Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1585064
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LVB-LVC. 
1405-1407. 
1405. Ludwig van Boghem, Architekt von Gent, gehört zu den- 
jenigen Künstlern, von deren Existenz die 
 holländischen Schriftsteller keine Kunde 
haben. Er fertigte Zeichnungen zu einem 
Horarium, welches 1535 gedruckt wurde. 
Der Künstler fügte die Buchstaben L VB bei, wie wir durch gefällige 
Mittheilung des Herrn E. Harzen wissen. Das Buch ist uns nicht 
vorgekommen. 
1406- Lucas Cranach, Maler, Kupferstecher und Formschneider, 
C ist schon unter dem Monogramrxi CL II. N0. 310 und auch 
LV unter den Initialen L C eingeführt, und wir haben daher 
bereits ausführlich über ihn gehandelt. Die gegebenen Buchstaben 
kommen auf einem Holzschnitte vor, welcher Christus bei der Sama. 
riterin am Brunnen vorstellt. Letzterer steht in der Mitte, und auf 
dem von zwei steinernen Pfeilern getragenen Daehe bemerkt man die 
sächsischen Wappenschilde, wie sie Crauach öfter beifügte. Christus 
lehnt sich links auf den Rand des runden Brunnens, und gegenüber 
ist das Weib im Begriffe, den Wassereimer in das stehende Gefäss zu 
leeren. Links in der erhöhten Landschaft bemerkt man die Jünger 
im Wäldchen, und rechts erhebt sich eine Burg. An der Brunnen- 
mauer stehen die Buchstaben L VC, als Abkürzung des Namens Lucas. 
Man könnte auch Lucas Von Cranach lesen, das von aber nicht als 
Adelsprädikat nehmen, H. 8 Z. 6 L. Br. 5 Z. 10 L. 
Dieses schöne Blatt beschreibt Bartsch N0. 22, und Heller N0. 22  
Schuchardt bringt es unter N0. 32, seine Beschreibung könnte aber 
beirren, indem er sagt, dass Christus auf dem Rande des Brunnens 
sitze. Der Heiland steht mit überschlagenem Beine auf dem steini- 
gen Boden. 
Man findet alte Abdrücke mit folgenden Versen im Rande: 
De colloquio Christi e: Mulieris Samaritanae Joannis 4. 
Conjuge dum Christus pem a Salmaritida potum 
 Alloquio miiscens dulcia oerba suo, Testatur 0er? 8c. 
 L. C. 
Es existirt auch eine Copie von 1553, welche auf der Rückseite 
das Bildniss des Hamburger Theologen Johannes Aepin Heller, und 
diese Handschrift hat. Heller glaubt desswegen, dass die Original- 
platte benützt wurde. 
Eine neue meisterhafte Copie ist jene in R. WeigePs Holzschnitte 
berühmter Meister qc. I. Heft. Weigel erklärt das Blatt für Cranachs 
Originalschnitt, und er wird sicher nicht irren. 
I4Ü7. Unbekannter Zeichner oder Maler, welcher bisher mit 
Lucas Cranach verwechselt wurde. Man kann ihn höchstens 
 der Schule des jüngeren Cranach beizählen, indem die Com- 
position des Holzschnittes mit L VC dem L. Cranach sen. nicht zuge- 
schrieben werden kann. Dieses Blatt stellt die Anbetung der Hirten 
vor in einer iigurenreichen Composition. Im Vorgrunde etwas gegen 
links liegt das Jesuskind auf einem Kerbe, und mehrere Engel beten 
es an. Links kniet Maria mit gefalteten Händen, und hinter ihr steht 
Joseph mit Stock und Laterne. Neben ihm liegen die Thiere, rechts 
knieen drei Hirten, zwei andere stehen hinter ihnen, und ein sechster 
kommt mit seinem Hunde durch das links im Grunde sich erhebende 
rninöse Gebäude. Rechts bemerkt man mehrere Männer und Weiber, 
und in der Ferne ein Thor, welches zur Strasse führt. H. 12 Z. 
Br. 16 Z. 3 L.
        

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