Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1588734
Nr. 2669. 
811 
rückkommen. Bartsch XIII. p. 205 konnte diese Initialen noch nicht 
deuten, und auch W. Y. Ottley, Inquiry etc. lI. p. 568 zählt den Trä- 
ger derselben zu den unbekannten italienischen Meistern. Zani, Enc, 
met. XV. i p. 332, ist der erste, welcher die gegebenen Buchstaben 
Opus Percgrinz" De Cesena liest, mit dem Ortsnamen hat es aber 
immer noch Bedenken, indem er sich nicht aus einem historischen Do- 
cumente, sondern nur aus der Abbreviatilr C ES ergab. Zani fand ein 
Exemplar des Blattes mit der Auferstehung Christi, welches unter der 
unteren Einiassungslinie folgende Inschrift: DE  OPVS- PEBEGBINI 
 CES- Die ungewöhnliche Stellung des ersten Wortes, und die tiefere 
Lage der mittleren Worte brachte den Abate Zani auf die Vermuthung, 
dass sich ein erster Abdruck finden müsse, auf welchem im Rande 
nur die Schrift OPVS PEREGRIIVI stehen dürfte, was sich aber bis- 
her nicht bestätigt hat. Das Exemplar, welches Mr. Hurst 1824 bei 
der Auktion des M. M. Sykes um 21 .5. erwarb, und noch einige un- 
vollendete Stellen zeigt, hat bereits die volle Schrift, wie jenes im Ca- 
binet zu Paris, in welchem der Hintergrund durch Kreuzstriche ganz 
bedeckt ist, so dass er schwarz erscheint. W. Y. Ottley, Collection 
of FaC-similes of scarce und curious prinls  London 1828, 
gibt eine Copie des Blattes aus dem Oabinet Sykes. Von Mr. Hurst 
erhielt es Th. Wilson, und es ist im Catalogue of an Amateur (Wil- 
son) p. 17 beschrieben. Aus dem Cabinet Wilson erwarb Ottley das 
Blatt, und jetzt ist es nebst der Copie im brittischen Museum. 
Duchesne , Essai sur les nielles No. 122, hielt an dem Namen, 
welchen Zani schöpfte, fest, und daher hat nun Peregrini da. Cesena. 
das Bürgerrecht. Oicoguara, Memorie spetlazzli alle storia della cal- 
cografia  p. 50, bezweifelt aber, ob der Künstler aus Cesena stamme, 
da. die Abbreviatur in der lateinischen Inschrift CAEi sein müsste. 
Cicognara vindicirt den Peregrini der Schule des Francia in Bologna, 
und suchte den Geburtsort desselben in der Nähe der genannten Stadt, 
nämlich in Cento, und liest daher CEIVTENSIS. Die venetianischen 
Schriftsteller weisen diese Hypothese zurück, und stellen dafür eine 
noch gewagtere auf. Sie deuten nämlich die Ahbreviatur CE8_ auf das 
Dorf Ces zwischen Feltri und Belluno, und man nimmt auch gewöhn- 
lich an, dass Peregrini aus dem Feltriu stamme. Das Wort CE8_ ist 
aber sicher Abbreviatnr, und s der letzte Buchstabe des Patronirnium. 
Ces oder Cesio ist daher kaum zu vermuthen, und weder Cesena noch 
Cento historisch zu begründen. 
Ebenso verhalt es sich mit dem Taufnamen des Künstlers. Der 
Name Peregrini steht fest, und darauf bezieht sich auch der Buchstabe 
P auf Blättern. Es kommen aber auch solche mit Arabesken und den 
Buchstaben SC und SCOF vor. Duchesne schöpft aus S den Tauf- 
namen Stephanus, und liest Stephanus Caesenas und S. Caesenas 
Opus Fecit. Ein Stefano Peregrini ist aber noch lange nicht erwiesen. 
Unter dem Buchstaben P kommen wir wieder darauf zurück. 
Die Blätter dieses Meisters erinnern in der Zeichnung und in der 
Composition so sehr an Francia, dass man ihn zu den Schülern des- 
selben zahlen muss. Dann fallt aber seine Thätigkeit zu Anfang des 
16. Jahrhunderts. Er hat auch. zwei Niellen des Francia copirt, näm- 
lich Hercules mit der Hydra D. Nr. 247, und Orpheus mit den Thieren 
D. Nr. 255. Bartsch verzeichnet nur neun Blätter, und scheint sie 
für Copien nach niellirten Platten, nicht für unmittelbare Abdrücke von 
solchen zu halten. Duchesne nimmt sie für Niellen, was nicht der 
Fall ist, da die Schrift verkehrt seyn müsste. Sie geht aber immer 
von der linken zur rechten Hand, und müsste daher in der niellirten 
Platte verkehrt seyn, was nicht denkbar ist. Auf dem oben erwähnten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.