Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1591442
1082 
3861 
3862. 
3851. Unbekannter Kupferstecher. PassavaiztIII. p. 83 beschreibt 
M205,  im Appendix zum Werke des Briisseler Meisters S ein 
o  Blatt, das die Jahrzahl 1464 trägt. Die Jahrzahl ist 
ofenbar für diesen Meister zu früh und auch die Technik passt nicht 
zu den Blättern des Meisters S. Passavnnt ist im Zweifel, 0b das 
Blatt nicht eine moderne Fälschung ist, wenigstens behauptet er als 
positiv, dass die Jahrzahl gefälscht ist. Das Blatt stellt Christus vor, 
wie er seiner ll-Intter nach der Auferstehung erscheint, im Chor einer 
Kirche im Rcnaissancestyl. Zu den Seiten der Pfeiler je ein Heiliger, 
begleitet von einer knieenden Figur. Medaillen in einem länglichen 
Viereck, in dessen Ecken man in kleinen Medaillons links einen Mann 
sieht, der einer Frau einen abgeschnittenen Kopf bringt. Rechts eine 
Frau, welche einen ähnlichen Kopf einem Greis durreicht. Daneben 
ein Baum mit Bandrolle und der Inschrift: AVE MARIA, entsprechend 
einem andern unten mit dem "Worte ALLELVIA, beide verkehrt. Im 
gnäerenLRande des Hauptmedaillons das Zeichen. H. 5 Z. 8 L. Br, 
 3 . 
3862- Unbekannter eltdeutscher Kupferstecher, dessen Tllällg- 
keit um 1520 fällt. Bartsch VIll. 11.13 beschreibt von ihm 
gls Z nur H Blätter, von denen zwei Copien nach Lnkas van 
 ' Leyden sind, äussert sich aber weder über dessen Lebens- 
zeit noch Verdienste. Nur Brulliot II. Nr. 246011 bemerkt, dass der 
Künstler nicht sehr tüchtig sei, kann aber ebenfalls keine Zeit- 
bestimmung geben. Zuerst gab Setzmann ein Verzeichniss der Blätter 
dieses Meisters in Nanmamfs Archiv III. pag. 21, wozu ihn LödcPg 
Schriftchen: "Kleine Beiträge zur Kunstgeschichte" veranlasste. Sein 
Verzeichniss umfasst 50 Nummern. Weit eingehender beschäftigt sich 
Passavant III. pag. 47 mit diesem Meister, sein Verzeichniss enthält 
290 Nummern, wobei allerdiuägs zu bemerken ist, dass die Arbeiten 
der Schüler mit einrangirt sin  
Man hat früher unsern Meister für weit älter gehalten, als er 
wirklich ist, man war geneigt, seine Thätigkeit um 1460-1470 zu 
setzen; wir wissen jetzt, dass er um 131.9 und 1520 thätig war, da 
sich diese Daten auf seinen Blättern voründen. Ueber seine Heimat 
steht Nichts fest. Sotzmann ist geneigt, in ihm einen kölnischen 
Meister zu erblicken, der etwa mit seinem Vornamen „Stepl_ta_nus" 
könnte geheissen haben; auf Köln deute sein Blatt mit derßteinigung 
des Stephanus, wo sein Monogramm nnt dem Wappen von Koln gepaart 
ist, auf Köln weise lerne; das Blatt mit dem Martyrium der hl. Ursula. 
Passavant vermuthet dagegen, dass der Meister in Brüssel gelebt habe, 
du mehrere seiner Blätter ilamländlsche Inschriften tragen und auf 
seinem „Pyramos und Thysbe" jene Brüsseler, unter dem Namen 
nlllanneken-Pis" bekannte Statue vorkomme.     
Unser Künstler entfaltete eine grosse Produktivitat und hat eine 
bedeutende Anzahl kleiner Kupferstiche und Niellen ausgeführt. Er- 
scheint aber zugleich eine bedeutende Anzahl Schülengebilrlet zu 
haben, welche nach seinen Zeichnungen arbeiteten, da die Blätter in 
der Ausführung von ungleiehem Werthe sind. Im Ganzen steht er 
als Künstler nicht eben hoch, über eine handwerksmässige Iuferiorität 
kam er nicht hinaus. Er scheint Goldschmied gewesen zu seyn, der 
durch Selbstübung und Routine im Zeichlälell]! und Stechäen sich eäue 
gewisse Fertigkeit angeeignet hatte, ohne ö_ eren An '0r erungen er 
Kunst genügen zu wollen und können. Die Frömmigkeit und der 
Bilderdurst jener Zeit, denen es auf den Kunstwerth nicht_besonders 
ankam, mochten durch seine Blätter sich vollkommen befriedigt fühlen,
        

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