Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595318
Alemanna  Giov. Alemanno. 261 
s. Pitture etc. di Bologna. Bologna 1792. pp. 62. Alamanus. Giovanni ist hier also bald von Mu- 
255- 332- 440- rano, bald Deutscher genannt; bisweilen geht er 
l voran, bisweilen folgt er dem Namen Antonios 
 Alemannen Unter diesem Namen Wirdirrtnürn- Kein Gemälde und keinerlei Bericht ist zu lin- 
hch von Pupillen (Träne de In Grßvnre en Beil den, in welchem der Name Giovanni da Murano 
1' 136) 1 Streit (Biegr- Biet-l n- A- ein itnlieni- oder Johannes Alamanus allein vorkäme. 
scher Formsehneider angeführt; Wßbei Strnüt Indessen istvonvenetianischenSchriftstellern, 
noch de" Zusatz macht, dann R- Gabriele Gioltn welche über die Kunst ihres Landes berichtet 
(i h' Giolite da Ferrara) 1552 1111011 diesem Mei- haben, behauptet worden, dass Giovanni da Mu- 
ster Alemenne geeehnitten ne-be- Jener Irrthnnl rano und Zoane Alarnanus zwei verschiedene 
beruht auf einer Stelle bei Merollee, Weleller Meister seien; offenbar, weil sie der Einwirkung 
unter jener BeZ- den Emanuel Denßßßll Verstnnll- eines Fremden auf ihre Kunst nicht zu viel zu- 
Seyvlken- gestehen wollten. Um ihre Annahme zu bewei- 
Alemanni. Pater Giuseppe Alemanni sen, griffen sie zu zwei verschiedenen Mitteln, 
(Mlnorit), Maler, von Correggio,  zu Rimini die beide nicht zu rechtfertigen sind. Die Einen 
1139, 64 Jahre alt. Tirabosclli (nach Marcheselli, nämlich zu einer Fälschung, die Anderen zu dem 
Pltture di Rimini pp. 29. 79) wusste von ihm absichtlichen Missvcrstande eines Zeichens, das 
nur, dass er Schüler des Cignani war und sich für eine Malerinschrift erklärt wurde. Jene woll- 
YOn ihm eine Kopie nach Marattsajs Empfängniss ten darthun, dass sich Bilder mit der Bezeich- 
ln der Kirche S. Francesco zu Rimini befand. nung vGiovanrli Vivariniu fanden, die Anderen, 
Degegen fuhrt Barotti ein Originalgemälde von dass Altartafcln mit der Aufschrift HJOhMIIIBSd 
Seiner Hand, das seinen Ordensbruder Andrea vorkämen. Im J. 1807 war von einem Bilde, das 
Cßnti vor-stellte, in einer Kapelle von S. Fran- aus der Kirche S. Stefano zu Venedig kam, ein 
ßesco zu Ferrara an. Bruchstück, das den Namen vJoamles Vivarinuso 
ß. Tiraboschi, Notizie de'Pittori etc. Modenesi. trug, öffentlich ausgestellt; und obwol Pietro 
 Bern": Future ein di Ferrßre- P- 122- Brandolese und der Cav. Giovanni de Lazzara 
l bewiesen, dass hier eine Fälschung vorlag, fand 
Alemanno. Der Zuname Alemannö 04er die Sache dennoch einigen Glauben.  Ein Al- 
Alamßllvv, dnllamasna und dnleman- tarbild in der Kapelle s. Tarasio in der Kirche 
"m. Weit häufiger gebraucht als Tedescß und S. Zaccaria zu Venedig, gez. Giovanni u. Anto- 
Teutonico, wurde in Norditalien allen jenen nio da Murano, zeigt auf der Rückseite unter 
Künstlern gegeben, welche von jenseit der Alpen zwei Kindern mit Martyrerpalmen , unter jedem 
kamen. Er findet sich besonders häufig im derselben, das Wort Jöcentesünnocentes). Dies 
i? Jahrh. und bezeugt, dass damals nicht we- wurde von den Venetianern Zanotto, Rizzi und 
Plge Nordländer und namentlich Deutsche, um Cicogna als Johannes gelesen, um hierin einen 
Ihre Kunst zu üben oder auch zu lernen, nach Beweis für die Existenz zweier Maler, Namens 
Italien gingen. Nicht wenige sind in Italien ge- Giovanni, zu finden: eines Deutschen, der sich 
blleben, haben sich dort an begtimmte Meister kurzwcg Johannes nenne, und eines Italieners, 
angeschlossen und zeitlebens in deren Weise welcher eben der Giovailni da Murano sei. Die- 
gemalt; manche haben auchihrenordisehemgen- selben Kritiker behaupten, dass sich zwischen 
thlimlichkeit beibehalten. Von Einigen  s. un- den Werken von Giovanni und Antonio da Mu- 
ten  oder doch von ihren Werken ist uns rano und denjenigen von GiovanniAlamannus u. 
nähere Kunde erhalten.  Alemanni wurden Antonio da Murano ein Stilunterschied beobach- 
llbligeng auch diejenigen genannt, die aus den ten lasse, während doch in Wahrheit dieser Un- 
Alpenthälern selber kamen. Ein Beispiel dafür terschied auf blosser Einbildung beruht. Es ist 
endet sich in Vasari, der Pisands Gehülfen zu unbestreitbar, dass alle Gemälde, auf Welchen 
Orvieto als Tedeschi bezeichnet, während die der Name Giovanni vorkommt, sei er nun da 
Archive der Kathedrale sie uns als Leute von Murano oder AlamannuS genannt, i" Stil und 
00m0 u. aus dessen Nachbarschaft kcnnenlehren. Behandlung gleich sind. 
Von diesen Alemanni sind die drei folgenden Nach den uns erhaltenen Daten hat die Genos- 
Glßvanni, Jllstus und Pietro durch ihre noch senschaft von Giovanni und Antonio da Murano 
erhaltenen Werke von besonderem Interesse. in ihrenArbeiten nicht ganz zehn Jahre gedauert. 
d" Das erste Werk derselben stammt aus dem J. 
Giovanui Alemanno, Maler zu Venedig 1440, das letzte von 1447; nach dieser Zeit malte 
um die Mitte des 15. Jahrh. Derselbe ist von Antonio zuerst gemeinsam mit seinem Bruder 
Antonio da Murano unzertrennlich, da von ihm Bartolommeo, dann allein (s- Antonio da M11" 
nur Solche Bilder, welche er mit diesem Meister rano). Wann Giovanni nach Venedig kam, unter 
Eielneinschaftlich gemalt hat, auf uns gekommen welchen Umständen er sich zu Murano ansie- 
smd. Diese Gemälde haben folgende Bezeißh- delte, ist unbekannt. Auch sein Geburts- und 
nllngen: Johannes et Antonio da Murano, Zuane Todesjahi- sind uns nicht überliefert, und wir 
et Antonio de Min-an, Johannes de Alemania et wisen nichts von ihm, als dass er der Lehrer 
Antonio de Muriano, Antonio da Muran et Zoane des Qnirieine de Murene Wer-
        

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