Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1578067
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2302. 
Engelchen Erndte haltend, 4. Benützt zu verschiedenen Autographen 
des Erasmus von Rotterdam. 
22) Titeleinfassnng mit Venus und Cnpido auf dem Wagen von 
Pferden gezogen. Vor ihm sendet Amor Pfeile nach einem Weibe 
und sechs Männern verschiedenen Alters. Dieser I F gezeichnete Fries 
kommt mit geringen Seitenleisten im Antibarbarus von Erasmus, Basel 
1520, und dann im Opus eruditissimum Divi Irem" in quinque libros 
Digestum. BasiL, J. Froben 1526, vor, fol. 
23) Titeleinfassung mit Tantalus in der unteren Leiste, wie er im 
Styx nach den über ihm hängenden goldenen Früchten hascht. Links 
bei Pelops blickt Tantalus nach Jupiter und Merkur, und rechts wird 
Pelops von Ceres erhoben. Oben ist ebenfalls Jupiter und Merkur. 
Im Schilde des Tantalus I F auf schwarzem Grunde. H. 9 Z. 7 L. 
Br. 6 Z. 5 L. Benützt zur Einfassung des Dedicationsblattes der 
Opem Q. S. Terlulliani. BasiL, J. Frobenus, und zum Diskurse an 
Beverendissimo in Christa patrz", principi ac domino D. Stanislao 
Turz-o episcopo Olomutzensi,  dignissimo, Beatus Rhenanus Se- 
letstadiensis. 
24) Dieselben Seitenleisten mit Tantalus und Pelops, oben mit 
einem Fries, welcher kämpfende Tritonen vorstellt, unten mit einem 
Ornamentstreifen. H. 9 L. Br. 4 Z. 9 L. 
25) Titeleinfassung, unten mit einem Bacchannl. In Mitte des- 
selben wird Silen von zwei Faunen unterstützt, links liegt ein Mann 
auf dem Boden, und rechts schlägt ein anderer Mann einen zweiten 
zu Boden. Ueber diesem ist ein Täfelchen mit 1. F. Die Seitenleisten 
enthalten Arabesken, links unten einen Satyr mit dem Weibe, rcchts 
einen anderen mit Kindern. Oben sieht man drei Medaillons mit Büsten 
von Männern. H. 8 Z. 11 Z. Br. 6 Z. 3 L. Angewandt zu Theophy- 
lacti Enarrationes in quatuor Evanyelia. Basileae, And. Cra- 
tcmder 1525.  
26) Das Uncial-Alphabet des Meisters I. F. , im Durchmesser 1 Z. 
Ueber altdeutsche Holzschnitt-Alphabete gibt R. Weigel in Dr. Nau- 
mann's Archiv für die zeichnenden Künste II. S. 193 if eine höchst 
interessante Abhandlung, welche auch apart gedruckt ist. Es sind 
Oopien beigefügt, und von unserm Meister einmal der Uncial C, und 
ein grösserer Buchstabe I. Man kann zwei Alphabete unterscheiden, 
eines mit Figuren und ein anderes mit Thieren. Man findet sie in 
Druckwerken von J. Frobenius, A. Cratander und J. Hervagius, wie 
in Erasmi Adagia 1520, in S. Münstefs seltenem hebräischen Ka- 
lender 1525, in Opera selecla Galem" 1529, in Grynäus Novus orbis 
Begionum, J. Hervag 1532, 1555, und einzeln spät noch in P. Jovii 
Elogia virorum illuslrium 1575 und 1587. Folgende Unciale be- 
schreibt Weigel, wir fügen aber auch jene bei, welche Wiechmann- 
Kadow im genannten Archive I. S. 128 aufzählt. 
A. Zwei Satyrn, einer auf dem Horn blasend. 
B. Ein sitzender Satyr. 
C. Der Greis, welcher den Todtenkopf betrachtet, dabei ein Kind. 
D. Ein Satyr mit dem Pfeil. 
E. Zwei auf einer Vase sitzende Kinder. 
F. a) Drei Hasen, b) zwei Hasen. 
G. Ein Reh auf landschaftlichem Grunde. 
H. a) Sitzendes Kind, b) Hirsch und Hirschkalb. 
I. Drei Bapageie. 
L. a) Ein Mann mit Fischschwanz und Schlange, b) drei Gemsen. 
M. Ein Triton mit dem Schnabel eines Vogels.
        

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