Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592610
Das Werk, dessen erste Lieferung wirhiemit dem Publikum übergeben, 
umfasst die Meister aller Kunstgattungen, und zwar von den ältesten Zeiten bis auf die 
Gegenwart. Es will von allen diesen Künstlern genaue Rechenschaft, von ihrem Leben 
wie von ihren Werken, nach den gründlichsten Untersuchungen, eingehende Nachricht 
geben. Hinsichtlich der grösseren Meister, immer in gedrängter Fassung, so voll- 
ständig als möglich, hinsichtlich der kleineren durch eine alles Wesentliche bei- 
bringende Charakteristik. Doch wollen wir auch die wenig gekannten Meister berück- 
sichtigen, insbesondere Keinen übergehen , der in den zeiehnenden Künsten , mithin 
als Stecher, Radirer, Holzschneider- u. s. f. thatig gewesen ist. Denn es schlagt in 
unsere Aufgabe, die Werke der Letzteren überhaupt, der Stecher, Radirer u. s. f., 
soweit sie nach sorgfältigen Nachforschungen sich feststellen lassen, nahezu sammtlich 
zu verzeichnen. 
Ein solches Werk umspannt beinahe die ganze Masse des kunstgesehichtlichen 
Stoffs. Denn es liegt in der Natur der bildenden Kunst, dass, wo sie immer zu eigen- 
thümlichen und grossen Leistungen sich ausbildet, ihre Urheber und Schöpfer als 
bestimmte Individuen hervortreten, auf welche sich das Interesse der Nachwelt um 
so mehr sammelt, als von der Kenntniss ihres Lebens und ihres Schaffens die Kennt- 
niss der Kunst selber abhängt. Je tiefer die moderne Kunstwissenschaft mit immer 
steigendem Eifer in die verschiedenen Epochen der Vergangenheit eindringt, um so 
mehr arbeitet sie auch an der Erforschung der Künstler, ihrer Lebensumstände und 
ihrer Leistungen. 
Um so urehr aber häuft sich auch das Material in allen Zweigen der Kunst- 
geschichte. Neue Namen treten auf, Irrthünier werden berichtigt, Lücken ausgefüllt, 
in Archiven bisher unbekannte Daten gefunden, verschollene Kunstwerke an das 
Lieht gebracht, die vorhandenen Monumente von Neuem untersucht und ihren 
Urhebern naehgespürt. Dadurch hat die Kunstgeschichte, und gerade in der jüngsten 
Zeit, eine ganz neue Gestalt gewonnen: die kritische Prüfung der 'I'hatsachen, die 
Beschäftigung mit den Meistern und ihren Werken hat eine tiefere Kenntniss der 
Stile, ein tieferes historisches und künstlerisches Verständniss herbeigeführt. Um- 
gekehrt wirkt dies wieder auf jene Forschungen fjrdernd zurück. Im Zusammen- 
hange aber mit dieser Airsbildung der Kunstwissenschaft, die eine wesentliche Arbeit 
unseres Zeitalters ausmacht, hat sich das Interesse des gebildeten Publikums an der 
Kunst selber sowol wie an ihrer Geschichte mit jedem Jahre vertieft und erweitert.
        

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