Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1590015
3204. 
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3204- Martina da. Udine, genannt „Pe1legrino da San Daniele", 
Maler und Kupferstecher von Udine, geb. um 1470, 
IQ p  gest. zwischen 1343i und 1548. Er ging aus der 
' Schule des G. Bellini in Venedig hervor, welche er 
1495" verliess, um in seine Ileiinatli zurückzukehren. Zwei Jahre später 
v'ereläeliell)ite_erli' sichdmitl drler gochgerf eines {Ylßiiifbs gegrä. äorttunzäro, 
von 't. anie e, uii eriiet eii u trag, (ie eine .  noni er- 
Kirche dieses Ortes mit Fresken auszumalen. Diese Arbeiten, welche 
1503 zum Abschluss gelangten, waren die Ursache, warum er seinem 
Namen Pellegrino, den er seiner seltenen Talente wegenldiärch Sfellleil 
Lehrmeister Bellini erhalten, denjenigen von San Danic e inzu ügte. 
In den Jahren 15111-1519 verweilte Lcr in Iderrara, wo er mehrfach 
durch den Hof beschäftigt ward, ging dann zum zweiten Male nach 
Venedig, wo die hlalerei unter Giorgione und Tizian neue Wege ein- 
geschlagen hatte. Zurückgekehrt in die Ileimath enttcrnte er sich 
nun von dem strengen Style des Bellini, um sich die breitere Manier 
der neuen venetiuiiischeii Schule anzueignen. 
Die richtige Deutnne der obigen Zeichen ist erst in neuerer Zeit 
durch Harzen gelungen. Iianzi inuthmasste P. Perugino, Andere dachten 
an P. Pollajnolo und Pizzolo Paduano. Ein Bild ii1 der Gallerie der 
Akademie zu Venedig, die Verkündigung darstcllend, ursprünglich für 
die Bruderschaft der Schuhmacher zu Udine 1519 gemalt, fülirtedzur 
Entdeckune des Namens, indem es ansser dem doppelten P mit em 
Band auchcnoch mit der Signatur "Pellegrinus faciebat" bezeichnet ist. 
Pellegriuo ist nicht blos als Waler, sondern auch als Kupfer-Stecher 
zu behandeln. liartsch X111. p. 2151i beschreibt vier Blätter, Passavant 
hat die Zahl auf acht erhöht. Seine Kupferstiche sind zum grössteii 
Theil in seiner ersten hlanier. d. i. vor 1319 ausgeführt, nur sein 
David, von vollen und runden Formen, scheint seiner zweiten Periode 
anzugehören. In diese Zeit dürften ancli die Retouchen mehrerer 
seiner Blätter, die er wahrscheinlich eigenhändig ausführte, zu setzen 
sein; wenn seine ursprüngliche h1aniei' den Charakter von Silberstift- 
Zeichnungen trug, so suchte er nunmehr durch Ueberarbeitung mit 
dem Stichel und häufiger Anwendung von Punkten in den Schatten 
und Halblichtervi den Platten grüssere Kraft zu gehen. Leider aber 
verloren sie dadurch an Feinheit und die _Conturen an Reinheit, so 
dass diese überarbeiteten Platten fast den Eindruck von Copien unter- 
geordneter Art machen. Die ersten Abdrücke tragen gewöhnlich das 
erste der beiden vorstehenden Zeichen, die zweiten das doppelte P 
mit dem Band. 
1)  David als Sieger über Goliath. David, in der Gestalt 
eines jungen Mannes von muskulösen Körperformen, vom Rücken 
gesehen und mit einem leichten Mantel über den Schultern, stützt 
sich auf eine Keule, an welcher die Schleuder hängt. Links ist der 
Kopf des Riesen und oberhalb das zweite Zeichen. H. 12 Z. 411. 
Br. ä Z. 4 L. 
Ein Abdruck befindet sich in der Albertina zu Wien. 
2) [P. 2] Christus von den Seinen heweint. Der todtei Heiland 
ruht auf den Knieen der lil. Jungfrau und Magdalena. Links fünf 
trauernde Männer und eine knieciule lil. Frau, rechts vier andere 
Frauen und zwei Greise. Im Grunde links sieht man drei Hirten auf 
einem Fels und rechts eine Stadt an einem Fluss. Unten .iii der Mitte 
das Zeichen. II. 7 Z. 4 L. Br. (i Z. 2 Ii. 
Die ili_'ei_ bekannten Abdrticke in den Albertina zu Wien, in Paris 
und im hrittischen Museum sind retoueliirt und mit Punkten bedeckt
        

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