Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1582885
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KGH-KH. 
791-792. 
In der Leipziger illustrirten Zeitung 1854 sind ebenfalls zwei Holz- 
schnitte mit ähnlichen Buchstaben. Sie beziehen sich auf das Künstler- 
Maifest in München. Das erste Blatt stellt das Maiglöckchen vor, das 
zweite einen Jüngling in altdeutscher Tracht, welcher die Maizeichen 
vertheilt. Die Zeichnung ist wohl nicht von Girardet. 
791. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1590 in Deutsch- 
land thätig war. Er variirte mit seinem Zeichen, denn 
- er ist auch jener Monogrammist, den wir I. N0. 1922 
mit zwei satyrischen Blättern kennen lernen, welche 
radirt sind, und obwohl von geringem Kunstwerthe, doch einen inter- 
essanten Beitrag zur Sittengeschichte der Zeit geben. Das Blatt mit 
dem gegebenen Zeichen stellt einen abenteuerlich gekleideten Mann 
mit weit ausgespreitzten Beinen in einer Landschaft vor. Er trägt 
eine Vogel-Leimruthe über der Achsel, auf den Sprossen zwei Affen, 
und zwei Vögel haben sich gefangen. Um seinen Kopf fliegen phan- 
tastische Insekten, und um den Leib gehen zwei Reihen von Hasen 
bis auf die Schenkel herab. In der rechten Hand halt er eine Krücke, 
an welcher die Eule flattert, und unter seinen Füssen setzt der Hund 
auf eine grosse Piianze. Ein Narr und zwei Hasen tragen ähnliche 
Stangen. Ueber dem Schlosse auf dem Berge in der Ferne steht: 
die hasenbur k. Unten im Rande liest man: Sich Lieber Sich. Wie 
beissen sie ßgich I die kleinen endt auch die grosseü l Die Macken 
Narren und affen etc. Im oberen Rande ist die Schrift: HOLA. 
WOHER. MIT. DER. LEINSCHTANGEN. ICH MEINT. DV. WOLST. 
AVCH. FOGEL. FANGEN., fol. Das eine der I. No.1922 erwähnten 
Blätter stellt eine reichgekleidete Dame mit ihren Buhlen im Zimmer, 
das andere zwei junge Mädchen im Taubenschlage vor, wie sie junge 
Cavaliere iischen. 
792. Hans von Kulmbach soll nach der gewöhnlichen Annahme 
sich dieses Zeichens bedient haben. Wir 
_ haben es unter HK III. N0. 1152 mit einem 
' ' anderen Monogramme zusammengestellt, we]- 
 ches mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit 
dem kaiserlichen Hofmaler Hans Knoderer 
EI 1510 angehört, und dabei die Vermuthung aus- 
 gedrückt, dass dieser Knoderer auch durch 
die gegebenen Monogramme seinen Namen angedeutet habe. Allein 
zur Evidenz kann es nicht erhoben werden, wenn aber durch den Ar- 
tikel III. N0. 1152 wirklich etwas gewonnen ist, so sind es die Nach- 
richten über jenen Hans Kuoderer, den bisher fast unbekannten Hof. 
maler des Kaisers Maximilian I. Für Hans von Kulmbach können wir 
aber nicht stimmen, indem auf einem seiner Hauptwerke das Mono. 
gramm H C III. No.751 vorkommt, und das Gemälde mit dem zweiten 
Zeichen von 1510 nicht an die Kunstweise des A. Dürer erinnert, 
während Hans von Kulmbach theils nach Zeichnungen dieses Meisters 
malte, und auch in eigenen Compositionen als Nachahmer Dürer's sich 
kund gibt. Das Gemälde mit dem Monogramme und der Jahrzahl 1510 
stellt die Geburt Christi auf Holz vor, und befindet sich im Besitze 
des Herrn von Osthorn in Klagenfurt. Letzterer erkannte es nicht für 
ein Werk des Hans von Kulmbach, sondern wollte es eher dem Hans 
Knoderer zuschreiben, welcher 1520 in Augsburg das Bürgerrecht auf- 
gab, und vielleicht nach Wien sich gewandt hatte, da er den Räthen 
und Geschichtschreibern des Kaisers wohl bekannt war. Herr v. Vintler 
in Bruneck in Tyrol besitzt ein leider sehr beschädigtes Votivbild der 
Jöchlischen Familie, aus welchem man aber dennoch auf den Maler der
        

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