Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1594459
 
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ganz weltlicher Weise behandelt. In der Ere- ruhen, durch Nachdunkeln sehr yerloren. Auch 
mitage zu St. Petersburg: die Verkündigung dis Entführung der Europa ist ein von A. iifters 
Mariä zweimal und eine Taufe Christi. behandeltes Motiv; Exemplarein den Uf f i z i en 
Aus der Unzahl kleiner Gemälde m15 dem zu Florenz und inderEremitage zuStPe- 
Kreise der Mythologie, womit alle giilsseren tersburg. Dann in der Brei-a zu Mailand 
Galerien Europas versehen sind, lässt sich hier einige recht ansprechende Eilder: Genientanz, 
nur eine kleine Reihe der gelungensten anfüh- Raub der Proserpina lfrilher in der GalleriaSam- 
ren. Die erste Stelle nehmen hier ohne Zivcifcl pieri zu Bolognalain Madrid das Urtheil des 
die jetzt in der Tur in er Gale rie befindlichen Paris und Venus mit Nymphen; in der Galerie 
Gemälde der vier Elemente ein, welche A. in zu Modena Aurora und Ceplialus. auch die 
ziemlich grosscm Rundformat für den Kardinal Gen iieser Paläste haben hübsche Bilder die- 
von Savoyen ausgeführt hat. Es sind dieselben ser Art, insbesondere die Palazzi Dnrazzo, Biag- 
eine freie Wiederholung der vier Rundbilder mit nole und Pallavicini. Neun Bilder, welche sich 
den gleichen Gegenständen, welche A. für den in der Galerie d Orleans befanden, sind 1800 
Prinzen Borghese zu Rom gemalt hatte. Mit die- grösstentheils nach England gekommen. In 
sen Darstellungen hatte A. so grossen Erfolg, Deutschland, das auch in seinen kleineren 
dass er auch für Ferdinando Gonmga, IIerzQg Galerien mythologische Bilder von A. aufweist, 
von Mantiia, und einen französischen Grafen von ist W01 rlnr illnnz Von LißbßSf-lfiiitern nln die Statue 
(laruga ähnliche Reihenfolgcn ausführen musste. (ins AmOr i" der Dresflener Galerie dllrßll 
Die Turiner Bilder stellen vor: Die Erde; (jy- dieAmnuth der Komposition, die hübschenKöpfe 
bele! 061,88, Bacchus und 1.110,3) von vielen Lie- und den ivzirmen :l'0i1_ das anziehendste Bild des 
besgöttern umgeben, unter Blumen u. Früchten ; lllCiSiGYS- 36111 Bllllnlnä, Von illln Selbst gemalt, 
eine reiche Komposition voll ansprechender Mo- (las llln älS Wnlllgßblldeißn Mann Zeigt, beiinilot 
tive. Das Wasser: Aufder spiegelglatten Fläche. sich in ilßii Ufiizien Von Florenz- 
des Meeres und in leuchtendem Aether zieht Auch mit der Kunsttheorie beschäftigte 
Galatea inmitten von 'l'ritonen, Nereiden und sich A., wie viele seiner Zeitgenossen. Er dachte 
Genieniinlhiuinphe einher; der Fluss der Grup- in Gemeinschaft mit dem Dr. Orazio Zamboni 
pirung, die feine Durclibildung und die wunder- von Bologna einen Trattato della Pittura 11er- 
bare Klarheit des Kolorits machen dieses trenl auszugeben, darin jener wol seine Aussprüche 
lich erhaltene Bild zu dem Meisterwerk des Al- redigiren sollte u. davon Malvasia einige Bruch- 
bani. Das Feuer: In der Luft oben erscheint Stücke bnillringt- Der Traktat kam indessen 
Venus, umgeben von glühenden Liebespfeilcn, nicht Zll Stände? ein geringer Verlust, (in er W01 
mit Amoretten, welche deren andere in einer ebenso verworren und Weitscliweiliä? geworden 
Schmiede zubereiten; ebenfalls sehraiisprecliend, Wärn, Vrin die Briefe des Malers, Von denen Mal- 
doch schwerer im Ton. Die Luft: Juno besucht vasia eine Anzahl mittheilt. Interesse bieten 
den Aeolus; in einer Höhle die Winde als Kiii- jßiln Bruchstücke nur insofern, als Sie Albani? 
dergenien, durch solche wird auch der Donner Stellung Zur vorhergegangenen nnll gleichzeiti- 
auf einer Trommel hervorgebracht, während ein gen Klingt lrennleißllnen- V01" Allein findet 61' 
Gewitterregeiians schwerer Wolke strömt; auch den Einiliiss CiniiViiEäläidS, (168 Erbiielnllßs der 
dieses von feiner Ausführung. In Turin beiin- CnPaCCi-Scllnle, Vnrrlerblinll, Wenn auch Znrn 
det sich auch die durch Grössc, Wärme des Tons Theil dessen einfache Nachahmung der Natur zu 
und Durchbildung hervorragendste von den Dar- loben sei. Für die grossen Meister, Raifael, 
Stellungen der Salmakis und des Hcrrnaphrodit, Michelangelo, Tizian bekundet er dagegen un- 
ein Motiv, das durch seinen vorwiegend weib- gßllßllcllnltn Bewunderung, auch tadelt er Va- 
lichen und zierlichen Charakter dem Albani be- Sari, dass er ihre Nachfolger allzu sehr gerühmt 
SODders znsagte. Ebenda noch ein kleineres eben- llnbe- Doch Zeigt er sich ganz in Sniner Zeit im" 
falls treifiiehes Exemplar, Seitenstiiek zu dem fangen, indem er in RaifaeFs Oäcilia das müssige 
Vielleicht noch schöneren Bilde von Echo und Nebeneinanderstehen der Heiligen beanstandet 
Narciss. Andere gute Darstellungen j enes Gegen- und überhaupt grosscn Wertll legt auf neue und 
standeS inl LßnVre, in den Sammlungen des eigenthümliche Motive, d. h. auf neue Wendum 
Grossherzogs von Oldenburg, des Lords E 1- gen und Bewegungen der Figuren , Welche Clie- 
lesmere. Ausserdem sind die vier grossen Bil- selben doch nur äiisserlich in Beziehung setzen. 
der im Louvre hervorzuheben. Namentlich Ve- Das ist eben jenes Spiel mannigfaltiger Anord- 
nnS, Welche sich in schöner Landschaft am Ufer nung und Gruppirung, Wie es Seinefiigenen Bil- 
des Meeres von Liebesgöttern schmücken lässt, der zeigen, das dennoßll ßiniiirniig erscheint, 
und Adonis, von Amor zur schlafenden Venus weil ihm der Inhalt eines lebendigen Gedankens 
geführt, mit vielen Luft, Erde und Wasser be- fehlt.  
lebenden Genien; dagegen haben die schlafen- Albani hat eine grosse Anzahl von Sehülel-n 
den Liebesgötter, von den Nymphen der Diana i-iefundem davon Einige namhafte Blelstergewür- 
entwadnet, von sehr hübscher Erfindung, sowie den sind. Insbesondere sind zu nennen: Pier 
die Liebesgötter, welche ihre Waffen schmieden Franc. Mola und Gio. lBatt. Mola, Gio, Maria 
und versuchen, während Venus und Mai-s aus- Galli, gen- Bibiena: (im Batt- Spermiza, Bart-
        

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