Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1587765
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2279. 
fand der Kupferstecher und Kunsthändler Peter König in Milnchen 
 die Platten vor, und liess sie mit erklärendem und erbauendem Text 
abdrucken, unter dem Titel: Letzter Kampff des Menschen  dal's ist [ 
Ein kurzer Begriff der furnembsten versuchungen  mit welchen 
der Laydige Salhan den Sterbenden Menschen gemainiglich 111.. 
fächten thuet etc. München bei Peter König. Am Ende: Getruck; 
bei Anna Ber in Willib Im Jahr MDGXXIII. In cerlegzmg Peter 
Königs Kunstfgihrer, 12. Auch dieses Buch ist sehr selten. 
Im brittischen Museum sind die Blätter mit deutschem Text auf 
"der Rückseite versehen, dieser deutet aber auf das 16. Jahrhundert; 
so dass die Platten schon früher abgedruckt wurden. Die Zahl der: 
Blätter der Ausgabe von 1623 beläuft sich auf 13, welche vor den 
Capiteln des Textes stehen. Zwei Blätter sind wohl von P. König 
gestochen, und ohne Initialen, weil sie ihm wahrscheinlich selbst zu 
schlecht schienen.   
Bartsch VI. p. 381 erwähnt am Schlusse des Artikels des sage- 
nannten Martin Zasinger 12 Blätter, versichert aber, dass sie nicht 
von diesem herrühren. Dennoch wollte man sie hier und da, dem 
Zasinger zuschreiben. Passavant II. p. 172 glaubt in Matthäus Zink 
den Stecher gefunden zu haben, dessen Th. v. Murr in der Beschreibung 
Nürnbergs erwähnt. Man findet nämlich ein Bildniss aus späterer Zeit; 
mit der Unterschrift: Matthes Zinck Sculptor Noribergae. Auf dieses 
schlechte, unzuverlässige Portrait beruft sich Passavant, und schreibt; 
die irrige Angabe bei Murr nach, dass nämlich dieser M. Zinck 1493 
geboren, und 1586 gestorben sei. Auf dem Bildnisse ist 1581, nicht 
1586 angegeben. Der Goldschmied M. Zinck starb nach einem alten 
Nekrologe 1571, nicht 1581 oder 1586, und zuletzt handelt es sich 
wohl nur um Matthes Zündt, welcher aber die fraglichen Blätter so 
wenig gestochen hat, als M. Zinck. 
Die Kupferstiche mit M Z findet man in einem Buche über die 
Kunst, wohl zu sterben, in alten xylographischen Drucken Ars nwrievtdi 
genannt. Es soll sich um gegenseitige freie Nachbildungen von älteren 
Kupferstichen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts handeln 
Der Antiquar F. Butsch in Augsburg besass 1853 ein Exemplar in 
12 Blättern mit eben so vielen handschriftlichen Textblättern. Der 
erste Kupferstich stellt die hl. Jungfrau mit dem Kinds auf einem 
mit Trotteln versehenen Kissen im Freien sitzend vor. Der Grasbeaen 
ist von üppiger Vegetation. Diese Vorstellung hat der Meister M Z 
nicht copirt, und es ist auch möglich, dass ihm die alten Kupferstiche 
gar nicht vorlagen, weil seine Bilder die Originalseite der alten xyle- 
graphischen Ausgaben der Ars moriendi festhalten, aber mit Ver. 
änderungen. Das Exemplar des Hrn. Butsch ist jetzt im k. k. Cabinet 
zu Wien, und wird von F. v. Bartsch (Die k. k. Kupferstichsammlung 
in Wien S. 124) beschrieben. Die Blätter sind 3 Z. 3-4 L. hoch, 
2 Z. 615-7 L. breit. Die Stiche des Meisters M Z haben eine Höhe 
von 3 Z. 3 L., und eine Breite von 2 Z. 6 L. 
Die Blätter in dem Buche aus P. Königs Verlag. 
 1) Der Dämon versichert den Kranken eines längeren Lebens. 
Links öünet sich ein Höllenrachen, und 1m Grunde führt die breite 
Strasse durch ein Thor. Ohne Zeichen.   
Diese Darstellung kommt in der alten xylographischexi Ausgabe 
der Ars moriendi nicht vor. Auch der alte Kupferstecher des Exem- 
plares in Wien kannte sie nicht. Das Blatt wurde also in München 
zu S. 9 des Buches gestochen.
        

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