Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595425
272 
Alesio 
Achille Alessandri. 
aus, welches den Kampf des hl. Jakob gegen die 
Mauren in der Schlacht bei Clavijo darstellt. 
Die Komposition ist von einer gewissen Gross- 
artigkeit und charaktervollen Zeichnung, aber 
das Kolorit ist mager und glanzlos. Noch schreibt 
Pacheco dem Alesio einige Fresken bei dem, 
Thore des Kardinals zu, welche seit lange ver-l 
sehwunden sind.  
Ueber die ferneren Schicksale des Alesio sind; 
die Nachrichten seiner Biographen widcrstrei-l 
tend. Ant. Palornino (E1 Museo Pictorico. III. 
259) lässt den Maler nach längerem Aufenthalt 
in Sevilla nach Rom zurückkehren, wobei er zur 
Erklärung dieser Rückreise eine Anekdote von 
sagenhaften Charakter erzählt. Alesio habe das, 
Bild von Adam und Eva, welches Luis de Vargas  
ebenfalls in der Kathedrale von Sevilla gemalt" 
habe, sehr bewundert, insbesondere das ver- 
kürzte Bein des Adam, und ausgerufen  das Bein 
ist mehr werth als mein ganzer Christoph,  
und sei dann nach Italien zurückgekehrt, weil 
jeder Maler dem Vargas den Vorrang einräumen 
müsse. Wie die Anekdote selbst, so ist auch die 
Nachricht von der Rückkehr unzuverlässig; 
ebenso die Angabe, dass A. zu Rom gegen (lasi 
J. 1600 gest. sei. Ganz andere Mittheilungen" 
macht Baglione über die letzte Lebenszeit desl 
Meisters. Er sei, um sich Reichthümer zu er- 
werben, nach Amerika (Westindien) gegangen, 
und habe seinen Freunden gesagt, dass er nur 
zurückkehren würde, wenn er Rosse und Diener 
sich halten könne. Es sei ihm auch gelungen,( 
Schätze zu erwerben; aber aus maßloser Be- 
gierde nach noch grösseren Reichthümern sei er 
wieder arm gewordennnd in jenen Ländern elend 
gestorben. Mit diesem Berichte scheint jener 
andere des Pater Calancha (s. unten) überein- 
zustimmen, dass die Kirche seines Klosters (des 
hl. Augustin) zu Lima mit einem grossen Ge- 
mälde (wahrscheinlich in Fresko) des Matteo 
Perez de Alesio geziert sei, welches den hl. Au- 
gustin auf einem Throne von Kirchenlehrernl 
umgeben darstelle und darauf sich A. als der 
Maler Papsts Gregors XIII. bezeichnet habe! 
Nun liesse sich allerdings annehmen, dass A.; 
dieses Bild (falls es nicht Fresko, sondern Oel-l 
bild war) in Sevilla  wo damals viele der-i 
nach dem spanischen Amerika bestimmten Bil- 
der ausgeführt wurden  gemalt habe. Allein 
Baglione, der in der ersten Hälfte des 17. J ahrh. 
zu Rom lebte, hätte doch wol von Alesids Rück- 
kehr dorthin wissen müssen, und es ist kein 
Grund, seiner Erzählung von der amerikanischen 
Reise des Künstlers die Wahrheit abzusprechen. 
Die Radirungen Alesids, von denen Cean 
Bermudez die des hl. Rochus als die beste er- 
wähnt, sind selten. 
s. Archiv der Kathedrale von Sevilla.  Pa- 
checo, Arte de la Pintnra. p. 1566.  Pale- 
mino, Vidas de los Pintores (El Museo Pic- 
toiico. III.) 397.  Ponz, Viage de Espulia. 
IX. 25.  Cean Bermudez, Dies. IV. 75.( 
 Baglione, Le Vite de" Pittori etc. Napo] 
1'733. p. 30.  Fiorillo, Gesch. der zeich 
nenden Künste. IV. 132. 
Lefort und J. Meyer. 
a) Von ihm radirt: 
1) Hl. Rochus. kl. F01. 
2) Prächtiges AltarbL, mit zwei kcrinthischen Säu 
len und zwei desgleichen Pfeilern verziert, di 
Geschichte Johannis des Täufers in verschie 
denen Abtheilungen enthaltend. Oben auf einen 
Schild: Inter natos rnuliernm non surrexit major 
Matth. XI. Unter dem Mittelbild, der Tauf 
Christi: Ego vox clamantis in deserto etc., um 
auf einer der Stufen des Altares: Matthaeus Pe 
rezdeAllecioinventor. incidebat. Romae. cumpri 
vilegio. Greg. XIII. Pont. Max. an. x. MDLXXXII 
Der Rand wird in der Mitte durch ein Wappen 
schild getheilt. Links die Dedikation: Illmß. e 
excellmü. D. Joanni Georgio Oaesarino etc. Ope 
ris sui in Ara majori, Ecclae S. Joannis, Meiitz 
facti, exexnplar, typis zeneis expressum, Mat 
thzeus Perez de Allecio pictor. n. n. Recht 
sind sechs lateinische Verse. Nomen J oannis etc 
Auf zwei vereinigten Platten. irnp. F01. Diese 
B1. ist radirt, in den dunkleren Partien ist de 
Grabstichel angewendet. Uttley vermuthet, das 
der Künstler für das Architektonische einen 
Stecher von Profession zu Hülfe gezogen habe. 
3] Der Leichnam Christi von sechs Engeln unter 
stützt und vom hl. Franziskus verehrt, der zu 
Rechten knieend den linken Arm des.Heilande 
mit seiner rechten Hand umfasst. Radirung, i1 
den dunkleren Theilen Grabstichelarbeit. Ohel 
gerundet. Fol. Unten die seltsame Inschrift: 
QV TV TENTA SOR PER 
OS NC TOR. TB EMIT 
H NV SALVA MOR RED 
Dieses anonyme B1. schreibt Ottley dem Meister zu. 
b) Nach ihm gestochen: 
1) Die Bekehrung des h]. Paulus. Grosse Kompo 
sition. M. P. de Aleccio Inue. Formis Rorna 
1583 cum privilegio.  Petrus Perret Fe. Mi 
Dedikation an Nlatteo a Ilerxriquio GusmzmoAnn 
1583. gr. Fol. 
2) Die Vorfälle bei der Belagerung von Malta dure 
die Türken im J. 1565. 16 Bll. Gest. von Ant 
Franc. Lucini, 1631, nach den Gemälden Ale 
sie's in dem grossen Saale des Palastes zu Malta 
qu. F01. 
s. Ottley, Notices.  Heineken, Dict. I. 134 
W. Schmidt. 
Alesius. Alesius Düicus (Dominicus?) 
s. B ab 0c ci o. 
Alessandri. Künstlerfamilie von Bergamo 
aus einem alten angesehenen Geschlechte , i] 
älteren Zeiten Lunga-spada, dann de Lon 
gis genannt.  
Achille Alessandri, Architekt, Sohn de 
Giacomo A. und der Anna lilaria. Marchesi, geb 
'22. Dez. 1665, -1- 1751. In Mailand von den Je 
Suiten erzogen, empfing er daselbst von dem P 
Tommaso Ceva den ersten Unterricht in der Bau 
kunst. In Rom , wohin er sich Anfangs de 
17. Jahrh. begeben, bildete er sich dann weite
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.