Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1594011
Giu1ien ßl 
nahm diese Arbeit, zeigte aber bei ihrer Durch- von Neapel, arbeitete von _1480-1510. Nach 
führnng schon den entarteten Geschmack der dem Vorgange des einheimischen Andrea Gic- 
beginnenden Barockzeit; so bog er z. B. die Pi- cione , dann insbesondere des gleichzeltlgen N0" 
lilßfßr, welche die umlaufende jonische Säulen- vello da Sanlucano, welche in Neapel zuerst von 
reihe abschliessen, nach der Mitte zu ein, so der gothischen Bauweise sich abwendeten, wai 
dass sie nach innen dünn und gebrochen, Gabriele unter den büßten, W619i"? dßlthiäeäneäeg 
nach aussen kantig und starker wurden, wo- Stil, den der Renaissance, mlt Entsc I: eln am 
durch er natürlich die einfache Festigkeit des und Erfolg zur Ausführung brachten. uc_1 as 
Pilasters aufhob. Die starken Ausladungen der Muster des Florentiners Giuliano da Milja-PO, 
späten Renaissance finden sich hier gleichfalls. dessen Porta Capuana in Neapel zu (1611 schon" 
Auch in den mannigfachen Privatbauten, die sten Bauten des neuen Stils gehortß, War auf Im" 
Giuliano in und ausser Florenz, wie es scheint, sern Meister von Einfluss. Auf den liath des No- 
mit vielGeschick fürRauineintheilung errichtete, vello ging er nach Rom, um dort die neue Bau- 
niischten sich schon Baroekelemente; wie denn weise zu studiren. Nach Neapel zurückgekellfii, 
Vasari zweier Fenster (an dem Hause für einen bewog er den Herzog von Gravina, Ferd. Ültfllnl, 
der Sekretäre des Herzogs) gedenkt, die mit zu einem Palastbau, der demjenigengleich kaine, 
vVorspriingen, Gesimschen und Abkröpfungem welchen kurz vorher der Prinz V011 Salömo, R0" 
so zerschnitten seien, dass sie mehr von gothi- berto Sanseverino, durch Novello da Sanlucano 
scher als von antikerArtgelizibthätten. Giuliano hatte aufführen lassen. Der neue Palast wurde 
lieferte aucliinAi-ezzo für verschiedene Kirchen, gegenüber der Kirche Monte Oliveto erbaut, kam 
so für den Chor des Domes (Kontrakt vom indessen durch die eintretendenKriegsercignisse 
25. Mai 1554 bei Gaye) , nach der Zeichnung des nicht zur Vollendung. Doininici erzählt (1733), 
Vasari, kunstrciche Holzarbeit. Dorthin war er 08 Sei in Nßälläßl die Ansicht Veldlfeitef geYVeSen, 
wol von dem Aretinel- Vasari empfingen, für derPalastbleibc unvollendet, weil beimEinzuge 
dessen Algm-bilder er eine Anzahl schönef ge- Karls V., der den Bau sehr bewunderte, der da- 
sclinitzter und wol nach der Florentiner Art zu- Wange Besitzer dem KßiSeP Versprochen Pabef 
gleich architektonisch behandelter Rahmen ge- 91' WeYdß diesem 3115611511311, Sobald 91' fertlg Sel- 
fei-tigt hatm .1. 155;; Doch war er in dieser unfertigen Gestalt lange 
Abbildung des neu erbauten Chors in s. Maria Zeit und vor seinem neuesten Um- und Ausbau 
dcl Fiore: eines der schönsten Gebäude von Neapel: über 
I) in Pianta ed Alzati etc. di S. Maria del Fiore, dem Erdgegchgss mit gewaltig-m- Rustikg, ein 
del. da Gio. Batt. Nelli et intagl. da Bern. San- gmttes Stockwerk von edler Einfachheit, mit ko- 
solle Sfälilli- Fir- 1755- F01- 1TFV- Pi"- 19; rinthisclien Pilastern und Büsten in Medaillons 
2) 13m Rmhal Not Ist deue (Q1659 horemme? über den kräftig eingerahinten Fenstern. Zwar 
u' 140i gest v" l vierkälyi NL R. _h findet Milizia, dessen Urtheil in Italien sehr ge- 
S" i: 31:2];  Eäaglnäleälartg  1748; m achtet ist, die ganze Bauniasse etwas schwer, die 
g   I y " gg    Pilaster dickleibig und zu weit von einander ab- 
Domenico , der 'üngste Sohn Bacciols, iiber- stehend, rühmt aber doch den Bau als einen der 
traf Giuliano als Hollzschnitzer sowol, denn als besten Neapels. Ueber dem Hauptgesiinse ist 
Architekt. Von ihm ist  ursprünglich erbaut später ein weiteres Stock aufgebaut, dann durch 
für Bastiano da Montaguto  in der Via de" neuere Veränderungen der ursprüngliche Bau 
Servi der schöne PalastNiccolini (jetzt B ou- noch mehr verunstaltet. 
to u rlin in der Via de" Servi), der merkwürdi- Gabriele baute in Neapel auch die Kirchen von 
gerweise auf die einfachen Muster der älteren S. Giuseppe und S. Maria Egyptiaca; letztere 
Florentiner Palastarchitektur (in der Art des wurde 1684 durch einen Umbau von Dionisio 
Pal. Guadagni) zurückgreift; auch der ZWÜlf- Lazzari ersetzt.  
säulige Hof ist in der tüchtigen alten Art. Von s. Dominici, Vite dei Pittori etc. Napoletani. 
den Holzarbeiten des Künstlers im Innern des NaPPli 1349-4846. II_. 18a.  Biräggrllä 
Hauses ist, so viel ich weise, nichts erhalten. giitizi; (älgsaätifärslsgrilaitäh   Mäizia; 
Domenieo Stafb früh Vasari m.eint' bei läinge- Meinbrie degli Architetti .1 Bologna 1827. I. 243. 
rem Leben wurde er wol auch seinen Vater uber- _1_ Magen 
troEen haben; doch zeigt er weniger Eigenthiim- Agnohh Gi Ovmmi Vincenzo (11 Agnolo, 
Hchkcit- Bildhauer zu Neapel, in der zweiten Hälfte des 
Abbildung des Palazzo Nirrolini in: Architecture 1a Jahrh. y Wahrscheinlich ein Nachkomme des 
ifoscane etc. (siehe oben unter Baccio]. 4 Bll.: Gabriele (rAgnolo, doch eher der Enkel als der 
Deiaiiifls ßiigläenirstlben in: Ferd. Ruggieri, 891m! Säine" Zeig slehl.  Er Yäfoaläqh 
Scelta di Architetture antiehe e moderne della Blldschilltzer m  0 z 1m  _e um 0' le 
Citra di Firenze. Ed. sec. Fir. 1755. Fol. III. Kanzel in der KircheSt. Agostinv Zll Neapel, 
T_ 71_.74_  genannt alla Zecca (bei der Munze). 
S. Vaggri, 9d, Le Monnier, V. 231 S, Dominici, Pittcri etc. Napoletani. .Nap. 
J. Meyer. 1840-1846. II. 139. 
Agnolo. Gabriele d'Agnolo, Baumeister 17k i?
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.