Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1587776
2279. 
715 
2) Die Tröstung des guten Engels. Er spricht dem Sterbenden zu, 
und zeigt ihm das Thor zum rechten Weg. Mit diesem unbezeichnetgn 
Blatte hat es dieselbe Bewandtniss wie mit dem obigen.  
Die folgenden Copien mit M Z halten die Bilderseite der xylo- 
graphischen Ars moriendi fest. Diese „Editio princeps" besteht in 
24 Blättern einseitigen Druckes, welche ain Rücken zusammengeklebt 
sind. Sie enthält 10 Bilder in Holztsfeldruck mit starken Umrissen 
und doppelten Einfassungslinien. Auf dem ersten Blatte steht: Ars 
moriendz"  Quamuis secundü philosophü Tercio ethicorum   
sepe miserabiliter periclitätur. Die Bilder haben Ueberschriften, und 
auch in die Vorstellungen ist Text geschnitten. Der Meister M Z liess 
alle Inschriften weg. 
3) Die Versuchung im Glauben. Oben in der Mitte erfasst der 
Teufel das Betttuch des Sterbenden, und zwei andere Teufel suchen 
denselben zu verwirren. Gott Vater, Christus und Maria stehen zurück- 
gezogen zu den Häupten des Lagers, drei Männer sind am Lager im 
Gespräche begriffen, und am linken Rande steht ein Götze auf der 
Säule, vor welcher ein König und eine Prinzessin knieen. Die Com- 
position ist dieselbe, wie in der alten Xylographie, nur fehlt links 
oben in der Ecke der schwebende Teufel. Dieser Teufel ist in_den 
"späteren xylographischen Ausgaben zu sehen, von der Gegenseite aber 
in der Ars moriendd ea: va l riis scriptorü sententiis collecta cü 
figu-ris. S. a. et l. (um 1490). Die Säule mit dem Götzen steht rechts, 
und in der Ecke oben ist der Teufel. 
Der Kupferstich des Exemplares in Wien zeigt das gegenseitige Bild. 
4) Der Trost durch den Glauben. Der Kranke horcht auf die 
Worte des Engels, während die hässlichen Thiergestalten weichen. 
Gott Vater, Christus, Maria und die Schaar der Heiligen stehen links 
oben hülfreich zur Seite. 
In der Copie von M Z ist nicht das Bild der alten Xylographie 
festgehalten, sondern jenes der späteren etwas veränderten Ausgabe 
der Ars moriendi. Der Engel steht links, im gegenseitigen Bilde des 
alten Kupferstiches rechts. 
ä) Die Versuchung durch Verzweiflung. Der Sterbende liegt nach 
rechts im Bette, und wird durch die Vorstellung seiner Todsünden 
zur Verzweiflung gebracht. Teufel umstehen sein Lager. 
Diese Vorstellung ist nicht jene der alten Xylographie, sondern 
in veränderter Zeichnung der späteren Ausgaben. Der unbezeichnete 
Kupferstich ist von der Gegenseite. 
6) Der Trost gegen die Verzweiflung an der Barmherzigkeit Gottes. 
Der Engel zeigt dem Kranken die geretteten Sünder, den reuigen Petrus, 
die büssende Magdalena, den gekreuzigten bussfertigen Schächer, den 
Christenverfolger Saulus, und die Teufel verkriechen sich. 
Dieses Bild ist nicht jenes der ersten xylographischen Ausgabe, 
sondern das gegenseitige der späteren Ausgaben. Der Schächer und 
der gestürzte Sanlus sind links, während der alte Kupferstich die 
Composition von einer anderen Seite gibt. 
7) Die Versuchung durch die Ungeduld. Der Kranke stösst mit 
dem Fusse eine der beiden Pflegerinnen von sich. Am Boden ist 
Geschirr bei der umgestürzten Bank, und die Magd entfernt sich mit 
Speise und Trank, während der Teufel herbeieilt. 
Die Composition ist jene der späteren Ausgaben der xylographi-_ 
schen Ars moriendi von der Gegenseite der alten Xylographie. Die 
zwei Frauen sind links oben, deren eine der Kranke stösst. Der alte 
Kupferstich gibt das Bild von der anderen Seite. Das Mädchen mit 
der Schüssel fehlt in der Editio princeps.
        

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