Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592630
III. 
1. Als die erste nothwendige Bedingung erschien die Mitarbeiterschaft aller 
Derjenigen, welche sich in jenen Forschungen hervorgethan und überhaupt durch 
ihre selbständigen Studien um die Kunstwissenschaft verdient gemacht_l1aben. Eine 
blosse Kompilation, von einem Einzelnen oder auch von Mehreren unternommen, 
würde nicht einmal im Stande sein , das an den verschiedensten Orten niedergelegte 
Material vollständig auszunutzen. Ausserdem aber wären auf diese Weise zwei 
Hauptzwecke des Werkes, das wir im Sinne haben, keinenfalls zu erreichen: einmal 
die allseitige Verwerthung der schon gewonnenen Ergebnisse nach Prüfung ihrer 
Zuverlässigkeit; und zum anderen die Erweiterung und Ergänzung der bisherigen 
Forschungen , an sich sowol als durch neue , welche allein die betreffenden Forscher 
selber, zur Mitarbeiterscliaft berufen, vornehmen können. 
2. Aus diesem Gesichtspunkte ergab sich sofort von selbst, dass, neben den 
deuts clien, die Kunstgelehrten des Auslandes heranzuziehen seien. So 
viel in der Kunstwissenschaft neuerdings auch von deutscher Seite geschehen ist, so 
werden wir doch neidlos anerkennen, dass an den weitgreifenden Ergebnissen der 
jüngsten launstgeschichtlichen Studien das Ausland einen ganz wesentlichen Antheil 
hat. Wir brauchen nur an die Arbeiten der holländischen und belgischen Forscher, 
dann an die Werke von Crowe und Cavalcaselle zu erinnern. Alle diese Unter- 
suchungen , wenn schon weit vorgerückt, sind noch im Zuge und im Begriff, ihre 
Gebiete in immer weiterem Umfange aufzuklären. Um so mehr galt es, sie für unser 
Werk durch unmittelbare Mitwirkung ihrer Urheber zu verwerthen, ja diese zu ver- 
anlassen, für unsere Zwecke ihre Studien systematisch fortzuführen und auszudehnen. 
3. Ueber Erwarten ist dieser Versuch gelungen. Man kann den ausländischen 
Kunstgelehrten nicht genug Dank wissen für das lebhafte und Werkthätige Interesse, 
womit sie sich ohne Bedenken dem deutschenUnternehmcn zugewendet haben. Ihre 
Bctheili gung am Lexikon wird eine wesentliche sein. S0 haben, um 
nur ein Beispiel anzuführen, die belgischen und holländischen Forscher die Meister 
ihrer Länder übernommen , indem sie sich , je nach dem Gang ihrer Studien, in die 
Künstlergeschichten der einzelnen Städte theilen. Eine Anzahl noch nicht veröffent- 
lichter Forschungen in den verschiedensten Kunstzweigen , zum Theil nach archiva- 
lischen Quellen, zum Theil nach den Monumenten, sind uns zugesichert; andere 
werden eigens für das Lexikon vorbereitet. Ausserdem wird unser Werk eine Reihe 
neuer Ergebnisse der "ausländischen Kunstwissenschaft zuerst in deutscher Sprache 
veröffentlichen. 
4. Allein auch die bisher wenig durchforschte oder ausserhalb kaum gekannte 
Kunstgeschichte der entlegenen Länder sollte für unser Werk zugänglich 
werden. Zu diesem Zwecke sind z. B. in Schweden, in Dänemark, in Russland die 
geeigneten Kräfte gewonnen; eine gleiche Anordnung wird hinsichtlich der öster- 
reichischen Kronländer getroffen.  
Dieser erste Versuch, die ausländische Wissenschaft in ihren hervor- 
ragenden Vertretern unmittelbar zu einem deutschen Werke heranzuziehen, hat, 
wie uns scheint, noch eine weitere Bedeutung. Unzweifelhaft liegt in der Aufgabe 
unseres Zeitalters, bei dem ihm eigentliümliehen Austausch aller seiner Interessen 
und Bestrebungen, auch das wissenschaftliche Zusammenwirken der verschiedenen 
Nationen. Diese Arbeit sucht auf seinem Felde unser Lexikon zu vollziehen. Von
        

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