Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1583411
LAZ 
941- 
279 
steht auf einem Gemälde in 
941" LAZARVS BASTIAN der Gallerie C-orrer zu Ve- 
nedig, welches die Verkündigung Mariä. vorstellt. Oben erscheint Gott 
Vater, und im Liehtstrahle schwebt die Taube herab. Die Handlung 
geht in einem verschlossenen Hofe vor. Ueber die niedere Mauer 
hin sieht man zwei Häuser, und am Horizonte eine Hügelreihe. Va- 
sari macht aus Lazarns Bastian zwei Künstler, nämlich einen Lazarns 
und einen Sebastian als Brüder des Vittorio Carpaccio oder Scarpaccin, 
wie er ihn nennt. Es handelt sich von einem Lazaro Sebastiani, von 
einem Sohne des Sebastian. Der Vater ist jener Ser Lazaro de Bastian, 
dessen Cicogna N0. 2113 seiner Codices im Matrikel der Scuola di 
san Girolamo ervrähnt. Diese Matrikel sind um 1470 angelegt. La- 
zarus Sebastiani war Schüler, nicht Bruder des Carpaccio. In Venedig 
waren früher mehrere Werke von ihm. In der Akademie befindet sich 
noch eine Kreuzabnahme von seiner Hand. 
942. Unbekannter Formschneider, welcher in Strassbnrg, in 
Basel oder in Augsburg gelebt haben könnte. Für die 
lfßßbß letztere Stadt spricht seine Theilnahme an dem Schnitte 
der Illustrationen zum Weisshunig nach Zeichnungen von Hans Bnrgk- 
mair und Hans Schäuifelin. Dieses Werk liess der Kaiser Maximilian I. 
vorbereiten, es war aber bei seinem 1319 erfolgten Tod bekanntlich 
noch nicht vollendet. Nach Bartsch P. gr. VII. p. 226 befindet sich 
auf Blatt N0. '78, welches eine Schlacht in zwei Abtheilnngen vorstellt, 
das zweite Zeichen, welches sicher dem Träger des ersten angehört. 
Dadurch gewinnen wir einen Anhaltspunkt für die Zeit, in welcher 
der Künstler gelebt hat. Der schöne Titelholzschnitt mit dem ersten 
Monogramme führt uns aber nach Basel oder Strassburg. Diese reiche 
Bordüre ist zuerst benützt zum „Scha'[f' derpenilentz uri busswirkung. 
Aus dem Lateinischen." Ohne Ort und Jahrzahl, fol. R. Weigel 
zählt dieses Werk im Knnstkatalog N0. 18,360 (14) unter den Schriften 
des berühmten Geiler von Kaisersberg auf, welche der Mehrzahl nach 
bei Grüninger in Strassburg gedruckt wurden. Nur einzelne Schriften 
erschienen zu Basel und in Augsburg, das erwähnte Schiif der Penitentz 
hat aber keine Ortsangabe. Der Entwurf zur Titeleinfassung geht von 
dem berühmten Johannes von Eck, dem Gegner Dr. M. Luthefs aus, 
wie aus dem Titel einer anderen Schrift des Geiler von Kaisersberg 
erhellet: Das Schiff des Heils. Nach der Figur, die Doctor Jo- 
hannes non Eck gemacht hat zu Ingoltstadt: bewegt aus den predigten 
des wirdigen Herrn Doclor Johannes geiler von Keisersperg etwan 
Predicant zu Strassburg in dem Elsäs. MDVII. Strassburg, Grün- 
ninger 1512, fol. Die Veranlassung zu dieser Gomposition war ver- 
muthlich das Schiff der Penitentz, von welchem demnach Johann von 
Eck schon in Handschrift Kunde gehabt haben dürfte. Es erschien 
aber nicht 1507, sondern erst später in Druck, zu welchem das Bild 
in Holz geschnitten wurde. Unten rechts in einem Kirchengebäude 
hört der Priester einem Manne die Beichte an, und hinter ihm steht 
die Frau. Links ertheilt der Priester das Abendmahl, und nach oben 
an der Säule zwischen beiden Bildern ist das erste Zeichen einge- 
schnitten. In der linken Randleiste sieht man das Schilf des HEilS 
auf der See, deren Wellen aus Ufer, schlagen. Zum Schiffe führt von 
da aus eine Leiter, und zwei Matrosen sind beschäftigt, Wasser aus- 
zuschöpfen. Ein anderer Mann besteigt eine der vielen Strlckleitern, 
und bereits reicht ihm der Engel über dem Maste die Hände. Oben 
links sitzt Maria vor Heiligen in Wolken, nach dem thronenden Hei- 
lande gewandt, welcher in der Mitte oben die Weltkugel hält und mit
        

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