Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1581525
252. 
Haupte der Familie, dem alten Jehan Penicaud. Von Vater, Sohn und 
Enkel ist keine Rede. Ein undatirtes Bild des Penicaud jun. ist in 
der Coll. Daugny, welches in 13 kleinen Abtheilungen Christus und 
die Apostel darstellt, in der Weise der Miniaturen, welche die unter 
dem Titel „Heures" bekannten Gebetbtieher zieren. Nur der Ton ist 
lebhafter, und im Ganzen das Blau vorherrschend. Charakteristisch 
für ihn ist die grünliche matte Bronzefarbe, mit welcher er Gegenstände 
von Metall malte. Penicaud scheint Miniatur- und Glasmaler gewesen 
zu seyn, was sich in der Technik und dem Style seiner Emailen aus- 
drückt. Als Miniaturist ist er anfangs sorgsam in der Ausführung, 
fast bis zur Trockenheit. Später scheint er mit italienischen Meistern 
in Berührung gekommen zu seyn, oder mit Lconard Limosin, welcher 
dem Einfluss der Schule von Fontainebleau sich hingegeben hatte. Jeden- 
falls wählte er italienische Vorbilder. In der Collection Soret ist von 
ihm eine Darstellung der Vierge au berceaza nach Marc Anton's 
Stich. Er fügte aber das Bildniss einer Nonne bei. Mr. L. de Laborde 
l. e. p. 151 zahlt noch mehrere andere undatirte Werke auf, und 
spricht sich über die Art und Weise aus, in welcher der Künstler in 
seinen beiden Perioden malte. Als Stempel auf der Rückseite der Emaillen 
dient ein alterthümlich geformtes PL, welches wir au betreffender 
Stelle geben. Da ist auch über J. Penicaud III. gehandelt, da dieser 
der Initialen IP. sich nicht bedient zu haben scheint. 
252. Jean Poncet, Emailmaler, war in der zweiten Hälfte des 
16. Jahrhunderts in Frankreich thatig, wahrscheinlich in 
I. PVIP Limoges, wo in jenem Jahrhundert die Kunst des Email- 
lirens auf hoher Stufe stand. Wir haben im Künstler-Lexicon bemerkt, 
dass man von Poncet I.P. gezeichnete Stücke mit historischen, mytho- 
logischen und anderen Darstellungen, meistens grau in grau finde. 
Gemälde konnten wir nicht angeben, wir finden aber jetzt solche bei 
Mr. Leon de Laborde (Native des Emaum. Paris 1852, p. 290) be- 
schrieben , aber ohne Deutung der Initialen 1. P., unter welchen wir 
den Jean Poncet vermuthen, da sie sich auf Grisaillen befinden. Didier 
Petit (Catalogue de la colleclion d'objets d'art formäe ä Lyon. 
Paris 1843, N0. 114) schreibt zwar ein IP gezeichnetes Medaillen 
mit der Cleopatra dem Jean Penicaud jun, dem vorhergehenden Meister 
zu, Mr. de Laborde widerspricht aber dieser Ansicht, und hält das 
Email für Arbeit eines unbekannten Meisters IP. Die Emaillen dieses 
Künstlers, welchen wir Jean Poncet nennen, sind in einem edlen und 
schönen Style behandelt, und beurkunden einen Zeichner von feinem 
Gefühle. Der Grund ist schwarz, das Bild hat aber eine weissliche 
Unterlage, so dass es den dunklen Grund nicht erreicht. Es ist grau 
in grau gemalt, ohne Angabe der naturgemassen Fleischfarbe. Die 
Contouren treten auf der glasigen Fläche sehr bestimmt hervor, die 
grauen Schradirungen bewirken aber einen eigenthümlichen kalten 
Ton. Uebrigens stehen diese seltenen Grisaillen in einem hohen 
Werthe. Im Museum des Louvre ist eine emaillirte Platte, welche 
in der bezeichneten Weise ein Reitergefecht nach Rafael vorstellt. 
Auf einer Standarte sind die schief gestellten Initialen eingezeichnet. 
Der Rand ist schwarz und mit Gold verziert. Zwei Friese mit 
Trophäen in derselben Sammlung, ehedem im Cabinet Revoil, sind 
ohne Zeichen. 
Graf L. de Laborde kennt nur die erwähnten Emaillen, Kugler 
macht aber in seiner Beschreibung der k. Kunstkammer in Berlin 
S. 147 auf fünf andere kleine Platten mit I P aufmerksam, aber ohne 
den Namen des Malers erforscht zu haben. Zwei fast quadrate Stücke 
stellen den Simson dar, wie er dem Löwen den Rachen aufreisst, und
        

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