Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1593952
 Agneni  Agllßs- J 
 
führte. Bald darauf wurde er nach Genua zu Agiles. Agnes: Tooimfr des Markgrafen Ar" 
Wandmalereien in den Palästen Rocca (Die nold Vüll Möißsßll, Aelßtlsßlll Zu Qlledllllbllrg Vün 
Wandlungen des menschlichen Lebens in 40 Bil- 1184 bis um 1205, _W11'd von Sehrlftstenefr" de? 
dem), Solari und Piuma (Das triumphirende vorigen Jahrh (W10 Z- B- Yvenlflgstadlus bei 
Italien) berufen: Abel, Sammlung etl. alter Chronlken, p. A93), 
1852 von Lefluel, dem Architekten des Louvre- als Künstlerin gßllriesßng fndem mdn Ihr emer" 
Neubaus, aufgefordert, an der malerischen Aus- seits ein mit gemalten Initialen 31321811388 Evan- 
schmiickung desselben mitzuwirken, begab er gelienbuch, anderseits die schönen Ueberreste 
sich nach Paris, blieb aber daselbst da er nach eines in Wolle gestickten Teppichs zuschreibt, 
dem Attentat Pianoris von der lrahzös. Polizei die in dem Zitter (Secretariuln) der S. Servatn 
belästigt wurde, nur einige Monate, ging darauf Stifts  und Sehlosskirßhe Zll QüßdlinbuTg 311m?" 
nach London und liess sich nicht wieder zur wahrt werden. Das Evangeliarium (N0. 61) 
Rückkehr nach Frankreich bewegen. Doch hatte gehört jedoch seiner Schrift nach dem Ende des 
er auch in Paris Zeit gefunden, eine Anzahl Bil- 15. Jahrh. an, und der mit Silber überzogene 
der auszuführen, darunter Eines, das sich in der Deckel enthält die Jahrszahl 1515. Der Tep- 
modernen Galerie zu Turin befindet: Die pieh dagegen ist nach dem Stil der darauf ge- 
Sehatten der grossen Fiorentiner, unter den Hal- sticktcn Darstellungen allerdings in die Zeit der 
len der Ufiizien gegen die Besetzung der Stadt Aebtissin Agnes zu setzen, und es lasst sich 
durch die Fremden ln-otestii-eniy kaum zweifeln, dass wir in ihm die Dorsalia für 
In London erhielt er sofort den Auftrag, den den Chor und die tapete ante summunl altare be- 
Saal der Königin in (jonvenlnilai-iien aus- sitzen, welche Agnes nach einer von ihr selbst 
zumalen (4 Darstellungen; Die irdische Schön- herrührenden Aufzeichnung (Erath, cod. dlpl. 
heit, von Merkur und Amor zum Himmel empor- Qlledl- P- 109- 11- 40) dem Klöster Sclfenkw 
getragen; Zepliyi-e, Anwrellnn im Fliegen nn- Dass sie dieselben selbst gestickt habe, ist wol 
terriehtend; Venus mit AmQrettßn, welche sich nicht anzunehmen, und noch weniger, dass sie 
im Bßäßll-Suhiessen üben; Amoretten mit Blu- die Zcichnungx-n dazu verfertigt. Ob sie den In- 
men) ; worauf er für die Königin selber in einem halt der Darstellungen angegeben, bleibt min- 
grossen Oelbilde die ganze königliche Fa- Cleßterlß zweifelhaft. 
mil i e und die ersten Persönlichkeiten des Ho- Diese Teppiche gehören zu dem Merkwürdig- 
fes auf einem Maskenballe darzustellen hatte. sten, was wir aus jener Zeit besitzen, sowol we- 
Naeh Befreiung" Italiens von der Fremdherr- gen ihres Inhalts, als wegen der künstlerischen 
Schaft zurückgekehrt und in Florenz angesic- Ausführung: Der lul1a.t ist den zwei ersten Bü- 
delt, malte er dort für die Schauspielerin Ristori chern des lllztrtianns Capelia von der Vermälung 
die Säle ihres Palastes, sowie für den lllarchese der Philologie und des Merkur entnommen, die 
Corsi-Sal viati einen grossen Saal in seiner Notker in St. Gallen im J. 1022 übersetzt hatte. 
Villa Zll 388W (Die Elemente in ö Darstellungen, Doch beweisen die Beischriftcn, dass bei der Er- 
1864); letztere vielleicht eine der besten seiner lindung der Zeichnung; für die Teppiche ein la- 
lfreskomalereien. teinischer Text von der Art der Göttinger Hand- 
lm J. 1866 nahm A_ von Neuem an der italie- schrift benutzt ist, die kaum jünger als der Tep- 
nischen Bewegung Theil und zog mit Garibaldi pich sein kann, und den neuesten Herausgebern 
nach Tirol. 1867 stellte er dann verschiedene des 'l'eXteS nicht bekannt war. Wir haben hier 
Scenen aus diesem Feldzngc (in 'l'empera) in der also ein seltenes Beispiel von dem Wiederauf- 
Villa Salviati, jetzt lllario, bei Florenz dar. leben der lalassischen Studien u. der Benutzung 
Geg-enwärtig (1569) ist der Künstler mit Wand- einer heidnischen, halb philosophischen, halb 
malereien in den Sälen der Nationalbank zu lflo- mythologischen Allegorie zu kirchlichen Bildern, 
renz beschäftigt (Durchschnitt der Landenge von welche die heiligste Stätte zu schmücken be- 
Suez; Der unterseeische 'l'elegraph; die Vcrci- stimmt waren. Dem Stil nach ist die Zeichnung 
nigung- der italienischen Provinzen etc). dieser Teppiche cinigermassen dem wahrschein- 
A. hat sich in allen Gattungen der Malerei mit lieh gleichzeitigenDeckengemälde der Michaelis- 
Glück versucht. Sehr fruchtbar und gewandt kirche in liliidesheim verwandt. Man unterschei- 
hat er ausser seinen grossen Wandgemäilden eine det jedoch zweierlei Hände, indem einige Figu- 
Anzahl Genrebiltlei- geliefert, sowie die Ausstel- i-en in der Würde und Annlllüh deY Hauptfbrmen 
lungen der fünfziger Jahre mit biblischen u. alle- und besonders im lfaltcnwul'i' Sich erheblich vor 
gorischen Darstellungen beschickt, von zum andern, die nicht über das Gewöhnliche hinaus- 
Tileil seltsamer Erlindnngz ln der Wahl der gehen, auszeichnen. Die Ausführung beschränkt 
Steife hat er alle Einflüsse seiner Zeit erfahren. sich auf scharfe Umrisszeiehnung, die mit Far- 
[n seiner Freskomalerei ist die gute Einwirkung ben einfach ausgefüllt und nur schwach schat- 
der älteren italienischen Meister noch sichtbar, tii-l; ist,  
doch geht im Ganzen seine Darstellungsweise a, Abbildungen bei Steuerwald u. Virgi n, 
über eine geschickte Mittelmiissigkeit nicht Mittelalterl. Kunstsehätze im Zittergewölbe in 
hinaus. Quedlinb. V. 36-40.  Kugler. kl. Sehr. I. 
Dieyo lllartelli. 136.  Gnhlß KllIlSldGllkIIl. l. l-l.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.