Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1578519
2501. 
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nouiter castigatü et emaculatä aditiöilrus. raris et invisis. necnan 
cü tabularum in dorso jucunda ewplanatione  Hoc bona menle 
Lauretius Phrisius artis Appollinee doctor  in lucem jussit prodire. 
Dann folgt die Dedication des Thomas Aucuparius von Strassburg an 
Dr. Laurentius Phrisius, mit der Schlussschrift: Vale Argentoraci ex 
Edibus nostr-is Die X. Mensis Januarii. Anno Chri. MDXXIL, gr. fol. 
Diese Ausgabe hat grosse architektonisch verzierte Titelblätter mit 
Figuren, auf welchen unten eine 4 Z. 8 L. breite und 2Z. ä L. hohe 
Vignette mit obigem Namenszeichen sich wiederholt. Oben enthält sie 
auf schwarzem, mit Arabesken gezierten Grunde einen sitzenden Genius 
zwischen zwei Füllhörnern. Im unteren Theile gehen rechts und links 
vom Schilde Figuren in Laubwerk aus. Ausser den reichen Titel- 
bordüren sind zur Illustration des Textes verschiedene Darstellungen 
aus der Geschichte der Völker eingedruckt, wobei immer der Fabel 
die meiste Rechnung getragen ist,' um das Auge durch das Ungewöhn- 
liche zu crgötzen. Diese Oompositionen haben noch das Gepräge der 
alteren Schule, nur in den Bordüren ist eine Hinneigung zu der 
früheren Auffassungsweise des Hans Holbein zu bemerken. Die Buch- 
staben IH können sich aber nicht auf diesen Meister beziehen. 
Eine neue Auflage dieses Werkes erschien unter dem Titel: Claudii 
Ptolomaei Geograpliicae Enarrationis Libri Octo Bilipaldo Pirck- 
heymhero interprete Annolationes Joannis de Regio Monte in errores 
commissos a Jacobo Angela in translatione sua. Argentorati, Joh. 
Grieninger communibus Joh. Ifoberger MDXX V, gr. fol. Diese Aus- 
gabe enthält dieselben reichen Titelbordüren. Man wollte sie auch 
dem Jeronymus Hopfer von Augsburg zuschreiben, da sich dieser 
Meister ebenfalls der Initialen I. H. bediente, wie aus dem folgenden 
Artikel zu ersehen ist. Von diesem Meister sind nur Kupferstiche, 
und Radirungen bekannt, und es ist nicht nachzuweisen, dass er auch 
in Holz geschnitten hat. Ueberdiess lebte Jeronymus Hopfer von Strass- 
burg ferne, und es ist daher anzunehmen, dass der Zeichner oder Form- 
schneider in der genannten Stadt gelebt habe. Auf Hans Holbein können 
wir nicht Rücksicht nehmen, da sich in der Zeichnung seineKunstrichtung 
nicht ausspricht. Wir halten uns daher an Johannes Herbster, da dieser 
damals in Strassburg thätig war, und I H gezeichnet haben könnte. 
R, Weigel schreibt im Kunstkatalog No. 14,131 dem Hans Herbst 
mit grosser Wahrscheinlichkeit die 19 Holzschnitte mit Leidensscenen 
des Herrn in folgendem Werke zu: Der Passion oder dz lyden Jesu 
Christi unsers herren, nach dem tewt der fyer Evangelisten, wie 
jn dann der kochgelert Doctor Johannes Geyler von Keyserssberg 
au Strassburg järlich gepredzgel hett. S. l. et a. , fol. Weigel sagt, 
dass in diesen Bildern mehr das Phantastische der Elsassischen Schule 
eines M. Schongauer und Hans Baldung Grien, als der Dürer'schen 
Schule herrsche. Die Figuren sind etwas plump, die Köpfe etwas 
gross, sonst aber kommen sie den Schaufeleiiüschen Holzschnitten 
nahe. Das Werk erschien um 1510, und Herbst muss also damals 
dem Bilderdienst noch gehuldigt haben. Da sich dieser Meister Herbst 
oder Herbster in Basel im Hause des Johannes Oporinus, des Buch- 
druckers, aufgehalten hat, so kann man annehmen, dass er auch 
Zeichnungen für die Offizin desselben gefertigt habe. Die Druckwerke 
des Oporinus sind gewöhnlich mit Holzsehnitten verziert, und man 
könnte sogar vermuthen, dass der strenge Zwinglianer auch in Holz 
geschnitten habe, da er keine Heiligenbilder mehr malen wollte. Man 
nannte diesen Meister auch Hans Hirtz, im Basler Zunftbuche steht 
aber Herbst, und unter seinem Bildnisse von Holbein Johannes Herbster. 
Monogrammisten Bd. III. 61 

        

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