Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1578695
IHE. 
2560. 
979 
grosses Gemälde die Summe von XXXVI Livres erhielt. Die den Namen 
betreffende Stelle lautet: A Jeronimus van Aeken, dit Bosch, paintre, 
demourant au Bois-le-Duc etc. TPinchart bringt auch eine Stelle aus 
dem Werke des Mr. Van Zuylen: Register der namen ende wapenen 
der ILEETEH beeädigte broeders soo geestelyke als wereltlyke mm de 
Illustre Lieve-Vrouwe broederschap, welche den Namen Van Aeken 
und das Tod-esjahr 1516 bestätigt. Unter einem leeren Wappenschilde 
steht: Hieronymus Aquens. alias Bosch seer vermaerd schildern 
Obiit 1516. In einer Rechnung der genannten Bruderschaft von 1498 
bis 1499 wird der Künstler J. Van Aken genannt. Hieronymus Bosch 
heisst also mit seinem Familiennamen Van Aeken oder Van Aken, 
und der Irrthum ImmerzeePs ist evident. Er bringt indessen die frag- 
liche Notiz auch nicht zuerst, sondern hatte nur die betreifende Stelle 
in Hermans Mengelwerk aber de Provincie lVoord-Brabant, II. p. 139, 
falsch gelesen. Dieses Buch erschien 1841 in Herzogenbusch, und der 
erste Band des Künstler-Lexicons von lmmerzeel 1842. 
Der Artikel über Jeronymus Aeken oder Aken bedarf daher einer 
Berichtigung, indem der Künstler nicht Agnen heisst, und er nicht 
1518, sondern 1516 gestorben ist. Die Familie van Aken ist in Her- 
zogenbusch einheimisch. Pinchart fand in einer Rechnung von 1468 
einen gewissen Laurent van Aken als Bürger erwähnt. Viardot versetzt 
in seinem Werke über die spanischen und deutschen Museen 1852 
den Hieronymus Bosch nach Westphalen, wofür kein Grund vor- 
handen ist. Das obige Facsimile des Namens entnahmen wir dem 
Catalogue du Musee d'Anvers 1852. Der Künstler scheint sich also 
selbst Bosch genannt zu haben; dennoch aber dürfte ihm das Mono- 
gramm 1. No. 23 und ebensowohl jenes N0. 24 unter dem Namen des 
Alaert du Hameel sicher angehören. Mr. Pinchart glaubt indessen 
nicht, dass H. Bosch in Kupfer gestochen habe, sondern will mit 
Bartsch alle Blätter dem A. du Hameel zuschreiben. Wir haben früher 
dasselbe angenommen, da man diesen Meister für einen Goldschmied 
hielt; Pinchart erforschte aber die Verhältnisse genauer, und diese 
sind es , welche uns bestimmen, die Kupferstiche, welche unter A. du 
HameePs Namen gehen, dem H. Aeken zuzuschreiben. Alaert du Hameel, 
der Stadt- und Zeitgenosse des Letzteren, war ein renommirter Architekt. 
Er leitete von 1478 an, wenn nicht schon früher, den Bau der präch- 
tigen St. Johannes-Kirche in Herzogenbusch. Er wird in den Docu- 
menten bis 1495 als Werkmeister und als Vorsteher der Bauhütte 
genannt. Alaert du Hameel fertigte auch den Plan zur anstossenden 
Capelle der illustre Liece-Vrouwe broederschap, den Bau leitete 
aber Jan Heyns, der Schwager _des du Hameel, welcheriäiö starb. 
Jeronymus van Aeken malte zwischen 1493 und 1494 die Cartons zu 
den Glasmalereien der Fenster von Wilhelm Lombart und Heinrich 
Buekinck oder Buecken.  A. du Hameel kommt immer nur als Werk- 
meister und Steinmetz vor, und als solcher war er selbst vor Hiero- 
nyinus Bosch befähigt, die Zeichnung zu den beiden Sakramenthäuschen 
zu fertigen, welche unter seinem Namen gestochen sind, B. N0. 5 u. 6. 
Es ist die Frage, ob er die Blätter selbst gestochen habe, wenn aber 
je Kupferstiche von seiner Hand vorhanden sind, so können es nur 
diese Blätter seyn. Die Sakramenthäuschen oder Reliquarien waren 
vielleicht in der Sint-Janskerk und in der genannten Bruderschafts- 
Capelle vorhanden. Im Jahre 1501 befand sich A. du Hameel in Löwen. 
In einem Documente des Archivs in Löwen in Hermans Gcschiedenis 
ocer den bouw der Sint-Jänskerh te 's Hertogenbosch. La Haye 
1553, liest man: Meester Alart de Hamel, der stadt werckman 
steenhouwer. Pinchart bringt auch die Notiz überözeline Rechnung
        

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