Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1583272
896. 
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wenig zu sprechen, und auch das Zeichen LA mit dem Stern gebraucht 
er in dieser Form nachweisbar nicht. Das erste Zeichen, welches wir 
Frenzelis Oatalog des Grafen Sternberg-hlanderscheid I. N0. 3752 ent- 
nehmen. könnte eher auf Lucautonio gedeutet werden, allein der Stern 
beirrt ebenfalls, sowie die Adresse des Gregorins de-Gregoriis auf dem 
Holzschnitte mit demselben. Giunta hatte alle Holzschnitte im eigenen 
Verlage, und es scheint uns nicht denkbar, dass er so grosse Form- 
schnittwerke, wie die hier in Frage stehenden sind, für einen anderen 
Verleger gefertigt habe.  
1) Maria mit dem Kinde (ähnlich Rafaehs Madonna delPesce) auf 
einer thronartigen Erhöhung sitzend, neben ihr rechts der Papst Gre- 
gorius, links Johannes der Täufer. Unten am Fusse des 'l'hrones sind 
drei musicirende Engel, und oben gegen links das erste Zeichen. Oben 
rechts steht: Gregorius de gregoriis ewcus. MDXVII. H. 19 Z. 6 L. 
Br. 14 Z. 2 L. 
R. Weigel, Knnstkatalog N0. 5647, schreibt diesen merkwürdigen, 
wahrscheinlich nach G. BelliixPs Zeichnung gefertigten Holzschnitt 
einem unbekannten altvenetianischen Formschneider zu. Frenzel, Ca- 
talog Sternberg I. N0. 3752, sagt, dass er sehr kräftig in der'Manier 
des Domenico dalle Greche behandelt sei. Domenico ist der Form- 
schneider der Tizianischen Schule, und jünger als Giunta. 
2) Die Reise der hl. drei Könige nach Bethlehem zur Verehrung 
des Christkindes, oder die Anbetung der Könige und der Kindermord, 
ein langer Tfries, welchen Zani P. II. Vol. p. 169-170 beschreibt, 
aber ohne dass er den aus drei Blättern bestehenden Fries vollständig 
vorgefunden hatte. Auf dem Blatte mit der Anbetung der Könige 
bemerkt man rechts unten das zweite Zeichen, welches auf den anderen 
Abtheilungen fehlt. H. 14 Z. 10 L. Br. 20 Z. 3 L. Auf dem Blatts 
mit dem Kindcrmorde steht: DOMUVICVS CAMPAGIVOLA MD.XVII., 
und unten am Rande: IN VEIVETIA IL VIECERI. Daraus ersehen wir 
nun, dass D. Campagnola die Zeichnung geliefert hat, und die Adresse 
des Vieceri erklärt den Irrthum Christ's S. 351, welcher eine Dar- 
stellung des Kindermordes auf zwei Bogen der Composition nach dem 
Tizian beilegt. Er scheint nämlich Il Vieceri für Il Vecelli? genommen 
zu haben. Christ macht bei dieser Gelegenheit auf ein aus zwei R 
bestehendes Zeichen aufmerksam, welches er auf R. Rodius deutet, 
dessen Namen er auf dem erwähnten Holzschnitt des Kindermordes 
gefunden haben will. An der Thronstufe des Herodes steht nämlich: 
A R A RODII s, was in fehlerhafter Orthographie Bea: Herodes be- 
deutet, und keinen Künstler R. Radius. Die beiden Blätter mit dem 
Kindermorde sind zusammengefügt 14 Z. (i L. hoch, und 29 Z. 10 L. 
breit. Bartsch kennt den erwähnten grossen Fries nicht. Die Com- 
position des Kindermordes, welche er XIII. p. 384 (durch Druckfehler 
484) N0. 1 beschreibt, ist eine andere. 
895. Unbekannter Formschneider, welcher um 1512 thätig war. 
Er copirte den Holzschnitt von Hans Baldung Grün, 
i, welcher Hexen vorstellt, wie sie sich zum Tanz am Sabath 
ä vorbereiten. Der Copist gibt die Composition von der 
j Gegenseite. Die links auf dem Boden sitzendeHexe 
öffnet ein Gefätss, aus welchem eine Rauchwolke mit ver- 
schiedenen scheusslichen Gestalten emporsteigt. In der Mitte etwas 
zurück hält eine alte garstige Weibsperson eine Schüssel mit einem 
Thiere empor, und oben reitet bereits eine Hexe auf dem Bocke zum 
Tanze. Im Grundeerhebt sich ein Baumstamm, an welchem im Ori- 
ginale das Täfelchen mit dem Monogramme des Hans Baldung Grün
        

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