Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1578019
2301-2302. 
9M 
576 beschrieben. Der Stich gehört 
3-6 L. Br. 5 Z. 
dem 
Agostino 
nicht 
2301- Unbekannter Kupfarstecher, welcher in der ersten Hälfte 
IF des 16. Jahrhunderts III Deutschland thätig war. Bartsch VIII. 
p. 24 beschreibt das erste Blatt, geht aber auf den Meister nicht 
weiter ein. Wir fügen ein zweites Blatt hinzu, und glauben, dass es 
sich um einen Goldschmied handle. 
i) Eine antik gekleidete Frau in Ruinen stehend. Sie hält mit 
der linken Hand die leere Börse, und streckt die andere zum Empfange 
aus. In der Mitte unten sind die undeutlichen Buchstaben I F schief 
gestellt. Rund, {Durchmesser 1 Z. 6 L. 
2) Bündel von Waifen und Rüststücken in einem Cartouche. In 
der Mitte oben IF. H. 2 Z. i L. Br. 7 Z. 6 L. 
 Hans Frank von Basel scheint die Metallschnitte geliefert 
zu haben, welche in Titelbordüren und anderen 
IF 3-; Blättern in Basler Druckwerken bestehen. Früher 
nannte man den Meister I F Johannes Frobenius, 
  ' weil die Titeleinfassungen grossentheils in Druck- 
 HE werken aus der Ofiizin desselben vorkommen; 
allein der Buchdrucker Frobenius wird an dem Schnitte keinen An- 
theil haben, und wir kehren daher zu Hans Frank zurück. Ein Maler 
dieses Namens erscheint 1508 als Stubenmeister der Zunft in Basel, 
und zufolge dem rothen Buche zog er 1515 mit dem Panner ins Herzog- 
thum Mailand. Er war also schon früher Meister, nicht erst 1515, 
wie III. S. 313 irrig steht. Es wäre demnach die Zeit nicht entgegen, 
da. die früheren Blätter mit I F gegen 1519 fallen. Dieser Maler 
Hans Frank ist aber mit Hans Lützelbnrger genannt Frank nicht zu 
verwechseln, und auch ist er nicht jener Monogrammist HF, welcher 
N0. 896 eine ausführliche Stelle behauptet. Dieser Meister H F, der 
sogenannte Hans Furtenbach, könnte aber, wie wir nachträglich be- 
merken, ebenfalls Han Frank geheissen haben. In dem von Dr. Fechter 
herausgegebenen Verzeichnisse der frühesten Buchdrucker Basels kommt 
unter dem Jahre 1477 ein Hans Franc von Strassburg vor, doch kennt 
man kein Druckwerk mit seinem Namen. In Buchdrnckereien waren 
aber damals auch Formschneider nöthig, und diese Künstler wurden 
sicher in den meisten Fällen unter die Buchdrucker gezählt, wenn sie 
nicht nebenbei auch die Malerei ausübten. Dieser Hans Franc hat 
eben so viel Berechtigung, als der II. N0. 896 genannte Hans von 
Frankfurt, und noch mehr, da in Basler und Strassburger Druckwerken 
Blätter mit dem Monogramm _'HF vorkommen, und Hans Furtenbach 
wohl ganz aus der Luft gegriffen ist. Doch kann weder Hans Franc 
von Strassburg noch Hans von Frankfurt auf die Metallschnitte mit 
den obigen Initialen Anspruch machen, indem die Blätter mit dem 
Monogramm H F im Vergleich mit jenen unsers Meisters I F alter- 
thümlich erscheinen. Der im Basler Zunftbuchc vorkommende Hans 
von Frankfurt ist auch viel zu alt, um ihm Blätter mit diesen Initialen 
zuschreiben zu können. Er wurde 1452 in die Zunft aufgenommen, 
und bezahlte die übliche Gebühr von 1 8' 3 St. Dasser mit dem 
Maler Hans von Frankfurt, welcher 1470 im Znnftregister der Künstler 
zu Würzburg vorkommt, und dessen auch Gwinner (Kunst und Künstler 
in Frankfurt S. 25 u. 26) erwähnt, Eine Person sei, ist nur eine Ver- 
muthung. Der spätere Hans von Frankfurt in Strassburg (III. N0. 896) 
könnte zwar die Holzschnitte mit dem MonogrammH F gefertigt haben, 
hier kann er aber keine Stelle finden.
        

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