Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1581834
384. 
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Künstler den 19. Sptember 1649 im Haag die Margaretba van Goyen, 
die Tochter seines Meisters zum Tlraualtar geführt habe. Er muss 
also vor 1636 geboren seyn, indem ein Knabe von l3Jahren nicht hei- 
rathet. Sein Vater schritt 1625 zur ersten Ehe, und Jan Steen wird 
bald nachgekommen seyn. Als Todesjahr des Künstlers bezeichnet. 
man allgemein 1689, Ch. Kramm gibt aber den Wortlaut des Begräb- 
nissbuches: 3 February 'l 67 9. De SLPieterskerk an '1'1vee bolwerken. 
Jan Sleen, Langebrugge. Der Künstler starb also den 3. Februar 
1679 zu Lcyden, und zwar in seinem ererbten Hause auf der Lange- 
brug. Ausserdem verweisen wir nur noch auf die Schrift: Jan Steen. 
Etude sur P arl en Hollan-de, par F. van Westrheene Wz. La Haye, 
N. Nyhoff 1856. Mit dem Bildnisse von J. L. Cornet. Westrheene hat 
die Beschuldigungen des Houbracken widerlegt, welcher den Jan Steen 
zum Trunkenbolde und liederlichen Mann stcmpelte. Houbracken 
hatte sich eingebildet, dass sich in den Gemälden das eigene Leben 
des Jan Steen abschildere, und somit zog er ihn in den Schenken 
umher. Lustigen Humors, wie er war, war es ihm wohl vergönnt auch 
seinen Humpen zu leeren. Was man dem Künstler alles nachsagte, 
haben wir auch im Künstler-Lexicon nacherzahlt, und man nimmt es 
jetzt als böswillige Anekdote des Houbracken und von Consorten hin. 
In Alkmaer lebte auch ein Maler Jan Steen, welcher Bierbrauer oder 
Schenkwirth gewesen seyn soll. Ch. Kramm wendete sich desshalb 
an einen Geschicbtskundigen der Stadt, es findet sich aber kein urkund- 
licher Nachweis, dass dieser Maler Brauer war. Sein Haus steht noch 
gegenwärtig, war aber nie eine Schenke. Der Alkmaer Jan Stcen 
malte ernsthafte Bilder, ist aber als Künstler wenig bekannt. Die 
Wirthschaft des Jan Steen von Alkmaer wurde auf Jan Steen von 
Leyden übertragen. Jan Steen von Alkmaer ist ein jüngerer Künstler, 
und lebte wahrscheinlich gegen Ende des 17. Jahrhunderts. 
Das Genre des Jan Steen von Leyden ist bekannt, und er begegnet 
uns in den ersten Gallerien und Sammlungen. Ausser seinen lustigen 
Wirthshausscenen gehen auch einige historische Bilder unter dem 
Namen des Jan Steen, aus welchem ebenfalls Adel und Gefühl spricht. 
Ernsthafte Vorstellungen waren indessen nicht die Aufgabe des Jan Steen 
von Leyden; vielleicht könnte der erwähnte Jan Steen von Alkmaer, 
der angebliche Bierbrauer damit eine Acquisition machen. Auf Ge- 
mälden mit Darstellungen aus dem Familien- und Wirthshausleben 
findet man das eine oder das andere der obigen Zeichen. Sie sind 
aber auch mit dem Namen verbunden, nach der Grösse der Gemälde 
und der Lage in denselben geordnet. 
334. Jan Sonje, auch Soinje und irrig Songe genannt, hinterliess 
Landschaften mit Thieren, welche einen vorzüg- 
lichen Meister verrathen. Die Statfage ist aber 
manchmal von Carl Dujardin. Bilder dieser Art 
sind von hohem Werthe, besonders wenn sie in 
 Silberton durchgeführt sind, und der beleuchtete 
l Himmel mit dem dunklen Baumwuchs des Vorder- 
grundes nicht zu grell absticht. Die Vordergründe 
sind in seinen grossen Gemälden meist zu schwarz, und H1 unange- 
nehmem Contraste mit dem klaren Himmel. Ausserdem findet man 
Rheinlandschaften in der Weise des Hermann Saftleven mit einigen 
Figuren. Diese Bilder sind von grünlichem Tone, und nicht so gut 
behandelt, als seine Viehweiden mit Eichen, Eschen und Weidenbtlnmen. 
Auf Gemälden dieses Meisters kommt das Mßnogrämm VOT- Wir kennen 
eine grosse Landschaft, in welcher das Zeichen mit dem ganzen Namen
        

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