Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1594030
Asgßäißä; 
chit. in lt. 2. 3157 wo Ricco für Rosso wohl nur Urkunde, in der er sich verpflichtet, die Kapelle 
Druckfehler ist).  S. Lorenzo in S. Domenlco oder S. Donnmo 
Fr- W-  ebendaselbst zu bauen und mit Bildhauerarbei- 
Ägostino. Ago stino di Martino diViviano ten auszustatten , namentlich aber eine Altarta- 
in Siena, als Steinmetzmeister im Libro dellc arti fel mit fünf lebensgrossen Relieffiguren von ge- 
1363 aufgeführt, sass 1371 im Rathe der Stadt branntem Thon auf blauemGrunde mit Geldver- 
und war bis 1381 beikirchlichen und städtischen zierung darin aufzustellen, alles nach einer 
Bauten beschäftigt vorgelegten Zeichnung von Seiner Hßnd- Diese 
s. Milanesi, Doc. Sen. 1. 133. 275. 283. glasirten Terrakotten sind mit einigenAbände- 
F" W- Lynil" rungen ausgeführt und noch vorhanden, aber 
Ägostille- Agostinß (di Mllßßiß) (16 leg- jetzt in einem sehr verdorbenen Zustande. Für 
name, Steinmetz zu Siena, begutachtet 1388 die Fagade von S. Bernardino erhielt Ageetnlo 
mit Andern die Reparatur der Schäden am erst 1463 Bezahlung, nachdem schon 1461 (116 
Glockenthurm des Domes. Signoria von Florenz sich aus Rücksicht auf 
  ihren Bürger und den ausgezeichneten Meister 
 A gostiiro di Vannino, Goldschmied zu bei dem Legaten von Perugia dafür verwandt 
Siena, wurde 1388 zu demselben Geschäfte be- und die Maler und Meister Benedictus Bonßgli 
Yufell- und Angelus Baldassaris von Perugia die Aus- 
 Milßllßsi, Dow S6"- l- 313-   führung des Baues gutgeheissen hatten. Diese 
F" W'- Eng" zierliche kleine Kirche, deren Facade das Motiv 
Agostino. A gostino di Niccolö fertigte einer Prachtpforte zu Grunde liegt, ist mit zahl- 
mit Bastiano di Oorso an dem Mosaikfussboden reichen Sculpturen von besonderer Zartheit und 
des Doms zu Siena, in der Mitte des Chors, die Anmuth geschmückt. Die vier Statuen der 
Einfassungen zu den Geschichten Davids, zu Facadc sind aus parischem Marmor gehauen, die 
denen Domenico di Niccolo 1423 die Zeichnun- Reliefs aber über der Thüre, welche Scenen aus 
gen machte. dem Leben des hl. Bernardinus darstellen, glasirte 
s. G. Milanesi, Documenti per la St. delP Arte Terrakotten auf blauem Grunde; die übrigenpla- 
Senese- 1- 173-   stischen Arbeiten von Kalkstein u. verschieden- 
1"" W- UM"- farbigem MarmonVasari las in derKirche noch die 
Agostino. A go s tino d'A ntoni o von Flo- Inschrift; Augustini Florentini lapicidae. In die- 
renz, auch Aghostinus Antonii Ghuccii, Aghos- sen Bildwerken von anmuthiger Freiheit der Be- 
tino d'Antonio cli Ducco und Aghostinus Ghucci wegung u. schön geschwungenen Gewändern be- 
genannt, und mehrfach bloss als Magister kundet sich ein Meister, der (nachBurckhardt) zur 
Augustinus de Fl or entia, AgostinoFio- Antike in einem viel näheren Verhältnisse steht, 
renti no, später auch als Agostino della Robbia als die Robbia und die meisten Bildhauer jener 
bezeichnet, in der 2. Hälfte deslö. J ahrh. Archi- Zeit. Auch ist seine Reliefbehandlung eine an- 
tekt und namentlich Bildhauer, der theils in dere als die der damaligen ilorentinischen hleister, 
Marmor, theils in glasirtem Thon nach der Art die mehr unter dem Einiiusse Donatelltfs stehen. 
des Luca della Robbia arbeitete. Vasari hielt Noch in demselbenJahrel-löß erhielt Agostino 
ihn und seinen Bruder, den Goldschmied Otta- in Florenz den Auftrag, für die Facade des Doms 
viano d'Antonio del Duccio, deren Beinamen eine Kolossalstatue , uno Gughante, nach dem 
ihm nicht bekannt waren, für Brüder des Luca Vorbilde einer dort schonbeiindlichenzu machen, 
dclla Robbia, während diese Namen in dem und nachdem er sich dieses Auftrags zur Zufrie- 
Stammbaum des letzteren nicht vorkommen. dcnheit entledigt hatte, sollte er 1464 in ähnlicher 
Agostino mag die Kunst des Glasirens von Luca Weise einen Propheten aus carrarischem Marmor, 
gelernt haben; doch ist er im Stil von ihm ver- 9 Braccien hoch, liefern. Dieser sollte anfangs 
schieden. aus vier Stücken bestehen, aber Agostino unter- 
Seine älteste bekannte Arbeit ist eine Mar- nahm es, denselben aus einem Stück herzustel- 
mortafel an der Facade des Doms zu Modelle len, wofür ihm nachträglich der Preis erhöhet 
(an dessen Südseite in der Nähe deß Chefs) von wurde. Dies scheint derselbe Marmorblock zu 
11.42, welche in vier Abtheilungen Geschichten sein, der von einem Augustinus     de Floren- 
des h. Geminianus darstellt; hier ist er nur tia (nicht Simon von Ficsole, wie Vasari irrig 
Augustinus von Florenz genannt. Schon hier angiebt) verhauen (male abozatum) war und 1501 
zeigt sich (nach Burckhardt) in der leichten und dem Michel Angelo übergeben wurde, Welcher 
klaren Bewegung der Figuren, in der schwung- daraus den bewunderten David herstellte. Lei- 
reichen Behandlung der Gewänder ein bedeuten- der ist in der betrcifenden Urkunde die nähere 
der Meister. Das Werk hat die Bezeichnung: Bezeichnung des Augustinus durch Feuchtigkeit 
Hoc opus egregium Ludovicus Sangui de Furno unleserlich geworden. Uebrigens scheint der 
(W01 der Besteller). Meister auf die Ausbildung der glas. Thonplastik 
Im J. 1459 ist er Einwohner von Perugia im Toskanischen nicht ohne Einfluss gewesen zu 
und Baumeister, fabricatore, der Faeade von S. sein; es wird berichtet, er habe in dem kleinen 
B ernardi n o daselbst. So nennt er sich in einer Schlosse Deruta eine Werkstatt zur Anfertigung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.