Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1582953
819. 
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A. Bartsch entging. K. van Mander war ein Meister von umfassendem 
Talente. Die nach seinen Gemälden und Zeichnungen gestochenen 
Blätter sind zahlreich. Darunter sind Darstellungen aus dem alten 
und neiien Testamente von J. Saenredam, Z. Dolendo, J. de Gheyn, 
N. Clock, J. Matham. J. Boscher und Ungenannten. Er behandelte in 
sehr reichen und schönen Compositionen die Passion in der Weise 
des A. Dürer und L. von Leyden. Sie sind von Z. Dolendo auf 13 
Blättern trefflich gestochen und mit einem 'l'itelblatte versehen, 8. 
Ebenso schön ist die Folge der Apostel mit dem I-Ieilande stehend mit 
landschaftlichen Hintergründen. In einer Folge ven 14 Blättern ist 
dieses Werk unter dem Titel das Credo bekannt, und von Jakob de 
Gheyn gestochen. Zahlreich sind die allegorischen Compositionen in 
Kupferstichen von Z. Dolendo, J. Sadeler, J. de Gheyn, G. van Breen, 
J. Matham, W. van Swaneburg. Nikolaus Clock und Ungenannten. 
Man muss aber die Blätter nach dem jüngeren K. van Mander zu 
unterscheiden wissen. Dann bewegte sich van Mander auch auf dem 
Gebiete der Mythologie. Ein charakteristisches Blatt von C-laus Clock 
stellt den Apollo im Wettstreit mit Marsyas vor 1589, s. gr. qn. an. 
Ein äusserst fein gestochenes Blatt von J. de Gheyn stellt in einem 
Medaillen Perseus und Andromeda vor, 1588. Von ihm selbst sehr 
geistreich radirt ist ein Blatt mit der Cercs, wie sie ihre Tochter sucht, 
und von den Knaben mit der Alten verspottet wird. Dieses Blatt ist 
sehr selten, gr. S. Im Verlage des H. Hondius erschien eine Folge 
von 10 netten Landschaften in qu. 8. 
K. van Mander erscheint bei der Betrachtung der vielen nach ihm 
gestochenen Blätter als einer der tüchtigsten holländischen Meister 
am Schlusse des 16. Jahrhunderts, der italienische Einfluss hatte ihn 
aber der guten alten Schule entfremdet. Wir müssen ihn auch als 
Schriftsteller loben. Sein Schilderboek von 1604, 1617 und 1618, 
dann in neuer Ausgabe von J. de Jongh von 1764 bildet die Grund- 
lage der holländischen Kunstgeschichte. Die alten Ausgaben sind 
selten. J. de Jongh liess mit Unrecht die poetische Abhandlung über 
Den grond der edel ory Schilderconst weg. Diese Abhandlung 
erschien auch unter folgendem Titel: Carel van Jllander, den Leer- 
meester der Schilderkonst, ontrymd door W. de Geest. Leeuwarden 
1702, kl. 8. K. van Mander, auch Vermander, befasste sich auch mit 
der Poesie, seine Dichtungen wurden aber grösstentheils erst nach 
seinem Tode bekannt. Wir nennen: Bucolica en Georgien, dat is: 
Ossenstal en Landtwerk Virgilii. Amsterdam, Z. Heyns 1597, 8.; 
De eerste boeken van den Ilyas, door Homerus, in Nederd. dicht. 
Haerlem 1611, 8.; Olyfberq ofle Poäma van den laetslen dag. 
Haerlem 160.0, 8.; De lliederlandsclie Helicon. Alcmaer 1610, 12. 
K. van Mander dichtete auch mehrere geistliche Lieder, welche in 
Gesangbücher aufgenommen wurden, wie in: Het klein Hoorns Liedt- 
boeltje, inhoudende eenige Psalmen Davids , Lofzangen en geeste- 
lyke Liedekens seer bekwaam 0m in de Vergaderingen der Gelo- 
oigen (Menuoniten) gesungen te werden. t'Amsterdam by Abel van 
der Storck 1675, ann in einer späteren Ausgabe bei Weduwe Ja.- 
cobus Lootsman 1684. Der niederländische Dichter Maryn de Brouwer 
besorgte 1633 die dritte Ausgabe eines sonderlichen Büchleins: Aärons 
roeden. Ohne Druckort. Der Text und die Verse sind von K. van 
Mander. Ein Sammelwerk erschien unter folgendem Titel: De gulden 
Harpe, inhoudende a! de Liedekens, die voor desen door K. V M. 
iemaaltt zyn. Vermeerderd met hat Broodthuys, verschegden Liede- 
ens ende Gedichten. Haerlem by Paschier van Wes usch 1627. 
Mit gothischen Lettern gedruckt und mit dem Bildnisse des K. van
        

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