Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1587733
2278. 
711 
2277. Martin Zaagmolen malte um 1660 in Amsterdam historische 
Darstellungen, und war der Meister des bekannten Jan Luyken. 
Ä Das Monogramm fanden wir auf einem radirten Blatte mit der 
Büste eines lilannos mit Polzmütze in der Weise Rembrandüs, 12. 
2278- Martin Zasinger und Zatzinger nennt man gewöhnlich 
M? 51 den Goldschmied und Kupferstecher, dessen Blätter 
K MZ bezeichnet sind. Paul Behaim tauft ihn in sei- 
m Ö nem Cataloge 1618 Muthias Zingel, und aus diesem 
3 I f] Zingcl machte wohl Christ seinen [Vlatthäzts Zayel. 
W Sandrart sagt, dass diesen Meister M Z Einige Jilartin 
ING Zink, Andere Martin Zalzinger nannten. Th. v. Murr 
beruft sich in seiner Beschreibung von Nürnberg S. 523 auf ein Bild- 
niss mit der Unterschrift: Mathaeus Zasinger Sculplor Norinzlm, 
und lässt diesen Meister in Nürnberg arbeiten. Das fragliche Portrait 
ist nicht gleichzeitig, und somit ist die Unterschrift um so weniger 
unumstösslich, als der Meister M Z nicht in Nürnberg, sondern sicher 
um 1500 in München gearbeitet hat. Th. v. Murr will ihn zunächst 
nur von Matthäus Zinck unterschieden wissen, nicht von dem er- 
wähnten M. Zündt. Passavant II. p. 170 legt Gewicht auf eine Notiz 
in Aretin's Beiträgen zur Geschichte der Literatur I. S. 70. Baron 
v. Aretin spricht von einigen Druckwerken mit den Namen des Malers 
Hans Osmdarfner (sie) und des Goldschmieds Ilfuthüus Zeyssinger. 
Hans Ostendorfer war Hofmaler des Herzogs Albert IV. von Bayern. 
Im Jahre 1509 gab er mit Zeyssinger das Leichenbegängniss dieses 
Fürsten im Holzschnitt heraus. Zwei Hiegende Blätter sind von 1502i. 
Der Kupferstccher MZ scheint 1509 nicht mehr gelebt zu haben, und 
wenn auch, so kann man wenigstens noch nicht beweisen, dass der 
Goldschmied und Buchdrucker M. Zeyssinger die Blättter mit MZ ge- 
stochen habe. Zuletzt könnte v. Murr's lllathaeus Zasinger Sculptor 
Norimberyensis nach München gezogen werden. Wir wollen glauben, 
dass ein Künstler dieses Namens gelebt hat, er wird aber nur Bild- 
schnitzer gewesen seyn. Wir erwähnen unten eine in Holz geschnittene 
Ansicht von Nürnberg mit MZ 1511. Dieses seltene, Bartsch und 
Passavant unbekannte Blatt mag von Matthäus Zasinger dem Nürn- 
berger herrühren, kein Kupferstich datirt aber aus dieser Zeit. Das 
jüngste Datum auf einem Knpferstiche ist 1503, wie aus dem Ver- 
zeichnisse zu ersehen. Im Jahre 1500 stach der Meister das grosse 
Turnier in der neuen Veste zu München, und den Ilofball des Herzogs 
Albert IV. in derselben Residenz. Die grösste Anzahl der anderen 
Kupferstiche stammt aus dem 15. Jahrhundert. 
Im deutschen Kunstblatt 1853 S. 78 setzten wir an die Stelle des 
noch zweifelhaften Zasinger und Zeyssinger den Goldschmied Mathes 
Zwikopf, weil dieser traditionell als Kupferstecher in München gilt, 
und in jener Zeit lebte, in welcher der Meister M Z in München 
arbeitete. Wenn wir ihn für den muthmasslichen Träger der Initialen 
halten, haben wir so viel Grund, als Paul Behaim, Sandrart, Christ 
und ihre Nachfolger, d. h. die Sache ist noch nicht entschieden. Eine 
Familie Zwikopf lebte sicher in München. Christoph Zwikopf gab 1549 
mit Hans Mielich den grossen Holzschnitt mit der Belagerung von Ingol- 
stadt heraus, wie III. No. 1246 zu ersehen ist. 
Bartsch VI. p. 371 ü". beschreibt 21 Kupferstiche, welche auch 
im Künstler-Lexicon aufgezählt sind. Früher glaubten wir dem soge- 
nannten Zagel oder Zasinger auch die Ars moriendi zuschreiben zu 
dürfen; allein wir ersehen, dass ein anderer M Z eintreten müsse. 
Die Holzschnitte können auch nicht von unserm Kupferstecher her,
        

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