Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1586742
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1965. 
die in Holz geschnittenen Costüme und Ansichten aus der Türkei sind 
aber von 1570-1583 datirt. Der Künstler müsste also die Zeich- 
nungen, welche er an Ort und Stelle gefertigt hatte, später zum HOlz- 
schnitte umgearbeitet haben. Im Jahre 1582 trat er in Dienste des 
Königs Friedrich II. von Dänemark. Lorch hatte aber schon 1580 das 
Bildniss dieses Königs gezeichnet, und 1582 erschien der Stich des- 
selben, fol. Die Jahrzahl 1583 finden wir noch auf Holzschnitteu mit 
Ansichten aus der Türkei, und 1594 steht auf der grossen Flusskarte 
der Elbe mit dem Namen des Künstlers. Diese Karte kennen Bartsch 
und Passavant nicht. Nach 1594 dürfte der Künstler nicht mehr lange 
gelebt haben. 
Bartsch IX. pag. 500 beschreibt 16 Kupferstiche von M. Lorch, 
Passavant IV. p. 180 bringt aber das Verzeichniss auf 29 Nummern. 
Im Küustler-Lexicon sind 25 Kupferstiche verzeichnet. Es fehlt das 
Bildniss des Ritters Wilhelm von Grumbach, welcher im Sessel sitzt 
1567, kl. fol. Passuvant erwähnt No. 24 ein Blatt mit Aristoteles, 
aber nur nach Huber, ohne nähere Beschreibung. Es hat eine grig- 
chische, lateinische, arabische und hebräische Inschrift 1561. H. 6 Z, 
2 L. Br. 3 Z. 8 L. Passavaxit nennt N0. 23 auch das Portrait eines 
bärtigen Mannes im Pelzkleide mit Kaputze in Profil nach rechts, und 
es wird diess wohl nicht das Portrait des Wilhelm von Grumbach 
seyn, fol. Dann erwähnt er auch einen weiblichen Kopf von 1580, 
nur nach Huber, 8. Im Winkler'scheu Cataloge ist ein Blatt erwähnt, 
welches die Rcbecca vorstellt, wie sie dem Eliczßr WßSSer reicht, mit 
Monogramm und 1585, gr. fol. 
Im Künstler-Lexicou haben wir nur die Satyre auf das Papgtthum 
von 1545 beschrieben, es sind aber zwei Blätter mit solchen bürsten- 
ungen vorhanden, welche wir genauer beschreiben als Passavant, als 
schweinische Belege zur Culturgeschichte des 16. Jahrhunderts. 
1) [P. 27] Der Papst als wilder Mann mit Eselsohren und der 
dreifachen Krone auf dem Haupte. Aus seinem Munde geht ein Qualm 
hervor, in welchem Kröten, Schlangen, ein Scorpion und allerlei Un- 
geziefeer schweben. In dcr rechten Hand trägt die geflügelte Figur einen 
blätterloseu Baum, und in der Linken einen zerbrochenen Schlüsse], 
Gesicht, Hände und Knie sind nackt, und ganz behaart. Der lange 
Schwanz zieht sich zwischen den Beinen durch. Rechts gegen unten 
ist eine zweite geiiügelte Satansiigur mit Löwenmähne und Krallen, 
und einem Oardinalshut um den Hals des phantastisch gebildeten Kopfes, 
aus dessen Schnabel ein Bischof hervorkommt. Dieses Scheusal sitzt 
auf einer Tafel, auf welche der Unrath herabfällt. Beide Figuren 
schweben über dem brennenden Höllenpfuhl. in welchem Verdammte 
zu sehen sind. Links oben steht auf einer Tafel: 
Alazander Herschaft ist mm got 
Zur half dem Menschen in der not 
Unter der achtzeiligen Inschrift steht: 
1545. 
MART. LVTHER. D. 
Rechts gegen unten ist eine zweite Tafel mit der Schrift: 
Hebt. evch. got. cndt. menschen. ferrn. 
ich. ondt. leoffel. findt. die. hern. 
Oben in der Mitte steht das Monogramm M L, welches dem zwei- 
ten Zeichen gleicht. H. 8 Z. 7 L. Br. 7 Z. 3 L. 
Dieses fein behandelte Blatt scheint uns für M. Lorch zweifelhaft 
zu seyn. Man kann annehmen, dass es 1545 erschienen ist, weil sich 
Luther unter diesem Jahre nennt. M. Lorch war damals kaum 18 Jahre
        

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