Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1583545
292 
LBR. 
975. 
Werk befinde. Der Künstler war damals 60 Jahre alt. Sein Todesjahr 
ist unbekannt. Anton van der Does hat sein Bildniss gestochen, wahr- 
scheinlich nach dem eigenhändigen Gemälde, welches 1773 aus der 
Sammlung des van der Mark in Leyden verkauft wurde. Auch bei 
Houbracken kommt es vor. 
Dieser Artikel ersetzt jenen im Künstler-Lexioon. Wir gehen aber 
noch auf die Radirungen des Meisters ein.  
i) Der Lautenspieler und die Frau an der Toilette. Letztere sitzt 
rechts vor dem Tische dem Beschauer halb den Rücken kehrend. Sie 
blickt in einen an die metallene Vase gelehnten Spiegel, und schlingt 
um den Pelzkragen eine goldene Kette. Auf der anderen Seite des 
mit einem Teppich bedeckten Tisches ist ein viereckiges Gefäss halb 
umgestürzt, so dass ihm Münzen entfallen. Zwei andere Pokale oder 
Vasen sind ebenfalls umgelegt, und reichen theils in jenes Gefäss und 
über die Münzen hin. Neben dem Spiegel liegt das mit reichen Spitzen 
versehene Taschentuch der Dame, und über den Tisch herab reicht 
eine Kette mit Gnadenpfennig. Auf dem Fussboden um die Frau 
herum liegen Brustharnische und Schienen. Gegenüber auf dem kleineren 
bedeckten Tische liegt eine Laute und eine Flöte auf Noten, eine 
Bassgeige und eine andere Laute lehnen daran, gegen den Tisch mit 
dem Griffe nach unten eine Violine, und auf dem Boden liegt quer 
vor jenem Instrumente eine andere Geige auf dem Boden. An der 
Wandseite ganz gegen den Beschauer gekehrt steht ein Junger _Mann 
im Mantel mit breitkrämpigem Hute, welcher seinen Gesang mit der 
Laute begleitet. Links unten auf dem Fussboden steht der_Name des 
Malers. H. 10 Z. 9 L. Br. 8 Z. 10 L. 
Dieses seltene Blatt ist in Rembrandüs Weise radirt, und sicher 
von Bramer selbst. Früher schrieb man es dem Th. Wyck zu. Wir 
finden indessen ein ungleiche Massangabe, einmal 11 Z. 7 L. Höhe, 
und 8 Z. 11 L. Breite. Diess kommt wohl nur von dem ungleichen 
Massstabe, oder dass der Plattenrand dazu gerechnet ist oder nicht. 
Wir geben das Mass des Bildes. 
2) Ein Stillleben. Rechts des Blattes ist eine Bank oder ein 
Tisch, auf welcher ein offener Koffer steht, aus welchem ein Weiber- 
rock heraushängt. Hinter dem Tische stehen zwei grosse Bücher, links 
bemerkt man einige Weinkrüge, eine Lampe, eine Urkunde mit angei 
hängten Siegeln und eine Spielkarte. 1m Hintergrunde an der Mauer ist 
eine Zeichnung befestigt, worauf man die Figur eines Mannes bemerkt. 
Links oben steht: Matham ezc. H. 4 Z. 10 L. Br. 6 Z. 9 L. 
Dieses seltene Blatt ist- frei und mit breiter Nadel radirt, man 
bemerkt aber hie und da durchgefressene Stellen. Im Catalog Rigal 
wird es dem Th. Wyck zugeschrieben, die Composition spricht aber 
für L. Bremer, und auch die Radirung ist von dem Verfertiger des 
obigen Blattes. 
Die späteren Abdrücke zeigen Grabstichelretonchen. Dadurch 
wurde die Harmonie gestört, wesshalb derartige Abdrücke an den 
forcirten Schatten leicht zu erkennen sind. 
3) Nicodemus bei Christus zur Nachtszeit, fol. Von R. Weigel er- 
wähnt, und auf 18 Thlr. gewerthet. 
4) Der Täufer Johannes. In einem Cataloge von L. Bermann I. 
N0. 534 erwähnt. 
5) Ein sitzender Bischof, welcher das Volk segnet, kl. fol. Wird 
im Frauenhowschexl Cataloge 1797 dem Bramer zugewhrieben.
        

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