Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1583584
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980. 
Kurisser gefertigt haben. Es ist auffallend, dass L. Oranach nicht ge- 
nannt wird, wenn er wirklich eine neue Art des Druckes in Gold und 
Silber erfunden hat. Diese Erfindung war sicher nur von vorüber- 
gehender Bedeutung, da man bisher keine Probe auffinden konnte. 
Sie wäre aber von Belang gewesen, wenn allenfalls sogenannte Hell- 
dunkel mit einer dritten Platte in Gold oder Silber überdruckt worden 
wären. 
Ueber die Monogramme und Initialen, welche auf den verschiedenen 
Werken des L. Cranach vorkommen, haben wir schon II. N0. 310 und 
339 gehandelt, es ist aber auch angedeutet, dass man die Gemälde, 
Zeichnungen und Holzschnitte des jüngeren Lucas Cranach unterscheiden 
müsse, da er sich desselben Zeichens bediente, auch der Schlange, 
deren Flügel aber nicht aufwärts stehen, sondern geneigt sind. In- 
dessen ist man über die Leistungen des jüngeren Cranach noch viel 
mehr im Unklaren, als über die seines Vaters, wie Schuchardt be- 
merkt. Der Sohn war ein treiflicher Colorist, und überhaupt ein vor- 
züglicher Künstler, der sich aber nicht über das Porträt erheben konnte, 
wesshalb alle Figuren auf seinen historischen Bildern nur Portraits sind. 
Schuchardt I. S. 243 zählt aber den Prediger Johannes im Museum 
zu Braunschweig, das Abendmahl in der Kirche zu Dessau, einige Por- 
traits im historischen Museum zu Dresden, die Portraits auf den Flü- 
geln des Altarwcrkes in Weimar in vieler Beziehung zu dem Treif- 
lichsten, was in jener Zeit geleistet worden. Man erhält dadurch einen 
würdigen Begriii" von seiner Kunst, und wird ihm nicht alles zuschreiben 
wollen, was man für den Vater, oder überhaupt zu gering findet. Dass 
aber Granach der Jüngere ebenso wie sein Vater sich fremder Hülfe 
bediente, und dass er es dabei nicht immer sehr genau scheint ge. 
nommen zu haben, geht aus mehreren Bildern hervor, die nachweislich 
aus seinem Atelier stammen. Der jüngere Cranach scheint aber nicht 
wie der Vater bis ans Ende des Lebens die volle Kraft behalten zu 
haben; seine späteren Werke werden immer schwacher, und zuletzt 
schwachlich. Dazu gehört nun der Blick eines Kenner-s. Manchmal 
kommt auch das Datum zu Hülfe, nämlich bei Bildern nach 1553. Der 
ältere Cranach starb in diesem Jahre, 81 Jahre alt. Der Sohn wurde 
1515 geboren, und kann also schon gegen 1540 eine gewisse Meister- 
schaft erlangt haben. Er starb 1586. 
Das Monogramm, die Schlange und die Initialen kommen aber nicht 
allein auf Gemälden und Zeichnungen, sondern -auch auf Kupferstichen 
und Holzschnitten vor. An den letzteren hat auch der jüngere Cranach 
Theil; Bartsch und Heller scheiden aber nicht kritisch aus, so dass 
Schuchardt in dieser Hinsicht den Anforderungen mehr genügt. aber 
ohne ein vollständiges Verzeichniss der Holzschnitte geliefert zu haben, 
Er behält sich vor, das Leben des jüngeren Cranach besonders zu be- 
schreiben, wozu er aber noch nicht gekommen ist Hinsichtlich seines 
treitlichen Werkes über den älteren L. Cranach ünden wir es nicht 
gerade nothwendig, auf F. Kuglews Kritik im deutschen Kunstblatt 
1852 N0. 6-8 hinzuweisen, obgleich der genannte Schriftsteller mit 
dem Einen nicht einverstanden ist, und des Andern vermisst. Kugler 
will S. 67 mit einem gewissen Aniiug von Ironie namentlich nicht zu- 
geben, dass L. Cranach selbst in Holz geschnitten habe, und hebt es 
mit Anführungszeichen hervor. wenn Schuchardt sagt: dass derjenige 
keinen grossen Anspruch auf Kunstkennerschaft machen dürfte, der es 
für wahrscheinlich hält, dass ein handwerksmassiger, wenn auch vor- 
züglich geübter Holzschneider diese Blätter  nämlich einige der vor- 
züglichsten  habe schneiden können. Kugler gehört nicht zu den- 
jenigen, welche im Kampfe für die Eigenhändigkeit der Malerformschnitte
        

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