Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1581454
232. 
232._ Johannes Peeters, Maler und Radirer, war der Sohn des 
X' gleichnamigen See- und Schlachtenmalers, welcher 1624 in Ant- 
P werpen geboren, und von Gilles und Bonaventura Peeters unter- 
richtet wurde. Der Vater kommt im Gildeboek von St. Lukas 
unter dem Jahre 1646 als Meister vor, und dessen Bruder Gilles Peeters 
schon 1635, bis an seinen 1653 erfolgten Tod. Gilles oder wie man 
glaubt Johannes Peeters der altere, ist jener Meister, welcher unter 
G P III. N0. 263 eingeführt ist. Von dem älteren J. Peeters ist fol- 
gendes Werk: Le Thealre des Villes et Forleresses des Prooinces- 
Unies, et frontieres etc. Mit 99 von G. Bouttats radirten Blättern. 
A Anvers clzez G. Boullats, qu. 4. Der jüngere Johannes Peeters 
malte Jagden und Schlachten, und man findet auch radirte Blätter 
mit solchen und dem Namen J. Peeters, wie wir unten sehen werden. 
Damit haben wir aber nur die Nachrichten über die beiden Johannes 
Peeters chronologisch festgestellt, das obige Zeichen legt aber Brulliot 
I. N0. 2646 einem Josse Peeters bei, und sagt, man finde es auf histo- 
rischen Zeichnungen, welche die Schule des Martin de Vos verrathen. 
Dieser Josse Peeters ist ganz unbekannt, und hat vielleicht nie gelebt. 
Historische Vorstellungen scheinen die beiden Johannes Peeters in 
Zeichnungen nicht hinterlassen zu haben, und somit haben wir für 
das hlonogramm keine Deutung. Wir wagen es auch nicht, das Zeichen 
auf Jan oder Jakob Pinas zu beziehen, welche den vorhergehenden 
Artikel behaupten. Es bleibt zwar noch ein Jakob Peeters übrig, der 
Bruder des jüngeren Johannes Peeters, welcher im Gildeboek von 
St. Lukas zu Antwerpen 1689 als freier Meister vorkommt. Dieser 
Jakob Peeters malte architektonische Ansichten in der Weise des 
Peter Neefs. In der Gallerie zu Gotha sind zwei Gemälde mit An- 
sichten von prächtigen Gebäuden mit Gärten von seiner Hand. Er 
wird also die Zeichnungen mit dem obigen Monogramme ebenfalls 
nicht gefertigt haben. In der Bibliotlieca Hulthemiana N0. 9306 wird 
von ihm und seinem Bruder Johannes folgendes Werk angezeigt: 
Recueil dVjslampes, moentäes et graoecs par Jean et Jacques Peeters, 
graoeurs d'Arte-er's oers 1680, en annäes suioantes, contenant les 
illuslres yuerriers du temps, les siäges, les attaques et prises de 
villes; Vues düutriche, Hongrie et Turquie am, gr. qu. 8. Der 
Catalog der Bibliothek Hulthem fasst in der Nummer 9306 wahr- 
scheinlich nur die Folgen von Ansichten zusammen, welche Lukas 
Vorsterman nach Zeichnungen des jüngeren Johannes Peeters und seines 
Bruders Jakob gestochen hat: Diverse viste delle luoghi e contrade 
di Barbaria etc., und Dtnerse oiste delle Dardanelli etc, dann die 
Ansichten aus Arabien, Judäa, Syrien äc, radirt von G. Bouttats 1672. 
Diese Folgen haben wir im Künstler-Lexicon im Artikel des Seemalers 
Jan Peeters des älteren erwähnt, weil man früher den jüngeren 
Künstler dieses Namens nicht unterschieden hatte. Jakob Peeters, 
der Architekturmaler, ist als Kunstverleger aufgeführt, und nicht ganz 
mit Unrecht. weil die Folgen mit Ansichten in seinem Verlage er- 
schienen sind. Ueber das im Catalog der Bibliothek des C. van Hulthem 
erwähnte Ansichten-Werk ist auch Ch. Kramm nicht in's Reine ge- 
kommen, indem er die Folgen mit italienischem Titel im Lexicon 
übergeht, und über unsern Jagdcnmaler Jan Peeters nur bemerkt, 
dass ihn Nagler ohne Grund mit Wilhelm oder Johann Wilhelm Peeters 
in Verbindung gebracht habe. Er sagt indessen selbst, dass die Blätter 
mit Jagden nach Johannes Peeters im ersten Drucke die Adresse von 
Gantrel, und im zweiten jene von van Merlen haben. Wir kennen 
eine Wolfsjagd, mit dem Schlosse Meudon im Hintergründe, und eine 
Bärenjagd mit Altdorf in der Schweiz im Hintergrundehpiese seltenen 

        

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