Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1584555
1197. 
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werden, qu. fol. Das Blatt mit der zweiten Inschrift enthält eine reiche 
Composition von Hieronymus Bos (Acken oder Aecken). Christus 
schleppt das Kreuz in Begleitung einer Menge von Figuren. Rechts 
unten steht: Hieran Bos invent. L. Lomb. restituil, in der Mitte: 
Theodor Galle excud. H. H Z. 5 und 7 L. Schriftrand. Br. 15 Z. 
4 L. Dieses Blatt hat wahrscheinlich Th. Galle gestochen. und Lom- 
bardus hat daher wohl nur das Gemälde, oder eine alte Zeichnung zum 
Stiche hergestellt. Von einer ausgearbeiteten Platte kann keine Rede 
seyn. Lombard war nicht Kupferstecher, sondern sein Schwager Lam- 
bert Suavius, von welchem aber der Stich nicht herrühren kann. 
1197. Lukas Meyer oder Meier, Formschneider in Nürnberg, 
M N m kam mit Jobst Amman in Berührung, und man 
, , kann ihn zu den Schülerin desselben zählen. Seinen 
ü?" Namen hat J. A. Börner aus J. Hellerls Nachrichten 
über die fürstlichen Hofbuchdrucker in Bamberg 
ermittelt. Nach einer Rechnung des Bnchdruckers Johann Wagner er- 
hielt Jobst Amman als Reisser die Summe von 23 ü. 3 Pfd. 18 dl. für 
die Zeichnung der ilVappen zum neuen Kalender auf das Jahr 1575, 
musste aber mit dem FOYIIISClIHBlClGP Lukas Meier (lilayr, Meyer) zu 
Nürnberg theilen. Dieser Mayer hatte also die Stöcke geschnitten. 
Er wurde aber auch noch später mit Arbeiten betraut. Als Wagner 
1586 die neue Ausgabe der bambergisohen peinlichen Halsgerichtsord- 
nung besorgte, zu deren Ausstattung die Platten der ersten Ausgabe 
von 1507 wieder benutzt wurden, schnitt Mayerdas bischöfliche Wappen 
und das jüngste Gericht dafür in Holz, und erhielt für die Stöcke 
25 Gulden. Das L M gezeichnete Wappen des Bischofs Ernst von 
Mengerstlori" mit der Jahrzahl 1586 ist in der ovalförmigen Oeffnung 
einer verzierten Einfassung angebracht, und acht andere Wappen um- 
geben es. H. ä Z. 3 L. Br. 6 Z. 4 L. In einer Rechnung von 158i 
handelt es sich ebenfalls um Wappen und andere unbenannte Stöcke. 
Mayer erhielt 24 Gulden, und 1603 bezahlte ihm Wagnerls Nachfolger, 
Anton Horitz für die grosse Stiftlehentafel und 325 Stöcke die Summe 
von ungefähr 200 Gulden. 
Da also L. Mayer, mit dessen Namen auch Hiegende Blätter vor- 
kommen, einer jener Holzschneider war, deren sich Jobst Amman be- 
diente, so unterliegt es wohl keinem Zweifel, dass die Holzschnitte mit 
den gegebenen Zeichen von ihm herrühren, indem sie nach Zeichnungen 
des J. Amman gefertigt sind. C. G. Schmicdel, der Herausgeber der 
neuen Ausgabe von C. Gesnem" opera botcmica. Norimbergae 1574. 
gibt Auskunft über die Künstler, welche Holzstöcke geliefert hatten, 
und nennt auch einen L. Meier von Nürnberg. Der Gesneüsche Nach- 
lass kam in die Hände des Joachim Camerarins und dieser benutzte 
alle Stöcke zum Kräuterbuche des Dr. P. A. hlathioli in neuer Aus- 
gabe von 1586. An dieser Ausgabe haben J. Amman und L. Mayer 
Theil. Der Monogrammist LM schnitt auch Stöcke zu J. Ammann's 
Künstliche und wolgerissene Figuren der fürnembsten Evangelien etc. 
Frankfurt am Mayn 1579, 1587, 4. Es hat aber nur Ein Blatt das 
Zeichen, jenes mit dem Richter auf dem Throne. Andere Blätter dieses 
Meisters findet man in Dr. M. Lutlierls Bibel, welche 1584 bei Hans 
Krailtls Erben erschien. Das Zeichen mit dem Messerchen steht auf dem 
Blatte mit Simson und der Unterschrift: Simson erwüryel mehr Feind 
in seine-m Tode etc. Auch für J. Ammams Ifunst- und I-Chrbüßhlein. 
Frankfurt 158!) ff, arbeitete L. hlayr. Es kommt aber nur ein Blau, 
mit dem zweiten Zeichen vor, und ein anderes, auf welchem das M0- 
nogramm aus LllIF besteht. C. Becker gibt in seiner Monographie
        

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