Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1585585
496 
MAP. 
1596- 
4599. 
Malern aus jener Zeit ist nur einer bekannt, auf welchen das Zeichen 
gedeutet werden könnte, nämlich Anton Pauzon oder Ponzon. Er malte 
für Kirchen und Klöster religiöse Darstellungen, und starb bejahrt 1602. 
1596. Magdalena van Passe soll durch dieses Zeichen aufliiupfer- 
stichen ihren Namen angedeutet haben, wie Christ, Huber- 
und Gandellini behaupten. Die beiden letztgenannten Schrift- 
steller basircn wohl nur auf der Angabe von Christ, dieser 
ist aber nicht ins Klare gekommen. Das Monogramm der 
M. van Passe besteht aus MP V, wie es Christ daneben gibt. Das 
obige Zeichen scheint er dem Peter Myricinus zuschreiben zu wollen, 
das Monogramm desselben ist aber anders geformt. Man wird daher 
dieses Zeichen streichen müssen, da es weder der M. van Passe, noch 
dem P. a Merica angehört. Christ hatte vielleicht auch den folgenden 
Meister im Sinne. 
1597. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1577-1586 thatig 
l) war, und ohne Grund Martin Pochm und Peter Maes genannt 
fiÄ wurde. Er bediente sich gewöhnlich eines aus MP bestehen- 
den Monogramms, und daher gehen wir unter diesem Zeichen naher 
auf ihn ein. 
1598. Anthonie de Waard oder Waerd, Bildniss-, Historien- 
und Landschaftsmaler, geb. im Haag 1689, war Schüler 
 von Simon van der Does, und lebte einige Zeit in Paris 
Er malte Bilder in Oel, und dann auch Tapeten. Auf 
Bildnissen und anderen Gemälden kommt das Monogramm vor. Seine 
Wassermalereien, und dann die Supraporten kamen von-Ort und Stelle, 
und gingen grösstentheils zu Grunde. 
1599. Meister Antal; Pilgräm]; ärchitektbdis St. Stepllälllä-Domeg 
in ien, un i lauer, e anptet im üustler- 
M- A- P' VL Lexicon einen auf die neueren Forschungen über 
den Dom basirten Artikel, und wir verweisen auf diesen. Hier handelt, 
es sich nur um das Bildniss des Künstlers, welches am Fusse des 
Orgelchores im Stephans-Dome eingemeisselt ist. Er sieht in hoch 
erhobenem Brustbild aus einer fensterähnlichen Oeffnung heraus mit 
Zirkel und Winkelmaass in den Händen. Der Meister tragt den Orgel- 
chor gleichsam auf dem Rücken, du er den Riss dazu gefertigt hat, 
Unten am Fusse sind die später erneuerten Buchstaben M. A. P. Auch 
das Zeichen oder die Zahl VI. ist beigefügt. Man schreibt dem Pilgram 
auch die herrliche Kanzel des Domes zu. Unter der Treppe ist eben- 
falls das Bildniss des Künstlers eingehauen, doch kleiner und in ver- 
änderter Stellung, man erkennt aber die Züge des Mannes am Fusse 
des Orgelchores. Ueber dem Brustbilde sind dieselben Buchstaben 
eingemeisselt. Auch das Monogramm oder die Ziffer VI. ist beige- 
fügt, und wir dürfen wohl eher eine Jahrzahl vermuthen, nämlich 
MCCCCVI. Ogesser lässt indessen in seiner Beschreibung des Domes 
denAnton Pilgram um 1313 als Baumeister auftreten, und 1356 den 
Orgelchor und die Kanzel durch ihn bauen; allein spätere, im Lexicon 
genannte Schriftsteller lassen den A. Pilgram 1407-1433 die Kanzel, 
den Orgelfuss und den Thurm vollenden. Baron v. Hormayr gibt in 
seiner Geschichte von Wien ein Urkundenbuch, in welchem Pilgram 
beim Jahre 1459 als Verfertiger des Prcdigtstuhles und des Orgelfusses 
genannt ist, ohne Erwähnung des Thurmes. Das Bildniss am Fusse 
des Orgelchores ist jenes eines alten Mannes, und wenn die Ziffer VI. 
die Jahrzahl 1406 andeutet, allenfalls die Zeit der Vollendung des 
Chores und der Kanzel, so kann Pilgram 1459 nicht mehr gelebt haben.
        

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