Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1587255
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zu fertigen, und Limosin führte sie in Email aus. Mr. L. de Laborde 
(Les emaux p. 173) gibt den Wortlaut der königlichen Ordonanz, und 
daraus geht hervor, dass die Zeichnungen 21,4, Fuss hoch waren. Im 
Jahre 1547.waren die Emaillen vollendet, der inzwischen erfolgte Tod, 
des Königs änderte aber die frühere Bestimmung der Malereien. 
Heinrich II. schenkte sie seiner Maitresse, welche damit die Kapelle 
des Schlosses Anet zierte, wo sie bis 1802 verblieben. In diesem 
Jahre kamen die Emaillen in die Kirche der heil. Väter zu Chartres, 
und sie sind noch in der Marienkapelle vorhanden. In einer Ein- 
fassung von Arabesken sind die Platten 0,610 m. hoch, und 0,270 m. 
breit. M. Rochelet scheint auf den Cartons kein hlonogramm beige- 
fügt zu haben, da nur ein Bild L. L. 1547 bezeichnet ist. Wir 
glauben aber unter obigem Zeichen den Rochelet erkennen zu dürfen, 
da. der Kupferstich einen Meister der Schule von Fontainebleau in 
der Richtung des Parmegianino verräth. Dieses Blatt ist gegenseitige 
Copie eines anderen, welches Bartsch XVI. p. 328 N0. 47 unter den 
anonymen Kupferstichen aus der Schule des Marc Anton beschreibt, 
und nach der Zeichnung des Parmegianino gefertigt glaubt. Das Blatt 
stellt ein antik gekleidetes junges Weib sitzend in Profil nach rechts 
vor. Es deutet auf zwei Kinder, welche in der Nähe auf einem Polster 
sitzen. Hinter ihnen ist ein grosser Vorhang, und im Grunde rechts 
ein Fenster, durch welches man auf eine Pyramide sieht. Links in 
halber Höhe ist das Monogramm, und darunter stehen die Buchstaben 
L. D., wodurch der Kupferstecher Leonard Thiry seinen Namen ange- 
deutet hat. Die Jahrzahl 1540 deutet die Zeit der Entstehung des 
Blattes an. Es handelt sich nicht um eine genaue Wiederholung des 
anonymen Stiches B. N0. 47, L. Thiry oder der Meister MB brachte 
Veränderungen an. Die Grösse ist dieselbe. H. 5 Z. 5 L. Br. 4 Z. 
2995. Martial Raymond, Emailmaler und Goldschmied, wurde 
NR erst in neuester Zeit durch den Grafen Leon de Laborde, 
ÄVR Notice des Emaum. Paris 1852, p. 292, in weiterem Kreise 
bekannt. Aus dem Ausgabenbuche der Confraternität des hl. Sakra- 
ments in Limoges von 1590 geht hervor, dass Raymond für die Bruder- 
schaft einen silbernen Engel gefertigt habe. Auf einer emaillirten 
Platte, welche die Einnahme von Jerusalem vorstellt, steht der Name 
des Künstlers (M. Beymond). Die Monogrammen findet man ebenfalls 
auf Emaillen. MR ist ein Tryptichou bezeichnet, welches aus der 
Sammlung des Baron v. Nagler in die k. preussische Kunstkammer über- 
ging. Auf den Seitenflügeln sind die Wappen des Papstes Clemens VIII. 
dargestellt. Dieser Papst regierte von 1591-1605, und somit könnte 
M. Raymond das Tryptichou wohl gefertigt haben. Mr. L. de Laborde 
beschreibt von ihm sechs Medaillons mit farbigen Darstellungen aus 
der Leidensgeschichte. Sie sind in der Einfassung um ein Bild der 
Madonna von J. Penicaud. 
Die Emaillen dieses Künstlers erinnern in der Gesammtwirkung 
an die Arbeiten des J. Courtois, der Susanne de Court und des Jean 
Limosin, seiner Zeitgenossen, der Ausdruck seiner Köpfe ist aber 
ernst, gewöhnlich tragisch. Zu den Schraffirungen bediente er sich 
der braunen Farbe, welche trocken mit dem Pinsel geführt sind. Die 
lebhaften Farben gehen ins Schreiende, da der Künstler kein Gefühl 
für malerische Wirkung hatte. 
2096- Marco Ricci, Landschaftsmaler und Radirer, geb. zu Bel- 
luno 1679, gest. zu Venedig 1729, 
hinterliess eine grosse Anzahl von 
DR u NR [f Gemälden von ungleichem Werthe, in- 
I l dem er auch für den Handel arbeitete.
        

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