Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1588897
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Platten sehr sorgfältig, während die Abdrücke von den Platten des 
M. Colnaghi in der Arbeit etwas roh erscheinen. Abdrücke findet man, 
im brittischen Museum, und auch im Handel kommen solche vor. R. 
Weigel zeigt im Kunstkatalog Nr. 5186-5189 Abdrücke als solche 
von Niellen altflorentinischer Goldschmiede an, er fand aber auf kei- 
nem Blatte das Monogramm des Peregrini und eine Jahrzahl vor. Auch 
die Abdrücke im brittischen Oabinet sind nach Passavant I, q). 328 
Nr. 686-689 ohne Zeichen und Jahrzahl. Dieselben vier Blätter sind 
auch in der k. k. Sammlung in Wien, und werden v0'n F. v. Bartsch 
S. 5 beschrieben. Er gibt auf dem Blatte mit dem römischen Heer- 
führer vor seiner Legion, unter Nr. 2, das zweite Monogramm an, 
welches unten in der linken Ecke steht. Rechts erkennt Bartsch die 
Jahrzahl 1460, und er beschuldigt den L. Bechstein eines Irrthums, da 
er im deutschen Museum 1842 I. S. 328 die Jahrzahl 1449 oder 1479 
interpretirt. Im Cataloge eines der grössten Sammler Deutschlands, 
Leipzig 1858, II. Nr. 2, ist das erste Buchstabenzeichen mit der ver- 
kehrten Jahrzahl 1449 beigefügt, und die Leseart gestattet in dieser 
Form keinen Zweifel. Das Zahlzeichen 4 ist aber nicht jenes der 
Zeit von 1449. wie zur Genüge bekannt ist. Wenn die obengegebene 
Jahrzahl mit dem ersten Buchstaben getreu gegeben ist, dann muss auf 
dem Exemplare in Wien Buchstabenzeichen und Jahrzahl abweichen, 
und es können die Abdrücke nicht von einer und derselben Platte 
kommen. Dazu kommt noch der Umstand, dass Abdrücke ohne Zei- 
chen und Jahrzahl vorkommen, und es möchte wohl seyn, dass beides 
späterer Zusatz mit Abweichung ist. Auf dem Blatte mit dem römi- 
schen Opfer (Nr. 1) in der Wiener Sammlung steht nach F. v. Bartsch 
die Jahrzahl 1459, in dem erwähnten Cataloge ist Nr. 3 die Jahrzahl 
1458 angegeben, auch in einem Facsimile mit der modernen arabischen 4. 
Wir gehen auf diese Widersprüche nicht ein, da ein jeder sein Urtheil 
fällen kann. 
F. v. Bartsch (die Kupferstichsammlung der k. k. Hofbibliothek in 
Wien S. 6) nimmt diese Blätter für Peregrini in Anspruch. In diesem 
Falle müsste der Künstler wenigstens 20 Jahre vor 1449 geboren 
seyn, und er konnte nicht als Schüler des Francesco Francia gelten, 
wie wir unter O. P. D. C. gesehen haben. 
Peregrini copirte ein paar Blätter von Francia, und man muss 
daher annehmen, dass er damals nicht um 25 Jahre älter war, als 
jener Meister. Die fraglichen Blätter, oder vielmehr die zum wieder- 
holten Male abgedruckten Silberplatten sind aber nicht von Peregrini, 
und somit bleibt ihm der folgende Artikel. 
i) Eine römische Opferscene. Der Heerführer giesst aus der 
Schale eine Flüssigkeit in die Flamme auf dem Altare. Hinter 
letzterem stehen ein in das Buch blickender Priester und ein auf zwei 
Flöten blasender Jüngling. Acht Senatoren wohnen der Libation bei. 
Von rechts her wird ein Stier getrieben, und dabei ist der Opferdiener 
mit dem Beile. Auf der Fläche des Altares sieht man die den Romn- 
lus und Remus nährende Wölün abgebildet. Unter dem Altare steht 
auf dem Blatte im Wiener Cabinet die verkehrte Jahrzahl 1459. H. 
1 Z. 3 L. Br. oben 1 Z. 4 L., unten l Z. 5 L. 
2) Ein römischer Heerführer zwischen zwei Kriegern mit Speeren 
leistet vor der Legion den Eid, Composition von 16 Figuren. In der 
unteren linken Ecke steht im Abdrucke des Cabinets in Wien der zweite 
Buchstabe, und rechts die Jahrzabl 1460. In dem erwähnten Cataloge 
eines der grössten Kunstsammler Deutschlands ist der erste Buchstabe 
mit der Jahrzahl 1449 angegeben. H. 1 Z. 9 L. Br. 1. Z. 4 L.
        

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