Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1581356
IOV. 
219. 
drei anderen Malern in einem Zunftstreite auf. Aus demselben Jahre 
stammen auch seine anatomischen Abbildungen, und von 1519 ist das mit 
seinem Namen bezeichnete Bildniss des Philipp Melanchthon in zwei 
Farben. Dieses Bildniss soll nun beweisen, dass auch die I0 V gezeich- 
neten Helldunkel von Johann Wechtelin herrühren. Wir ünden keinen 
anderen Anhaltspunkt, als dass ein Wechtelin dieses Blatt geschnitten 
habe, weil auch die gekreuzten Grabstichel nebst dem Worte Faciebat 
beigefügt sind. Damit gibt nun endlich Passavant selbst zu, dass ein 
alter Maler auch in Holz geschnitten hat, wir können aber aus dem 
Bildnisse des Melanchthon noch immer nicht auf dem Meister I0 V 
schliessen. Wenn Wechtelin auch die Passionsbilder in Dr. Kaisers- 
berg's Postille von 1522 gezeichnet und geschnitten, welche ihm Passa- 
vant zuschreibt, dann wird es immer unwahrscheinlicher, dass er die 
Clairobseurs ausgeführt habe. Wir trennen also den Meister I0 V 
von Hans Wechtelin dem Steltzen, es mag nun dieser Johann Ulrich 
geheißen haben oder nicht. 
Holzschnitte des Meisters I0 V. 
Die Blätter dieses Künstlers sind farbig von zwei Platten gedruckt, 
oder, wie man sagt, in Helldunkel ausgeführt, und man hatte früher 
geglaubt, der Meister I0 V sei der Erfinder dieses Verfahrens, in wel- 
chem aber Lukas Cranach vorausgeht, und Hugo da Oarpi weit nach- 
folgt. Bartsch VII. p. 449 ff. beschreibt zehn derselben (N0. 1-40) 
unter dem traditionellen Namen Johann Ulrich Pilgrim, und daher 
figurirt unser Meister auch in allen späteren Werken über Kunst und 
Künstler. Passavant, Peintre-graveur III. p. 327, nimmt den Johann 
Wechtlin von Strassburg für den alleinigen Urheber derselben, und 
gibt daher ein fortlaufendes Verzeichniss von 62 Nummern, von 
welchen wir jene des alten Johannes Vuechtelin trennen, wie unten 
zu ersehen ist. Ueber die Zeit der Entstehung der Blätter in Hell- 
dunkel gibt uns weder Bartsch noch Passavant Aufschluss. Wir 
kennen eine Titeleiniassung in dieser Manier zu dem Buche: De 
libertate ecclesiaslica: lractatus Joannis Lup-i apo. fe. protono- 
larii   Am Ende: iirgentine ea- offiicina Joannis Schotti. 
Tertio Februarü Anno clrri M. D. XI. H. 5 Z. 2 L. Br. 3 Z. 8 L. 
Diese Bordure stellt in der unteren Leiste vier Kinder auf steinigem 
Boden vor. Jenes rechts halt eine Windfahne mit Rädchen, in der 
Mitte ringen zwei Kinder, und der Knabe rechts in einer Brustrüstung 
bläst mit der Windfahne im Arme in das Horn. Die beiden Seiten- 
leisten enthalten Trophäen von YVaHen, Schilden, Heimen und einer 
Trommel. Die obere Leiste ist mit einer von Blättern zusammenge- 
setzten Guirlande geziert. Diese Bordure hat kein Künstlerzeichen, 
sie kann aber nur von dem Meister I0 V geschnitten seyn. Beim 
Drucke wurden die Leisten zusammengesetzt, und mit braunrother 
Farbe abgedruckt. Die Conturen und Schraffirungen treten schwarz 
hervor, und eine weitere Platte gibt die weissen Lichter an, ebenfalls 
in Sehattirungen. Die Bordure hat das Ansehen eines Farbendruckes 
von drei Platten. Die untere Leiste mit den Kindern benutzte Schott 
auch zu anderen Büchern, aber im einfachen Drucke mit Schwarz. 
Wir finden sie mit der oberen Leiste mit der Guirlande in:_Enchz'- 
ridium poeticum haec habet Epithela, seu opposita substantworum: 
cü eorumdä hemistichiis, carminu clausuP Wphrasesibztsque Ver- 
äyilii ac alior. Poeiarum   Joanne Schotte Argen._ pressore 
aboratum. 17 Julzj Anno Chrz". opt. max. MDXIIII. D16 Seltenleisten 
sind nicht beigefügt, da sie für das Format des Druckes zu kurz 
waren. H. Loedel, welcher, wie oben bemerkt, mehrere Jahre mit der
        

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