Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1587385
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2149. 
anderer in der St. IiToriz-Capelle zu Nürnberg untergebracht. Der Altar 
aus Rothenburg stellte im ursprünglichen Zustande den englischen Grnss, 
die Opferung der hl. drei Könige, den Tod der hl. Maria, die Geburt 
Christi und die hl. Jungfrau mit dem Jesuskinde auf Goldgrund vor. 
Die Bilder sind schön componirt und gezeichnet, aber in einem kalten 
wasserfarhigen Ton zaghaft ausgeführt, hierin an Schongauer erinnernd, 
Die Gewänder erscheinen noch durch gepressten Goldgrnnd ausgedruckt. 
Die Entstehung des Werkes fällt. in das letzte Viertel des 15. Jahr- 
hunderts. In früheren Werken wird der Meister einfach "Schwarz 
von Rothenbnrg" genannt, indem man seinen Tanfnamen nicht kannte, 
Auf dem Rathhaizse in Rothenburg sind zwei Flügel vom Altare der 
dortigen Gottesacker-Kirche, ein Ecce homo, und die Enthauptung des 
hl. Jucobus auf Goldgrund. 
2149. Martin Schongauer, früher Martin Schön genannt, der 
berühmte Maler und Kupferstecher, behauptet 
M d- S, XVX (I; S im Künstler-Lexicon XV. 1845 einen ausführ- 
M t S M ü.  licheii Artikel, in welchem auch die Nach- 
I richten über die Abstammung und Lebens- 
M ü  grenzen des Meisters zusammengefasst sind. 
x ' Im Jahre 1845 war es noch nicht entschie- 
M (S , [Vxü 8 den, 0b der Künstler in Augsburg, Ulm oder 
Colmar geboren sei, für Augsburg sprach und spricht aber die band- 
schriftlirhe Notiz, welche über dem Bildnisse des Martin Schongang;- 
in der Pinakothek zu München beigefügt ist, angeblich von Hans 
Largkmair. dem Schüler des Meisters, aus welchem aber Dr. E. Förster 
im Deutschen Kunstblatt 1852 S. 382 durch die diplomatisch genaue 
Copie der Aufschrift den Hans Burgkmair fast bis zur Evidenz hervor- 
fübrte. Den aufgeklebten Schriftzettel gibbiauch Bartsch VI. am Schlusse 
des Bandes, und das Bildniss selbstin Copie, und man musste lesen; 
Maister Martin Schongawer Maler qenant hinsch Martin von 
wegen seiner Irunst geborn zu kolmar Ader von seznen Olllern am 
augspurger bur   des geschlechts e?) hä? geporn 2te 0   rben zu 
kolmo anno 1499    2te   Iwrnunys dem got genad. 
Ich sein jünger hans larglrmair jm jar 1488. 
Ueber dieser Zrttelschrift steht noch: HIPSCH MARTIN SCHON. 
GA VER MALER. 1483. Diese Jahrzahl gibt Bartsch, man muss aber 
nach den Zahlzeichen auf dem Bilde 1453 lesen. Das Bildniss zeigt 
einen Mann von ungefähr 30 Jahren, und somit kann man nach der 
Jahrzahl 1453 scliliessen, dass Martin Schongauer um i_420 geboren 
wurde. Der Zettel ist von Hans Burgkmair geschrieben, wie Dr. Förster 
aus anderen Handschriften desselben nachgewiesen hat. Burgkmair ist 
ein Augsburger, war 1488 Schüler des Martin Schongauer, und konnte 
daher über die Familie des Meisters Nachricht gehabt haben. Es ist 
aber in der Aufschrift eine Lücke. Den Zettel muss er zu Jener Zeit 
geschrieben haben. als er den Tod des Meisters erfuhr. Früher sup- 
plirte man: erhalten von den erben zu kalmar M99, so dass also 
der damalige Hans Largkinair das Bild von Colmar her bekommen 
hätte. Es ist aber zu lesen: gestorben zu kolmar anno 1499. Vor 
zehn Jahren hielt man es für ausgemacht, dass M. Schongauer 1488 
in Colmar gestorben sei, und zwar nach einer nicht wohl anzugreifen. 
den Notiz des Archivar Hügot in der genannten Stadt, aus dem Jahr- 
tagsbuche der St. Martins-Kirche daselbst. Die betre-Hende Stelle ist 
im Kunstblaft 184i S. 59 abgedruckt wie folgt: Martinas Schön Pic- 
torum glorta le. VS (legavtt quinque solzdos) pro anniversario suo 
et addidit 1 s. 1 d. ad anntversartum paternum a quo habuit minus
        

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