Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1587916
2320-2321  
729 
2321). Nicolas Buon, Buchdrucker in Paris, bediente sich einer 
schön gestochenen Vignette mit drei vor denfBrande der Stadt 
fliehenden Männern. Um das Rund liest man: Omnia mea 
 mecvm porlo. In den Ecken der viereckigen Einfassung sind 
Figuren und Ornamente angebracht. H. 3 Z. 1 L. Br. 3 Z. 2 L. 
N. Buon war der Sohn des Gabriel Buon, welcher von 1558-1587 
eine Druckerei hatte. Bei ihm erschienen die Werke von Ronsard, 
in welchen die Bildnisse von Ronsard, Heinrich II. und Heinrich III. 
sehr schön in Holz geschnitten sind. Nicolas Buon veranstaltete 1610 
und 1611 eine neue Ausgabe, kl. 12. 
2321. Niecolo Boldrini, Formsehneider von Vicenza, tritt mit 
 S diesem Zeichen auf. Bartsch P. gr. XII. p. 47 N0. 28 lässt 
 es unerklärt, sowie Brulliot I. 106911- Man findet das Mono- 
4- 5' gramm auf einem Holzschnitt in Helldunkel von drei Platten, 
welcher das Antlitz des Heilandes darstellt. H. 12 Z. 9 L. Br. 9 Z. 
2 L. A. Zanetti, Cabinet Cicognara p. 32, legt dieses Blatt dem Niccolo 
Boldrini bei, da nicht allein die Buchstaben NB, sondern auch die 
Behandlung für diesen Meister sprechen. Es ist aber keines seiner 
besten, mittelmassig in der Zeichnung und schülerhaft geschnitten. Die 
Schradirungen kreuzen sich nach allen Richtungen. 
Einem Joseph Nicolaus Boldrini wird ein Monogramm zugeschrieben, 
welches in einem B mit dem Querstrich durch dasselbe besteht, wie 
I. No. 1888 gegeben. Dieser Joseph Nicolaus Boldrini entstand nur 
durch Verwechslung des Joseph Nicolaus Vicentino mit Nicolaus Bol- 
drini. Diese Verwechslung herrscht fast in allen früheren Werken, 
da sie von einem in das andere überging. Wir haben darüber unter 
I0. NIC. VICENT. ausführlich gehandelt und bemerkt, dass man oft 
den Nicolaus Boldrini mit Joseph Nicolaus Vicentino identificirt habe, 
obgleich die Werke beider Künstler sehr verschieden sind. Boldrini 
scheint fast immer nach venetianischen Meistern gearbeitet zu haben, 
und er ist der Schule von Bologna fremd, in welcher Hugo da. Carpi, 
Anton da Trento, Joseph Nicolaus Vicentino, A. Gandini etc. der Reihe 
nach thatig waren, bis endlich Andrea Andreani auftrat. Den Boldrini 
hält man für Tizians Schüler, und mehrere Holzschnitte, welche dem 
Tizian selbst zugeschrieben wurden, sollen von der Hand des Boldrini 
seyn. Nur nimmt man an, dass Tizian die Zeichnungen unmittelbar auf 
die Holzstöcke gemacht habe, was in jeder Hinsicht grössere Wahr- 
scheinlichkeit hat, als die Hypothese von der Eigenhändigkeit Tizian- 
ischer Holzschnitte. Doch sind wir weit entfernt, behaupten zu wollen, 
dass Tizian das Schneidmesser ganz verschmäht habe. Es ist ja zur 
Genüge erwiesen, dass selbst berühmte Maler mit der Technik des 
Formschnittes sich befasst haben, wenn auch Bartsch und Compagnie 
dieses Factum entschieden läugnen. 
Boldrini ist jünger als J. N. Vicentino, wenn auch Malpe, Mala- 
spina u. A. beide Künstler um 1510 geboren werden lassen. Vicentino 
trat gegen 1540 in Bologna an die Stelle des Antonio da Trento und 
er publicirte fortan Holzschnitte nach Parmegianinds Zeichnung. Bol- 
drini trat vielleicht erst zwei Decennien später in Venedig auf. Wir 
haben von ihm ein Blatt nach Tizian, welches die nakte Venus mit 
Amor vorstellt (B. VII. 29), und hinsichtlich der Zeit einen festen 
Anhaltspunkt gibt. Man liest nämlich darauf: NICOLANS (sie) Bol- 
DRINUS  VICENTIJVUS INCIDEBAT 1566. J. N. Vicentino hatte 
das Zeitliche viel früher gesegnet. Ausserdem kennt man nur noch 
zwei bezeichnete Blätter von Boldrini, welche wir unter NIC. bol inc. 
erwähnen. Ein ganz sicheres Monogramm hat man noch nicht gefunden.
        

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