Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595497
Gaelazzo Alessi 
Alessiis. 
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Italien von sich reden machte. In Perugia selbst kunst seiner Zeit hatte, wie er gewissen neuen 
scheint A. um diese Zeit noch einige Paläste, Raumbedürfnissen (lersclben ihren künstleri- 
insbesondere den Pal. Antinori bei der Porta sehen Ausdruck gab. Darin freilich unterlag er 
Augusta, sowie die Cappella del Sacramento im der Entartung seiner Zeit  und diese ist un- 
Dome (S. Lorenzo) gebaut zu haben. In anderen leugbar  dass er gewisse Bauformen zu pomp- 
dort noch erhaltenen Gebäuden ist wenigstens hafter Dekoration mit virtuosenhafter Willkür 
sein Einfluss ersichtlich. und im Uebermaß anzuwenden und den Stein 
Nach Aussen war A. auch jetzt, von Perugia wie eine weiche Masse, der jede Gestalt sich ein- 
aus, durch Zeichnungen und Entwürfe fortwiih- drücken lässt, zu bearbeiten begann. Daher einer- 
rend thätig. So hat er, gemeinschaftlich mit seits die Vernachlässigung des Ornamente, an- 
Giulio Danti, einem anderen Architekten von drerseits bisweilen der Mangel einer lebendig 
Perugia, die Kirche Madonna degli Angeli durchgebildeten, weil aus innerer Nothwendig- 
nicht; weit von Assisi , die nnen einer Zeichnung keit entsprungenen Gliederung des Baus. Allein 
von Vignele begonnen wer, neen Seinen eigenen durch seine grossartige Gestaltungskraft, seine 
Plänen umgestaltet und weitergeführt. Auch in breite Weise, den Raum zu disponiren und in 
Neep el und 31 ei l ien wurde neen seinen Ent- wirksamen Formen auszusprechen, durch die 
Würfen zu jener Zeit gebaut, ebenso in Be- Eigenschaften überhaupt, welche den Charakter 
logna, (nach Bumaldi, Minervalia, p. 255). seiner Bauten bedingen,  er immer zu den 
Inzwischen hatte sein Ruhm die Grenzen Ita- heTW-"Prragenden Architekten Zahlen- 
liens überschritten. Der König VOII Spanien Abbildu n gen seiner Bautenin Genua in: Palazzi 
wollte dem hl. Laiirentius auf dem Eskurial ein di Geiiova con le loro pianti ed zilzati da P. P. 
Kloster und eine Kirche erbauen; er wandte sich Rjl b e I1 S delillßaii- AYWe1'Sa_1522- Fol- (Nur 
daher an die berühmtesten Architekten und ins- die 72 Tfif- des 2' Bandes sind V0" Rubeni 
besondere an Alessi, Die Ausführung des von E22_"fäiäiääitfrigiieltxäiänfiö2'cäiääifliäiiä V12; 
diesem eingeschickten Planes wurde beSehlOS- Plans et elevations des plus beaiux Palais et Edi- 
sen, daher der Baumeister selbst berufen u. ihm ndes de 1a vme de Gdnes etd) Da die Feinste, 
eine jährliche Besoldung von 1060 Scudi, eine davon dieses Werk Zeichnungen gibt, nicht nä- 
damals beträchtliche Summe, zugesagt. A. nahm her bezeichnet sind, so lassen sich nicht mit Be- 
den Ruf an, konnte ihm aber nicht iiiehr folgen, Siimmtheit alle diejenige" angebe", Welche nach 
da er bald erkrankte, kaum genesen von Neuem de" Entwüffen Alessiis S_'I1d-    
unwol wurde und nicht lange darauf starb. i) iiilviii Siiiiiill 231,63?  BiiäiiLGii) Liijgi 
Allein, kam er selber dergestalt über Italien miäiligläioiäijis 12431;;  m" o" 
iiiiiiiii iiiiiiiiiii 1 so Verbreitete sich doch Sein Ein" Ab bildu iig des Palastes Saiili zu Genua Ansicht 
fiuss weithin im Auslande. Seine Zeichnungen, des Ildfes in, Q d dnemdre d e Qdinidy , vies 
59 berichtet 149096 PQSCQH, ein im Ganzen glall- et Oeuvres des Arehitectes l. zu p. 141. Wie- 
liafter Gewährsmann, seien nach Frankreich, derholt in Kugler, Denkmäler d. Kunst. 1858. 
Flandern und Deutschland gewandert; keiiies- Taf- 71- FiE- 7- 
Wegs unwahrscheinlich, da damals die italie- Monographie: Gio. Batt. Veriniglioli, Elegie 
nische Bauweise ganz Europa beherrschte. Seine 8131116111160 {ii 93183110 Alesßi, ßrßhitelto Perl" 
Pläne waren überall gesucht und kamen wenig- gmo- Pemäm 1839- 
stens in Italien, wie Milizia bestätigt, an den S- VaSßYi, Bd- Lß Mßllllißr Xlll- 125-123-  
Verschiedensten Orten zur Ausführung. Dieser Leofle 3300115 Vite 46' Riiiüli, Sßllliorixed 
ausgebreiteten Wirksamkeit entsprachen die fcääieiliifl Hlimiiläjglviäog": am äio2äiggäsz' 
Ehren, Weiche A- eiiiiiiiiih Die Siiiiii von Genua Gen0v2ii1674: p. 284.  Ratti, Istruzione di 
gestatteten ihni das Wappen ihres Hauses zu quanm Puo vedersi di Pin Beno in Genom am 
führen, und mit dem Erzbischofe dieses Namens Genova 178d pP_ 128 247m 34a 34g 37g  
Stand er in fortwährender Korrespondenz; für Nnnvelle Descnption des BeautäS de Geiles. 
jenen Herzog von Terranuova, dem er den schö- Genes 1819. pp. 126. 155. 216.  Gambini, 
neu Palast in Mailand baute, ging er als Abge- Gllidß di Pßrllgia Ilßl 1326- _PP-_67- 70-  Mif 
sandte]. zum Herzog. von Savoyen; auch vom lizia, MeuioriedegliArehitetti. l30l0gna1S24. 
     II_ 7-_19_  Ricci Storia dell Arcliitettura 
Kunige von Portugal, sowie von zwei Papsten in 1mm In 119 45g 525___530_  Lübke 
wurde er ausgezeichnet. Seiner Familie hinter- u Burckh a; r d? Geschichte der neueren Bad 
liess er Reichthum und Ansehen, so dass L. Pas- k,'lnst_ m, 49_ 1,02, 173-176. 199. 208.  
ßoli sich verpflichtet glaubte, die namhaften Mit- Burckhardt, Cicerone. Leipzig 1869. p. 349 
glieder derselben aufzuzählen. -351. 
A. hat neben Ammanati, Vignola u. Palladio, J" Meyer" 
mit der Ausbildung des Palastbaifs, die Archi- Alessiis. Franceseo de Alessiis, Maler 
tektur der Spät-Renaissance zu ihrer höchsten zu Udine in der zweiten Hälfte des 15. Jahrh., 
Pracht entfaltet. Dieselbe kurzweg als Archi- von dem noch am Beginne dieses Jßhrh- eill 
iiektur des Verfalls zu bezeichnen, wie man öfters Freskogemälde erhalten war. Es befand sich 
gewollt hat, geht nicht an. Wir haben gesehen, über der Thür der Confrateruita di S. Girolamo 
Welche Verdienste insbesondere A. um die Bau- (Bfüdßfßßhßft des hl- Hieronymus) dem 1301116
        

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