Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1591553
Nr. 3863. 
1093 
Idolgende Blätter sind von Passavant nicht beschrieben. Ich fand 
sie in einem alten geschriebenen Gebetbuche mit noch vielen anderen 
Blättern gleichzeitiger Meister, die ich in Naumanws Archiv für die 
zeichnenden Künste (14. Jahrg. 1868) beschrieben habe. 
250) Die Verklärung Christi. Der Heiland steht in der Mitte 
auf dem Berge und redet zu den drei unten beiindhchen Jüngern. 
Eine mehrfache Glorie umgibt seine Gestalt und in dieser Glorie er- 
scheinen auf den Seiten Moses und Elias in halber Figur. Oben 
Gott Vater Imit dem hl. Geist. Unten rechts das S. H. 2 Z. 3 L. 
Br. 1 Z. 5  
Vielleicht zur Folge P. 6-59 gehörig. 
251) Das Einreiten Christi in Jerusalem. Christus, umgeben vom 
Volk, reitet gegen links und segnet mit der Rechten. Der Esel betritt 
mit den Vorderfüssen ein Gewand, das ein Anhänger des Hcilandes 
auf dem Erdboden ausgebreitet hat. Im lilittelgrunde sieht man das 
Thor und die 'l'hürme der Stadtmauer. Unten rechts im Boden das S. 
Mit doppelten Einfassungslinien. H. 2 Z. 4 L. Br. 1 Z. 4 L. 
Vielleicht gehört das Blatt zur Folge P. 6-59, wenn schon das 
Maass um einige Linien differirt. 
252 St. Matthäus, stehend nach links gewendet, mit der Rechten 
ein Buch haltend, worin er liest. Ein Schwert steckt ihm im Rücken. 
Zwei Zweige bilden oben eine Art Bogen. Unten links das S. Im 
Unterrande: SS mathcus m'a pro 1t0bis. H. 2 Z. 4 L. Br. 1 Z. 5 L. 
253) St. Ambrosius, nach rechts gewendet, unter einem Frucht- 
Arabeskenbogen stehend. Er trägt die Bischofsmütze auf dem Kopfe, 
hält den Stab mit der Rechten und ein Buch, in welchem er liest, 
mit der Linken. Unten links das S. Im Unterrnnde: S. antbrosius 
o-ra pro nobis. H. 3 Z. Br. 1 Z. 9 L. 
254) St. Hubertus. Der nach rechts gewendete Heilige steht unter 
einem (lurchbrochencn Bogen auf felsigem 'l'errain, in Ritterkleidung 
mit langem Mantel. Er hält mit der Rechten einen Speer und auf 
der Linken ein Buch, auf welchem der Hirsch liegt. Unten links 
das S. Unten an einer Halbtafel: Ss: Hubertus: ora: pro: nobis: 
H. 3 Z. Br. 1 Z. 10 L. 
3863- Francesco Squareione, der berühmte Paduaner Maler, 
geb. 1394, gest. 1474 im hohen Alter von 
S MCCCCL  80 Jahren. Das Zeichen findet sich auf einem 
 Madonnenbiltle, früher in der Gallerie Solly 
und abgebildet bei düägincourt. Ueber die hohe Stellung des Squar- 
eione ist erst vor einigen Jahrzehnten die richtige Anschauung ge- 
wonnen durch einen Band mit Zeichnungen von der Hand des Jacopo 
Bellini, des wenig bekannten Vaters der beiden Giovanni und Gentile 
Bellini. Dieser Band, lange Zeit unbenutzt, ward 1839 durch Mantovani 
in Venedig herausgegeben und der Kunstgeschichte geöffnet. Vergl. 
Kunstblatt 1840 Nr. 23. 
Bis zu dieser Zeit blieb von der Madonna des Squarcione bis zu 
den Fresken und Tafeln des Mantegna eine Lücke, die uns nöthigte, 
in diesem Meister den eigentlichen Stifter der Paduaner Schule zu 
erkennen. Durch die Zeichnung des Jacopo Bellini, die dieser nach 
der beglaubigten Inschrift: De mano de iacobo bellino veneto M30 
in venetia, bis gegen 1430 fertigte, wird es nun klar, dass Alles, 
was Mantegna leistete, nichts Anderes enthielt, als die zu1' Blüthe 
getriebenen Keime der Paduaner Schule  Keime, die Squarcione 
legte, die neben ihm von Jacopo Bellini gepflegt und durch Beide 
dem Mantegna. überliefert wurden, unter dessen Händen sie dann so
        

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