Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1593367
Albrecht Adam. 
19. J ahrh. 
sidenz die Schlacht an der Moskwa (1835 voll- dernen Sehlaehtenmaler überhaupt, so deutet 
endet) , für den jungen Herzog von Leuchten- auch Adam gern die strategische Bewegung, die 
berg vierzehn Kriegsbilder (1841), welche Epi- Disposition der Massen an. Dadurch erhalten 
soden aus dem Leben seines Vaters, des Prinzen solche Bilder bei einer grossen Anzahl kleiner 
Engen, schildern; dann, nach Wien berufen Figuren einen landschaftlichen Charakter, wäh- 
(1850), auf den Wunsch des Hofes die Tliaten rend das eigentlich malerische Kampfgetiinimel 
der österreichischen Armee unter ihrem Führer nur in einzelnen Episoden beiherspielt. 
Radetzky. Eine Arbeit, der Sieh Adam mit um Zu den künstlerischen Verdieusten Adams ge- 
so grösserem Eifer hingab, als er auch in Wien hört auch dies, dass er neben Peter liess und 
seine Laufbahn mit Erfolg begonnen hatte. Das Anderen ein gesundes realistisches Element in 
erste der so entstandenen Bilder schilderte die die Genremalerei der Münchener Schule gebracht 
Schlacht von Custozza, darauf folgten diejenigen hat. Seine Arbeiten zeugen von einem genauen 
von Novara und lemesvar; den Schluss die- Natllrstudlum; dass er ütters noch in kleinen 
ses Üycllls bildet das Bildniss Radetzkyls. und Figuren etwas ungelenk blieb, kann nicht 
Auch König Ludwig von Bayern liess die neue- Wunder nehmen, da er ohne unmittelbare V or- 
sten Kriegsereignisse von Adam darstellen: so gäng-er last Alles aus sich selber lernen musste. 
insbesondere die Schlachten von Novara und Seine malerische Behandlung leidet an dem 
Custozza und weiterhin die Erstürmung der Düp- trockenen und kühlen Ton, der in den vier ersten 
peler Schanzen (diese drei Werke in der Mün- Jahrzehnten dieses aaurn. der deutschen Malerei 
chener neuen Pinakothek). Doch sind diese drei fast (llll'cll.giil1glg' eigen war. lndess ist sein Vor- 
Bilder mit wesentlicher Beihiilfe seines Sohnes trag eher breit, als ängstlich und spitz zu nennen. 
FranzAdam (s. d.) ausgeführt; wie denn über- An den Gemälden seiner späteren Zeit haben die 
e. haupt das gemeinsame Arbeiten des Vaters und Söhne mitgearbeitet, seine Weise lassen sie da- 
der Söhne, insbesondere bei den lithographirten her nicht mehr rein erkennen. 
Werken, in 111311011811 35111611 eine Untfrßlillelddllß Adam hat nach seinem Tode eine Menge von 
dessen, was dddelll derselben dllgeholl: fast llll" Zeichnungen und Studien hinterlassen, nach de- 
llldällüh maßllt- Das letzte gldssele Blld des nen seine Bilder zum Theil ausgeführt sind; es 
llllelfllädlls War dle im Alllllllaäle des Kdfllgs Md" linden sich Bll. darunter, die zu seinen besten 
Xlfnllldn {L gemalte Sdllldßllt Voll ddlllldorf Leistungen gehören (allein 231 zu Voyage en 
(lllrflle historische Galerie des lllaximilianeum Russie), auch eine Reihe von Sohlachtenbildem 
bestlmmtl"       aus dem Feldzug-e von 1809 in Karnthen und 
Aflam dllbelletdmlt unäememßr Lelfflltlgkell? Italien zu einem Porzellan-Service für den Kai- 
er fand so bei seinen grosseren Arbeiten noch serNap01eOnI_ ; femerzweigrosse Zeichnungenv 
Musse genug, eine grosse Anzahl von Genliebll- die eine: Napoleon vor Moskau, die andere, 
ginllajudzläullfenä d? denen f"? "äuhägegnäir dessen Rückzug aus Russland etc. Eine reich- 
um a3   K b_ f D ä  Jahren 1809 u. 1812, sämmtlich aufdcn Schlacht- 
n Immer dleuen Hom llla 101,16? ä el feldern selber genommen, ist in das k. Kupfer- 
wusste er bisweilen den lon einer tieferen hm- sticlbKabinet zu München überu_eu_ann,en 
ptindung anzuschlagen; so z. 8., indem er ein D K" u _h t_ _h 1b fl  to (lirth 
verlassenes Schlachtfeld schildert, auf dem sich  er. lllls lll a all? se el m. lr lln. l 0' 
französische Kiirassiere mit ihren verwundeten gllllplllllt" Sellle ßalllllllllgell zeläell ellle ge- 
Pferden zu retten suclien- im Vorder runde steht Wlllldle Nlldeli. Slllll llblllgenll ballll .mellll' bllllll 
  '  g  d  aus ßetuhrt. Namentlich die eni en aus 
unter einem Bauiue ein lediges, abgemudetes llllll el  5   J g  
Pferd, so iahm und sdhwer, wie die Atmosphäre, seiner fruheren _Zeit sind selten. Es Iiinden sich 
die auf der ganzen segne liegt und die bange unter den Bll. eine Anzahl Bilderbogen ausdem 
Ahnung erregt von allen Schrecken des Kriegs. Yelllage V.Oll Fld ßallllpe lll Nllllllbelldd gewollm 
Oder der-Künstler vergegenwärtigt in grösserem llch k0lolllllt' 
Rahmen und in verschiedenen Episoden das Bildnisse: Brustb. Krüger del. Remy litli. F01. 
Elend des russischen Rückzug-aß Auch Arbeit Vergl. auch N0. 85 u. 86 der Originallith. 
und Mühsal des Pferdes im Dienste des Menschen a.) Von ihm radirt; 
wusste er lebendig zu veranschaulichen, sowol 1-6) (3 B1i_ mit Militär- u_ Reitg1-5cenen_ in Um- 
das feine nervige Wesen des Luxuspferdes als rissenleichtschattirt.6Bll. jäg bez. kl. qu. 8. 
die schwerfällige Anstrengung des Ackergaulg Wol die ersten Versuche des Meisters von1806. 
am Pflug undam Lastwagen. -In seinen Schlach- 7-10) Sflldat?" z" Fllss llnd z" Pferd, im Freie" 
tenbildern ging er immer auf Treue der Loka- ulld bel Gebäuden 1895- 1111- 8- 
lität und auf Versinnüchung. des Hauptvorgangs 11] Eni B1. mit vier Motiven: Pferde am Brunnen, 
aus, so L B_ in der Schlacht von Custozza WO ackernder Bauer etc. 1806. gr. qu. 4. Sehr selten. 
einerseits der muthiäe AngriH des Regiments I?) Dle Schlacht Voll Eylall" 1807" qll" Fol  
Kinsky andererseits die Gru     1d) Die Schlacht von Breslau. 1807. qu. F01. 
' PPe der Üßtellllelßhl" Beide Bll.: I. Vor der Sohn, sehr selten. Dann 
sehen Befehlshaber eine Vorstellung von der kolorirt. 
ganzen Svhlaßllt Zu geben suchen. Wie die mo- 14) Schlacht zwischen Franzosen u. Oesterreichern
        

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