Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1584484
386 
1174. 
und somit können wir als Geburtsjahr 1506 annehmen. Das Todesjahr 
des Künstlers ist nicht so bestimmt festgesetzt. Nach seinem von 
Theodor Galle gestochenen Bildnisse starb er um 1560, wir müssen 
uns aber eher an Hubert Goltzius, den Schüler des Loinbardus, halten, 
welcher 1565 von dem Ableben des Meisters schweigt, nämlich in; 
Lamberti Lombardi apud Eburones pictoris celeberrimi vita. Brugis, 
ea: officina H. Goltzii 1565, 8. Th. Galle hatte dieses jetzt sehr 
seltene Buch sicher nicht gekannt, und wir müssen daher annehmen, 
dass der Künstler noch 1565 gelebt habe. 
Die Gemälde des L. Lombardus sind selten. König Wilhelm II, 
von Holland besass drei allegorische Bilder von ihm, welche 1860 bei 
der Auktion im Haag in den Handel übergingen. Die Hauptwerke, 
welche der Ohurfürst Maximilian Heinrich von Cöln, dann Bischof Vgn 
Hildesheim und Lüttich, erworben hatte, gingen 1703 bei der Be- 
lagerung von Bonn durch Menno Coehoorn in Flammen auf. In den 
Museen zu Antwerpen, Wien, München und Berlin gehen Gemälde 
unter dem Namen L. Susterman, und man hält Lombarri für einen 
Beinamen. Die nach L. Lombardus gestochenen Blätter sind ziemlich 
zahlreich, und die meisten von der Hand des Lambert Suavius. Die 
gegebenen Monogramme findet man auf Zeichnungen in der Sammlung 
des Herzogs von Aremberg in Brüssel. Sie sind mit der Feder und 
mit Röthel ausgeführt. Auf etlichen Kupferstichen nach L. Lombardug 
steht LL INV. Darunter ist eine Folge der Apostel, deren man dem 
Lombardns selbst zuschreiben wollte. Das Blatt mit_St.. Matthäus ist 
L L gezeichnet, die Sylbe INV. deutet aber nur auf die Composition 
LombarcPs. Im Verlage des Hieronymus Cock erschien eine Folge von 
Blättern, welche unter weiblichen Standbildern die Tugenden vorstellen: 
Cock ewcud. 1557. Auf dem Blatte mit der Inschrift Cognitio steht 
L'L INV. Diese Folge ist von J. Collaert gestochen, 12. 
Eine neuere Monographie über diesen Meister erschien unter dem 
Titel: Etude sur Lambert Lomba-rd, Peintre Liägois 1506-1566, 
Par M. F. C. Liege 1858, 8. 
1174. Ludwig Löffler, Zeichner und Maler in Berlin, einer der 
geistreichsten Künstler unserer Zeit, erscheint hier mit einem 
 Monogramme, welches auf Zeichnungen und Holzschnitten 
 vorkommt, und theils mit den Cursiven L L wechselt. Wir 
finden es auf zahlreichen Holzschnitten in den Jahrgängen der Leip. 
ziger illustrirten Zeitung von 1846 an, und in anderen Werken mit 
Illustrationen. Löffler oifenbarte schon früh eine eigenthümliche Fer. 
tigkeit in der Darstellung von Charakter-Schilderungen. Diese Scenen 
sind voll Leben und dem Zweck entsprechend durchgeführt, so wie es 
nur wenigen Künstlern gegeben ist. In seiner früheren Zeit folgte er 
aber der historischen Richtunggloch mit jener Freiheit, welche nach 
Erfassung des Lebens strebt, ohne sich um den herkömmlichen hohen 
Styl zu bekümmern. Auf der Berliner Kunstausstellnng 1840 sah man 
ein Gemälde, welches den Kaiser Friedrich II. 1Il Neapel auf dem 
Krankenluger vorstellt, wie er seinem Arzte das ihm von demselben 
auf Geheiss des Kanzlers Peter von Vinea. dargereichte Gift selbst zu 
trinken befiehlt. Eine F arbenskizze schildert Christian II. von Däne- 
mark und das Täubchen von Amsterdam. Zur Ausstellung von 1844 
brachte er eine Episode aus dem Leben des Königs Carl IX. von 
Frankreich, wie er am 24. August 1572 mit seiner Jagd-Arkebuse 
vom Fenster aus nach Hugenotten scbiesst, und unaufhörlich ruft; 
Tun! Tuez! An diese Gemälde reihen sich noch andere,_und nament- 
lich gross ist die Zahl seiner Zeichnungen. Dem historischen Genre
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.