Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1583420
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943. 
der Rechten segnet Rechts oben knieen Heilige in Wolken, mit David 
an der Spitze. In der rechten Randleiste ist ein Rnndgebäude mit 
Säulen, durch deren Oeifnungen man die an der Tafel versammelten 
Personen beiderlei Geschlechts sieht. Tiefer steht der Brunnen mit 
rundem Becken, und links von diesem pfeifen Musikanten. Vor dem 
Brunnen sitzt ein Paar in Liebesnöthen, und eine stehende Dame mit 
dem Schleppe scheint die Regung der Eifersucht zu spüren. Ueber die 
Spitze des Pavillon hinaus reitet ein Mann dem Walde zu. Die im 
Schiff des Heils von 151.2 erwähnte Figur des Dr. J. von Eck kann 
sich jeder selbst deuten. Alle Bilder sind aus Einem Stecke gearbeitet, 
und fein durchgeführt. In der Mitte ist der Raum für den Titel offen. 
H. 9 Z. 1 L. B116 Z. Die Zeichnung zu dieser schönen Titelein- 
fassnng könnte nach R. Weigel der Maler Hans Bnrgkrnair gefertigt 
haben. Der Schnitt erinnert ihn an Hans Frank, genannt Lützelbnrger, 
so dass der Stock in Basel geschnitten werden wäre. Im rothen Buche 
der Zunft zum Himmel daselbst tritt 1508 ein Maler Hans Frank als 
Meister auf, doch nicht mit dem Beinamen Lützelburger. Die Titel- 
einfassung hat aber nur oberfiächliche Aehnlichkeit mit Titelholzschnitten, 
welchel F gezeichnet sind, und mit Recht dem Hans Frank zugeschrieben 
werden. Ob ihm das Zeichen auf dem erwähnten Titelholzschnitte an- 
gehöre, wagen wir nicht zu entscheiden. Auch ist es noch nicht aus- 
gemacht, dass Lützelbtirger mit Hans Frank Eine Person sei. 
Der Stock zur erwähnten Titelbordüre gelangte später in den Be- 
sitz der Buchhändler Jörg Krapff und Jakob Vogker in Ingolstadt. Sie 
benutzten ihn zum Titel folgenden Werkes: Christenlliclte ausslegung 
der Eeangelienn 1201m der Zeit, durch. das gantz Jar   Durch 
Johan von Eck Doctor vnd Vice Cancelhfer der Vnieersilät zu In- 
goldstat  Gedruckt zu Ingelstat M. D. XXX. ff. fol. Im ersten und 
zweiten Theil ist der Stock noch sehr gut, im dritten Theil geht 
aber durch den heichtenden Mann bereits ein Sprung. Der vierte und 
der fünfte Theil haben andere Bordüren. In den früheren Theilen des 
Werkes sind noch mehrere andere Holzschnitte, welche an Schänifelin 
und Burgkmair erinnern. Nur ein einziges Blatt trägt das Zeichen von 
Martin Ostendorfer.  
943. Lanzelot Blondeel geb. zu Brügge 1495, war in seiner 
133g Jugend Maurer, und daher fügte er auch seinen Gemälden 
.4 die Maurerkellc bei. G. van Mander nennt ihn einen guten 
Q Maler der alten Schule und einen Baukundigen. Lanzelot 
ä brachte nämlich in seinen Gründen Architektur, und beson- 
ders Rninen an. Dann geiiel er sich in reichen Ornamenten, welche 
in Gold aufgetragen sind, oder Marmor und Bronze nachahmen. Seine 
Figuren erscheinen öfter in einem eigenthümlich ornamentirten Rahmen. 
Im Museum zu Berlin ist ein Bild der Madonna mit dem Kinde auf 
einem reich verzierten Thron, welcher mit einem prächtigen Umbau 
den Hintergrund bildet. Im Umbau sind als Marmorscnlpturen der 
Sündenfall, und als Bronzesculpturen Engel, die Anbetung der Hirten 
und andere biblische Vorgänge angebracht. Nach solchen Bildern 
nennt ihn O. van Mander einen Bouwhmzdigen. Vasari weiss von 
Nachtstückeu und Feuersbrünsten, und erkennt darin einen ausgezeich- 
neten Maler. In Belgien findet man noch ziemlich viele Gemälde von 
Lanzelot. Ein eigenthümliches Zlerstück ist im Museum zu Brügge, 
welches den hl. Lucas vorstellt, wie er die Madonna malt 1545. Die 
Goldornamente bilden einen Rahmen. Derselbe Fall ist auch mit 
dem Gemäde in der Kirche St. Sauveur mit St. Lucas und St. Eligius 
von 1545. In der Sammlung des Hrn. Imbert zu Brügge ist ein kleines
        

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