Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595475
Galeazzo Alessi. 277 
Vestibül wurde gewölbt, bisweilen von Säulen acht Felder eingethcilt; vier derselben bildeten 
gestützt; es führt meist unmittelbar auf die Nischen, darin sich grosse Vasen befanden, ge- 
Treppe, die sich mit demselben, wenngleich als räumig genug, um einen Mann zum Bade aufzu- 
selbständiges architektonisches Prachtstück be- nehmen, mit Maskenköpfen, welche das Wasser 
handelt, zu passender Gesammtwirkung verbin- ansströmten, und solchen, in die eszurücklioss; 
det. Immer sehr breit und sanft ansteigend, die vier anderen Felder enthielten Thiir, Fenster 
meist doppelarmig, mit grossen Podestcn, mit und Ruhesitze. Eingefasst waren diese Felder 
reich protilirten Marmorgeläiidern, oft auf freien von Termen, Welche das Gcsiinse trugen, darauf 
Stützen wie schwebend oder von Bogen getra- die Wölbung des Bades aufsetzte. Das grosse 
gen, so dass sich von jedem Standpunkte durch Bad selbst elnpiing aus Vier Köpfen Von Meer" 
die Verschiebungen der sich schneidenden, auf- ungeheuetn sein Wannen Wasser, Ven Viel Fili- 
llnd nieder-steigenden Linien eine ansprechende sehen sein kaltes; (lPei Stufen liefen Tingsuin, u- 
Mannigfaltigkeit von Durchblicken ergab. Dazu Oben ein Gang, der iiii ZWei Pelsenen nebenein" 
kam der plastische und malerische Schmuck, andef ailsfeiellte- In (lef Mitte desselben hing 
von dem sich freilich aus Alessfs Zeit in Genua eine giesse Kugel Von Ktystallglas, Welche 
Wenig erhalten hat, der aber zur künstlerischen Naehts das hellste Lieht spendete. Das Haupt" 
Vollendung des Ganzen wesentliehgehörte. Diese gelnßßh umgeben noch mit Stuckornamenten u. 
lnnenanlagen hatten überhaupt, bei grossei-Airs- Malereien reich ausgestattete Nebenräume. Eine 
bildung des Architektonischen, einen durchaus Besehieibung, die ein ßlelltlißlles Bild dessen 
malerischen Charakter, wie sich denn auf das gibt, Was damals ein reicher Privatmann ver- 
Zusammgnwirken der drei Künstg Alesgi und mochte und welche Gelegenheiten dem Archi- 
Seine Epoche sehr wol verstanden. Schöne Bei- teltten zur Ausübung seiner Kunst sieh beten-  
Spiele dieser Innenarchitektur geben die Pal. Ven dein Alleni War sehen zur Zeit, als Ratti 
spingla, und Serrn an der Sirndn Nnnwn (s. unten) seinen Führer durch Genua schrieb, 
Uebrigens hat Sinn A_ nnni, im Bau von i-i n i  nur noch der nackte Raum vorhanden, und eine 
lenhöfen als treftlicher Architekt erwiesen. Naehrieht Ven 1319 ineldet, (lass das ganze Ge" 
So in demjenigen des Palastes Marin o zu Mai- bäude seinem Velfalleiaseh entgegengiug- _Auf 
land (n unten) nnri dem des Pni S nnii zu GB- derselben Seite der Stadt liegt noch der Sommer- 
nnu, den Burckhardt kurz V01. seinem Abbruche palast Pallaviciiii oder delle Pesehiere (jetzt 
noch im März 1853 sah. Auch in diesen Anlagen Cellegie eeninieieiale), bei de? Kiiehe S- Barte- 
War A. eigenthümlich, indem er verschiedene leninlee; er galt fiii einen defsellönsten Italiens- 
Formen kombinirte, insbesondere durch eine Heeh gelegen, auf Terrassen aufgebaut, ist e!" 
Verbindung des Architravsystems mit dem Bo- Ven allen Seiten siehtbai, und daiaui seine An" 
gensystem iu der Art, dass er gerade, auf-Zwei ch1tektur_durch die Loggien in der Mitte, sowie 
Säulen ruhende Gebälkstücke (mit vollständigem das iuehtige Veihiiltnissflei gliederuden iden" 
Kranzgesimse) mit Bogen abwechseluucsu Wie sehen und jonischen) Pilaster zu den Flachen 
Bumkhardt (Gasen der neueren Baukunst p_ 49) vortrefflich berechnet. Daran schlossen sich aus- 
bemerkt, ist gerade dies eiue Liebuugsfmu, des gebreitete Gartenanlagen mit Springbrunnen u. 
Aiesui und seiuer Schule gewurdeu Teichen  daher der ziveite Name der Villa  
wie überhaupt Alessi mit Zierbrnnnen Genua 
III. Alessihi Villen- und Kirchenbau in Genua. vielfach geschmückt hat. 
Das gleiche Geschick grossartiger Raumanlzige Aueh die Viilenpaliiste in de!" Vorstadt San 
u. malerischer Anorrinnng bewährte A_ in, Vii- Pier d'Arena sind nichtinehi- in der alten Gestalt 
lenban Auch hierfür 130i; ihm Gnnna, ein einig- erhalten. Erkennbar ist noch die ursprüngliche 
biges Fniri der Thgitigireit; doch ist nnr-Wnnigns Schönheit der Villa Iinperiali, jetzt Conte 
Von seinen derartigen Werken in urspiiiiiglicliom seassi, und die Villa Grilnaltli- Allsserdem 
Zustande erhalten. Die meisten dieser Bauten, hier IIOCh die Villen Doria, Lercari, Spinelai u- 
jetzt fast alle wesentlich "umgestaltet , liegen in sonst in der weiteren Umgebung Genuafs reiche 
den Vorstädten Albaro (im Flussgebiete des Bauten del" Art, Wie in S- Martina dlAlburo Villa 
Bisagnn) und San Pier ri'ArQna_ Sie verbanden O ambiaso von 1557, und auf dem_We_ge nach 
mit der freieren Anlage der Landsitze die Gross- S- Lllßa d'Albai-o Villa Giustiniani. Von 
iällmigkeit und den Formenrcichthuin des Pa- letzterer befißlltet Ratti, sie sei 1537 von Alessi 
laststils. nach der Zeichnung Michelangelds ausgeführt; 
Ihrer Zeit berühmt war die Villa Grimaldi eine Angabe, die kaum glanblich erscheint, da 
Yer der Porta Romana, in der Nähe des Bisagiio; nicht anzunehmen, dass damals schon A' in de" 
Insbesondere durch das schöne Badegemaeh, das nua gewesen. Wir haben gesehen, dass seine 
Vasari ausführlich beschreibt, offenbar, weil es Thätigkeit daselbst erst nach 1550 begann; und 
ihm neu und bewundernswerth erschien. Man dass er sich in Genua schon früher einmal auf- 
erkennt daraus das Vorbild aller jener Luxus- gehalten, davon ist sonst nirgends eine Spur 
bäder, welche die Barock- und Rokokoarchitek- Zu linden- 
tur mit wahrer Virtuosität herzustellen wussten. Endlich hat sich A. zu Genua noch im K i r- 
Die marmorne Wand des runden Raums war in ehenbau hervorgethan. Nach seinem Entwurf
        

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