Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
IMM - SH
Person:
Andresen, A. Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580402
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1591404
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3849. 
ab afw nat. Chr. 042 usq. ad nimm 156-3. em anliq. et fide dign, 
monnm. del. e! earpressae, mza cum sing. Elug. Ezcus. Willen- 
bergae excudebat Gabriel Schnellboltz. Anno 1563, 4. Die von 
L. Cranaeh jun. gemalten 34 Bildnisse befinden sich in der Ambrasei- 
Sammlung zu Wien, jedes 5 Z. hoch und 4 Z. breit. Die Holzschnitte 
sind etwas grösser. Gleichzeitig ist eine Ausgabe mit deutschem Text; 
Abcontrafaclur vnnd Bildniss aller Grossherzogen, Chur: und 
Fürsten, ioelclte das Land Sachsen regieret haben. In deutsche 
IReime brach! durch M. Joannem Agricolam. Gedruckt zu Willen- 
berg. Durch Gabriel Sclmellbollz Anno IIIDLXIII, 4. In zweiter- 
Ausgabe von 1570. In der Vorrede sagt Schuellboltz, dass er die 
Portraite der Fürsten selbst gesammelt habe, und somit könnte man 
darunter die Bildnisse der Ambraser Sammlung vermuthen. Uebrigeng 
nennt er das Buch seine geringe Arbeit, worunter aber wohl nicht 
die Holzschnitte zu verstehen sind, sondern nur der Ilruclt. Auf dem 
Blatte mit dem Bildnisse des Herzogs Johann Friedrich II. soll indessen 
das Zeichen des G. Schnellboltz vorkommen, nämlich ein Pfeil mit 
dem Buchstaben S als sprechendes Monogramm. Den Pieil, in dieser 
Beziehung Boltz (Bolzen), gibt aber Christ S. 360, und nach ihm Strutt 
II. Nr. 148 und Brulliot I. Nr. 313i nicht in obiger Form, sondern 
mit Feder-einlege. Christ's Nachbildung scheint jedoch nicht genau 
zu seyn. Er kann offenbar nur spätere Abdrücke der unten erwähnten 
Vignetten gesehen haben, da er sagt, dass das Zeichen, ein redendeg, 
anscheiulich jenes des Gabriel Schnellbolzen, auf feinen, nach „Stimme1-_ 
scher Art gerissenen Stöcken" vorkomnie, welche zu Wittenberg um 
1590 abgedruckt seien. Uebrigens wollen wir auch zugeben, dass noch 
ein anderer Buchdrucker oder Buchhändler auf eines der gegebenen 
Zeichen, oder vielmehr auf eine der beiden Vignetten mit einem solche], 
Monogramme Anspruch machen könne. Gleichzeitig mit G. Schnell- 
boltz ist der Rechtsgelehrte Samuel Selfisch oder Seeltisch, welcher 
30 Jahre lang Bürgermeister und Buchhändler in Witteuberg war und 
1615 im 85. Jahre starb. Er liess 1563 Dr. Luther's Postillc drucken 
und richtete überhaupt ein besonderes Augenmerk auf die Verbreitung 
der Schriften dieses Reformators. Er hatte indessen keine Druckerei 
und konnte sich daher der Beihülfe des G. Schnellboltz bedient haben, 
da dieser um 1560 seine Druckerei eingerichtet hatte. Die Vignette 
mit der Salbung Davids durch Samuel könnte sich daher auf Seltiseh 
und Schnellboltz zugleich beziehen, da Ersterer den Taufnamen Samuel 
führte, und das Monogramm, als sprechendes Zeichen, weniger auf ihn, 
als auf Schnellboltz sich zu beziehen scheint. Diese Hypothese könnte 
aber der Umstand vernichten, dass die Vignette mit der Salbung Davids 
durch Samuel auch auf Druckwerken des Johannes Crato und Hans 
LuiTt in Wittenberg vorkommt. Allein man muss annehmen, dass die 
Bücher mit diesem Symbol, welches auf die genannten Typographeu 
nicht passt, für den Verlag des S. Sclfisch gedruckt wurden, und dass 
dieser die Vignette gleichsam als seine von jeher bekannte Adresse 
betrachtet hat. Daraus würde es sich auch erklären, wie diese Vignette 
auf Titelbläitter von Büchern aus der Druckerei des Lorenz Seuberlich 
kommen konnte. Letzterer ist der spätere Drucker des S. Seltisch, 
da seine Thätigkeit von 1597-1613 füllt. Ihm schreibt C. F. Gessner 
(Die so nöthige als nützliche Buebclruclcerkuzzst S. 143) die Vignette 
mit Samuel und dem zweiten Zeichen zu, es ist aber zu bedenken, 
dass dieser Holzschnitt schonvor 13597 angeivendet wurde, und dass 
es sich daher nur um die Etiquette des S. Selfiseh handeln kann. Die 
gewöhnliche Druckervignette des Lorenz Scuberlich stellt die Marter 
des hl. Lorenz vor, und ist daher durch den Taufnamen desselben
        

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