Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1583324
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LAF. 
908. 
Blätter zu hohen Preisen zu erwerben. Bartsch setzt sie in die letzten 
Jahre des 15. Jahrhunderts, sie könnten aber auch nach 1500 ent- 
standen seyn. Von einem originellen Meister ist keine Rede. Er trug 
Zeichnungen von Leonardo da Vinci, Filippino oder von anderen 
Meistern auf die Platten über, und veranstaltete sie in seiner rohen 
Manier. 
Wir müssen aber noch auf Luca Fiorentino zurückkommen, welcher 
durch Bartsch das Bürgerrecht erlangt hat, und vielleicht nicht ganz 
mit Unrecht, wenn wir ihn mit Luca Antonio de Giunta aus Florenz 
in Verbindung bringen. Dieser berühmte Buchdrucker ist N0. 894 als 
Formschneider erwähnt, und er könnte daher in seiner frühen Zeit, 
allenfalls gegen Ende des 15. Jahrhunderts, in Kupfer gestochen haben, 
bis er mit dem Bücherdruck bekannt wurde, welcher ihn auf den 
Formschnitt zur Illustration geführt haben kann. Seine grossen Form- 
schnitte stehen aber in künstlerischer Hinsicht viel höher, als die 
Kupferstiche mit den gegebenen Zeichen, und auch die Metallschnitte 
in seinen Druckwerkeu' sind feiner und regelmässiger behandelt, als 
die unten beschriebenen Blätter in Robettaüs Manier. Dem Luca An- 
tonio de Giunta kommen wir vielleicht unten mit dem aus LAN F 
N0. 923 bestehenden vierten ltlonogramm etwas näher. Man findet es 
auf dem roh gestochenen Blatte mit der Büste des Kaisers Sergius 
Galba N0. 4. Das Monogramm könnte man ohne Zwang Luca Antonio 
Fiorentino lesen, und dieser kann gegen Ende des 15. oder zu Anfang 
des 16. Jahrhunderts nur Lucantonio de Giunta oder Zonta seyn. Wenn 
er schlechter in Kupfer gestochen, als in Holz und Metall geschnitten 
hat, so liesse sich dieses aus der Zeit seiner Anfänge erklären. Einen 
positiven Beweis, dass Lucantonio de Giunta in Kupfer gestochen habe, 
wird man kaum finden, wir glauben aber nicht zu fehlen, wenn wir 
das obige Zeichen auf ihn deuten, und die Blätter mit demselben als 
seine Erstlinge erklären. 
i) [BJ] Die Herodias mit dem Haupte des Johannes in einer 
Schüssel. Sie steht vom Rücken gesehen und wendet den Kopf nach 
rechts, um das Haupt des Johannes zu betrachten. Der Boden ist 
quadrirt. Unten in der Mitte das dritte Zeichen. H. 8Z. Br. 4Z.6 L. 
2) [B. 2] Eine auf der Erde sitzende Frau in reicher Kleidung 
mit auf den Rücken herabfallenden Haaren gegen rechts gewandt. Sie 
deutet mit beiden Händen auf zwei sich umarmende Kinder. In der 
Mitte des Vorgrundes ist ein Hase, und rechts das Schildchen mit 
dem Monogramm. H. 8 Z. Br. 6 Z. ä L. 
Zani, Enc. P. II. Vol. 7 p. 33, versichert, dass er dieses und das 
obige Blatt nur in der k. k. Bibliothek zu Wien vorgefunden habe. 
3) Ein Mann mit dem Köcher im kurzen Rocke vom Rücken ge- 
sehen, wie er mit der linken Hand den Bogen emporhalt, aus welchem 
er soeben einen Pfeil abgeschossen, da man einen Theil desselben in 
der Luft sieht. Rechts steht ein Baum bei Felsen. Oben nach rechts 
bemerkt man das zweite Zeichen. H. 6 Z. 9 L. Br. 4 Z. 6 L. 
Dieses Blatt beschreibt Brulliot I. N0. 1818. 
4) Die Büste des Kaisers Sergius Galba in Profil. Oben sind die 
Buchstaben S G I R (Sergius Galba Imperator Romanus). Roher 
Stich mit dem vierten Zeichen, welches wir Luca Antonio Fiorentino 
deuten, 12. 
Dieses Blatt ist änsserst selten. Im Museum des Louvre befindet 
sich ein Exemplar. 
Brulliot 1. c. N0. 559 schreibt diesem Meister ein sehr schönes 
Blatt von Francesco Francia zu, welches wir unter DA F II. No. 930 
erwähnt haben. Dann hält er auch einen Kupferstich mit den Heiligen
        

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