, der das Monument in 
Genua von 'l'omas Ferne und Adan de Wibaldo 
nach der Zeichnung des Domenico arbeiten liess. 
Nachdem) dasselbe in Alcala de Henares ange- 
langt war, wurde es von Felipe Biguernis de 
Bßrgona geprüft und gutgeheissen. Das schöne 
bfünzene Gitter um das Denkmal ist später von 
Nicolas Vergara, Vater und Sohn, hinzugefügt. 
S- Cean Bermudez, Dirc. II. 125.  Der- 
selbe, Descr. de la Gatedral de Sevilla p. 40. 
Fr. W. Ungar.
        

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