Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1585553
MAI 
MAIR. 
1584- 
4586. 
493 
1584. Unbekannter Formschneider, welcher um 1615 in Deutsch- 
ß land gelebt haben soll. So behauptet Heller, ohne irgend ein 
Blatt mit diesem Zeichen anzugeben. 
1585-  Antony Jacobus Offermans, Landschafts- und Thiermalcr, 
geb. zu Rotterdam 1796, war Schüler von Dionys van Llongen, 
nahm aber die grossen holländischen Meister des 17. Jahr- 
hunderts zum Vorbilde, und brachte es durch eifriges Studium 
der Natur zu einer achtenswerthen Höhe der Kunst. Seine 
Landschaften mit Hausthieren gingen in verschiedenen Besitz über, 
und es werden deren auch in ödentlichen Sammlungen aufbewahrt. 
Immerzeel gibt das Monogramm des Meisters, und es wird wohl auf 
Gemälden vorkommen. 
J. Bemme A. Z. ätzte nach Offermans Zeichnungen drei Blätter 
mit Kuhköpfen, qu. 4. Er selbst hat Thierstudien, Ansichten des 
Schlosses Brederode, und von Baulichkeiten in Scheveningen auf Stein 
gezeichnet. Oifermans ist Mitglied der k. Akademie in Amsterdam. 
Auch Schüler hat er gebildet. 
1586. Mair von Landshut, mit seinem Vornamen Nickel (Nikolaus) 
Alexander, ist im ersten Bande N0. 987 
 F   eingeführt, und wir verweisen auf jenen 
Artikel, wo Alles zusammengestellt ist, 
was sich mit Sicherheit und hoher Wahrscheinlichkeit über diesen 
Meister sagen lässt. Bartsch VI. p. 362 citirt nur den handschrift- 
lichen Catalog des Paul Behaim von 1618, in welchem der Künstler 
N. Mair von Landshut genannt wird, sei es, dass dem Behaim der 
Taufname unbekannt war, oder dass er den Namen Nikolaus nicht 
ausgeschrieben fand. Dass der Künstler aus Landshut in Niederbayern 
und nicht aus jenem in Mahren stumme, ist als sicher anzunehmen, 
und wird auch von Passavant II. p. 156 nicht widersprochen. Die von 
Bartsch erwähnten Kupferstiche dieses Meisters haben wir im Künstler- 
Lexicon beschrieben, Passavant fügt aber noch sechs andere Stiche 
hinzu, und wir completiren daher das Verzeichniss. Zu bemerken ist 
noch, dass Mair seine Kupferstiche sehr zart in Farben übergangen 
habe, so dass sie das Ansehen von Abdrücken in Hclldunkel haben. 
Er wollte damit wohl die Zeichnungen nachahmen, welche er zum 
Stiche in ähnlicher Weise gefertigt hatte. Solche Abdrücke haben 
einen bräunlichen oder graugrünen Ton, und sind mit Weiss gehöht. 
Der Künstler bediente sich zum Drucke eines Naturpapiers. Diess ist 
auch mit einem Holzschnitt der Fall, welcher das sogenannte gothische 
Haus, B. N0. 13, vorstellt, mit dem Namen des Hans Wurm von Lands- 
hut, wie wir III. N0. 1693 berichtet haben. Das Exemplar, welches 
R. Weigel im Kunstkatalog N0. 9453 beschreibt, ist auf braunes Papier 
gedruckt und mit Weiss gehöht, so dass man es für ein Clair-obscur 
halten könnte. Die Landshuter Meister Mair und Wurm waren also 
an der Schwelle der Erfindung des Verfahrens in Helldunkel, doch 
fehlte ihnen noch die Farbenplatte. Die Original-Kupferplatte mit 
dieser Darstellung scheint nur wenig Abdrücke gegeben zu haben, da 
die alten fein gestochenen Exemplare ausserst selten sind. Man üudet 
aber öfter Abdrücke von der steifen Copie, welche ebenfalls den Namen 
trägt, aber schon von Bartsch für zweifelhaft erklärt wurde. Die Frau, 
welche unter der Thüre den Mann empfängt, ist nicht so graziös in 
der Bewegung, wie im Originale, und den Köpfen fehlt der charakte- 
ristische Ausdruck desselben. In der Albertinfschen Sammlung zu Wien 
ist ein Original-Abdruck. Die Copie stammt wahrscheinlich aus dem 
16. Jahrhundert.
        

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