Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1581270
HIU. iaiscn gelesen, indem er auf die zweite Inschrift nicht achtete, 
und um seinen Joannicolo festhalten zu können, wurde ein Johannes 
Nicolaus Rossilianus oder Giannicolo Rossigliano, genannt Vicentino 
geschaffen, d. h. aus der Luft gegriffen, und in einzelnen Catalogen 
und Kunstbüchern ist er noch gegenwärtig festgehalten. Bartsch XII. 
p. 16 entzog ihn sogar seiner Vaterstadt, indem auf einem Holzschnitte 
mit der hl. Jungfrau und mehreren Heiligen nach Francisco Parmigia- 
nino steht: F. P. NIC. S. VICENTINO. T. Der genannte Schrift- 
steller muss unter Vicentino den Geschlechtsnamen des Künstlers 
muthet haben, indem er T. in Tridentinus erklärt, während es Taglio, 
i. e. Sculpsit, Incidit bedeutet. Andere wollten ihm den Familien- 
namen Scolari geben, und so bildete sich ein Joseph Scolari heraus, 
welcher in Wirklichheit viel später gearbeitet hat, als unser Meister, 
wie wir unten sehen. Alle diese Metamorphosen verursachte Vasari 
mit seinem Joannicolo Vicentini, es bleibt aber einfach Joseph Nico- 
laus Vicentinus, welcher auch IOS. NIC. VICEIV. und IOS. NICVS 
VICENT. zeichnete. 
Die erste Inschrift iindet man auf einem Holzschnitte in Hell- 
dunkel von drei Platten nach der Zeichnung des Polidoro da. Caravag- 
gio. Dieses Blatt stellt den verwundeten AJax in Gegenwart des Aga- 
memnon und seiner Krieger vor. Bartsch beschreibt es Tom. XII. die 
11.99 No. 9. Zani schreibt es dem Niccolo Boldrini zu, weil er an die 
Existenz eines Niccolo Vicentino nicht glaubte. Im ersten Drucke steht 
rechts unten: PVLIDORO CAB. I0. N10. VICEN. Später erhielt An- 
drea Andreani die Platten, und dieser fügte rechts unten eine an- 
dere Inschrift bei: POLIDORO DA CABAVAGIO INVENT. Dann 
folgt Andreanrs Monogramm und die Adresse: in mantoea 1608, 
H. 11 Z. 6 L. Br.15 Z 4 L. 
Im Künstler-Lexicon XX. S. 206 if. haben wir andere Holzschnitte 
dieses Meisters verzeichnet, und unter IOS. NIC. VICEJVT. kommen 
wir auf ihn zurück. 
139. Paris Bordone findet inKalleiä Werken über Kunst und 
A   T ünst er eine hervorragende Stelle, 
I0 PARlDlb " BORDOAKL und er begegnet uns auch häuüg 
in Gallerien. Doch steht selten der Name auf seinen Gemälden. Die 
gegebene Inschriftt ragt ein Bild in der Brera zu Mailand, es ist aber 
nicht bekannt, dass der Künstler Johannes Paris geheissen habe. Zu- 
weilen steht O. und OP. PARIS B. und BOBDONE. auf Gemälden. 
Ein Theil seiner Werke blieb in Frankreich, wohin ihn Franz I. 
1538 berief. Er maltePortraite von Damen des Hofes und viele au- 
dere Bilder. Orlandi lässt den Künstler 1559 nach Frankreich kom- 
men, und auch in den Notizie trevigiane ist diese Zeit bestimmt, aber 
mit Unrecht. Wir bemerken dieses zum Künstler-Lexicon, wo 1570 
als sein Todesjahr angegeben ist, wie in allen anderen Werken. Im 
Necrologio di S. Marziale zu Treviso ist aber der 19. Jänner 1571 
eingezeichnet. Der Künstler war 70 Jahre alt. 
IQÜ. Johannes Paul Poggini, Goldschmied und Medailleur von 
Florenz, hinterliess treifliche Portraitmedaillen 
10' PAVL POG' welche ciselirt sind. Darunter sind solche von, 
schönen Damen aus den Hausern Este, Sforza, Gonzaga, Urbino u. w. 
Im Jahre 1539 ging der Künstler nach Spanien, wo ihn Philipp II. 
beschäftigte. Sehr schön sind die Bildnisse dieses Königs und seiner 
Gemahlin Anna von Portugal. Auch andere Mitglieder des spanischen 
Monogrammistcn Bd. IV. 5
        

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