Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1584508
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1175. 
eine Menge von emaillirten Medaillons eingesetzt, welche aber alle 
zu Grunde gingen. Viele dürften von L. Limosin gewesen seyn. Der 
Künstler arbeitete eine Reihe von Jahren, da. er erst 1575 starb. An 
den Werken von 1573-1574 bemerkt man aber bereits die Schwäche 
der Hand. Die Farben sind blass, und der künstlerische Funke er- 
loschen. Es sind aber noch so viele Meisterwerke vorhanden, dass 
dem Künstler bei der Dauerhaftigkeit des Materials für ewige Zeiten 
der Ruhm gesichert ist. Auf der Höhe seiner Kunst stand er um 1553. 
Graf Leon de Laborde, Notice des Emauw. Paris 1852, p. 165 E, 
geht ausführlich auf das Verdienst dieses Meisters ein, und gibt auch 
ein Verzeichniss der Werke desselben. Viele sind im französischen 
Museum, und auch eine bedeutende Anzahl von Bildern in Privat- 
Sammlungen. 
L. Lirnosin bezeichnete fast alle seine Emailen, theils mit dem 
Namen, theils mit den Initialen desselben. Die Buchstaben LL sind 
zuweilen durch eine Lilie getrennt, oder er setzte eine Krone darüber. 
Nur selten steht Leonard L auf den Emailen. Der Beisatz M. F, heiggt 
wohl Mann Fecit. Auch fügte er die Jahrzabl bei, und wenn er nach 
eigener Oomposition malte, schrieb er: Leonardus Lemovicus inventor. 
Seinen Titel lesen wir auf der berühmten Votivtafel aus der Sainte- 
Chapelle im französischen Museum: Leonard Limosin Esmailleur E! 
Peinclre Ordinayre De La Chambre De Boy. Ueberdiess ist das 
Werk in goldenen Buchstaben mit LL 1553 bezeichnet. Dieses Altär- 
chen besteht aus 23 Eniailbildern in Farben und mit Gold gehöht, 
Sie sind durch goldene Fäden verbunden, welche zugleich die Ein. 
fassungen bilden. Im grossen Ovale in der Mitte ist der Calvarien- 
berg dargestellt, und an dieses schliessen sich Darstellungen aus der 
Leidensgeschichte. Dann sind vier Engel mit Passionswerkzeugen, die 
Evangelisten und Apostel, der König Franz I. und die Königin Eleonore 
von Oesterreich, das französische Wappen, die Devise des Königs, die 
Initialen des königlichen Namens mit dem Salamander dargestellt. Bei 
der Herrichtung der Sainte-Chapelle für das Depot rPArchives brachte 
A. Lenoir den Altar in das Musee de Petits-Augustins, und 1816 
wurde er im Louvre aufgestellt. Im Louvre ist auch noch ein zweites 
Werk dieser Art, wo im mittleren grossen länglichen Oval Christus 
am Oelberg zu sehen ist. Die Portraitfiguren sind jene des Königs 
Heinrich II. und der Catharina de Medicis. In einem Cartouche steht: 
Leonard Limosin Peintre De Boys 1552, und an der Lambris sieht 
man die Initialen LL 1558. Genau beschrieben sind diese Capital- 
werke des Meisters von Mr. L. de Laborde. Doch auch noch mehrere 
andere Bilder sind von grossem Interesse, darunter die Portraite von 
hohen Personen, welche er für Franz I. und Heinrich II. gemalt hatte. 
Ein Meisterstück ist jenes der Diana von Poitiers, eines nackten Weibes, 
welches sich auf dem Rasen ausstreckt, in der Collection du Louvre 
N0. 242. Ebenfalls nackt kommt sie in einem Göttermahle von 1553 
vor, wozu RafaePs Composition diente, nur dass Limosin die Götter 
in Personen des Hofes verwandelte. Dieses Email besitzt Andrew 
Fountaine in Norfolkshire. Einige der von Limosin gemalten Por. 
traite sind von bedeutender Grösse. Die Werke dieses Meisters sind 
ausserordentlich zahlreich, da er sehr schnell arbeitete. Die oben er- 
wähnten Altarchen der hl. Capelle malte er in einem Jahre. Mr. L. 
de Laborde nimmt an, dass Limosin circa 1840 Bilder hinterlassen habe. 
Leonard Limosin hat aber nicht allein emaillirt, sondern auch in 
Kupfer gestochen. Diese Blätter, welche zu den ausgezeichneten Selten. 
heiten gehören, rühren von 1544 her, und er scheint damit den Anfang
        

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