Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1582919
804. 
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behandelt die Fabel von der Päpstin Johanna, wie sie in Gegenwart 
der Cardinäle und Bischöfe bei der Prozession entbunden wird. Links 
unten ist das gegebene Täfelchen. H. 2 Z. 10 L. Br. 5 Z. 3 L. 
Dieses Blatt kommt zuerst vor in: Joamzis Boccatii de Certaldo 
insigne Opus de Claris Mulieribus. Bernae, M. Apiarius 1539, fol. 
Apiarius fügte" den unsauberen Holzschnitt auch folgendem Werke bei: 
Schimpff und Ernst durch alle Welthändel. Bern 1542, fol. In Copie 
erscheint die Geschichte in: Fürnemsle Historien und ewempel von 
wizlerwärtigen Glück  durch J. Boccatium  von Hz'er. Ziegler 
verteulscht. Augsburg, H. Slainer 1545, fol. Eine weitere Copie 
mit vergrössertem Dolch kommt vor auf der Rückseite der Epislala 
declicaloria in: Ordo Eligendi Pontificis et Ratio de ordinatione etc. 
T-ubingae 1556, 4. Dann kommt auch ein {liegendes Blatt mit dar- 
unter gesetzten Versen vor: Von hurelmbst.  Ihr liebe cristleul 
höre! des  eyn hur ist der babst gewest   kl. fol. Dieses Blatt 
erschien wohl in der Schweiz, und bald nach 1542, wenn nicht früher. 
Die Zwinglianer fanden ein grosses Vergnügen darin, von einem Papst 
in Kindsnöthen zu wissen, und auch in Deutschland wurde die Fabel 
durch Wort und Bild verbreitet Doch datirt der Ursprung der Fabel 
weit über die Reformation hinauf, so dass sie nicht auf die Ehre der 
Erfindung Anspruch machen kann. Sie ist also ein Produkt katho- 
lischen Witzes. 
8Ü4. Johann Kellerdaler oder Kellerthaler, Goldschmied in 
Qkzx Dresden, der ältere dieses Namens, hinterliess etliche Blätter 
XI in Bunzenmanier, welche zu den Curiositäten gehören. Brulliot 
i, a1, II. N0. 1800 gibt die Initialen in Doppellinien mit der Jahr- 
zahl 1558, sagt aber nicht, auf welchem Blatte sie vorkommen. 
 Durch J. A. Börner wissen wir von zwei Bildnissen in einer 
Manier, welche das Eigenthümliche hat, dass die Stellen, auf welche 
das höchste Licht fallen muss, stark mit Punkten überdeckt sind, diese 
Punktirung da schwächer und weitläufiger wird, wo die Halbschntten 
beginnen, und dass sie allmählig verschwindet, je dunkler die Schatten 
werden sollten. Schwarz auf lichtem Grunde abgedruckt, bringen diese 
Platten also nicht die beabsichtigte, sondern eine entgegengesetzte 
Wirkung hervor. Sie müssen nach Börner bestimmt gewesen seyn, 
mit heller Farbe, vielleicht auch mit Gold, auf dunkleres Papier oder 
irgend einen anderen Stoff gedruckt zu werden, und sind die Abdrücke 
dann vielleicht zu Bücher-Einbanden benutzt worden. Wenigstens konnte 
diess der Fall mit Luthefs Bildniss gewesen seyn; nur tritt noch ein 
Umstand ein, welcher einigermassen dagegen spricht. Börner kennt 
nämlich von Luther's Bildniss zweierlei Abdrücke. Der eine zeigt 
den Reformator nach rechts. und die Schrift über und unter dem Bild- 
nisse ist verkehrt, der andere nach links und die Schrift rechtseitig. 
Das zweite Bildniss, jenes des Churfürsten Moriz von Sachsen, hat 
ebenfalls oben verkehrte deutsche Schrift, und die Abdrücke dieser Art 
sind von beiden Bildnissen weit kräftiger und schärfer, als jene tnit 
gerader Schrift. Sind nun die Abdrücke mit verkehrter Schrift keine 
Contradrucke, gibt sie die Platte so, und ist demnach in dieser die 
Schrift rechtseitig eingestochen, so wären die Abdrücke mit gehöriger 
Schrift nicht, sondern vielmehr die Gegendrücke zu gebrauchen. 
1) Das Bildniss des Dr. Martin Luther in S], Ansicht, mit einem 
geöffneten Buche in den Händen. Links und rechts_oben Wappen- 
schilde mit Lamm, Oriflamme und Rose. Ueberschrift: Pestis erä 
minus l Moriens ero mors tua papa. Unterschrift: _1Vack Christi 
geburt MDXLVI. dhar l den XVIII tag des Hornungs 2st der selige l
        

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