Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1578000
910 
2300. 
sie aber für einen alten italienischen Maler aus, worunter man den 
Jakob, Julius und Johann Baptist Francia verstehen konnte. Es ist 
also noch nicht entschieden, welchem von diesen Künstlern dieBlätter 
angehören. Heinecke schreibt das I F gezeichnete Blatt mit Christus 
im Hause des Pharisäers dem Jacobus Florentinus zu, welcher nicht 
begründet ist. Auch der vorhergehende Meister IF aus Florenz kann 
nicht eintreten, und daher nennt man jetzt gewöhnlich den Jacopo 
Francia als Verfertiger der Blätter mit diesen Initialen. Die Preise 
derselben sind sehr gestiegen. Bei der Auktion des Oabinets Sykes 
bezahlte Woodburn für das dem Verfasser des Peintre-graveur "unbe- 
kannte Blatt, welches das unter dem von Engeln gehaltenen Trag- 
himmel schlafende Jesuskind vorstellt, die Summe von 12Pf. St. Es 
wird von Ottley p. 774 beschrieben. Das Blatt mit der Lukretia B. 
N0. 4 kam gegen äPf. St. 6Sh an Woodburn. Andere Blätter gingen 
zu 3, 4 und 5.6. weg, B. N0. 5, 2 und 7. Die von Bartsch erwähnten 
Kupferstiehe haben wir im Künstler-Lexieon beschrieben, hier gehen 
wir nur auf jene mit den Initialen ein, und vermehren das Verzeich- 
niss von Bartsch. 
1) Die hl. Jungfrau auf Wolken, wie sie mit beiden Händen das 
Jesuskind vor sich hält. Unten I. F. H. 9 Z. 3 L. Br. 6 Z. 4 L. 
2) Die hl. Jungfrau mit dem Kinde, welches eine Rolle trägt, mit 
der Schrift: EGO SVM N ITETIMER  H. 9 Z. 3L. Br. 6Z. 4L. 
Dieses Blatt beschreibt Brulliot II. N0. 1433. 
3) [B. 1] Eine heilige Frau mit einer Tafel, welche die Madonna. 
mit dem Kinde vorstellt, mit der Schrift: TVVM POPVLVM AB OMNI 
MALO DEFENDE. Sie richtet den Blick nach oben, wo sich in einer 
Glorie das Symbol des hl. Geistes zeigt. Die Legende scheint sich 
auf eine Stadt zu beziehen, deren Modell ein Bischof zur Seite eines 
Priesters trägt. Gegenüber rechts bemerkt man den hl.' Martin mit 
ginztemöhä Mönche. Links unten in der Ecke I. F. H. 9 Z. 5 L. Br. 
4) [B. 3] Die christliche Charitas auf Wolken mit zwei Kindern. 
Unten in der Mitte I. F. H. 7 Z. 11 L. Br. 6 Z. 5 L. 
Im ersten Drucke hat die Charitas keinen Schleier und keinen 
Heiligenschein. Das Bild erscheint auf weissem Grunde. Bei der Re- 
touche wurde der Schleier und die Luft beigefügt. 
5) Christus im Hause des Pharisäers, rechts sitzend, wie ihm 
Magdalena die Füsse salbt. Links steht der Haushofmeister und der 
Page mit der Schüssel. Mit dem Täfelchen und der Jahrzahl 1530 
rechts unten. H. 8 Z. 6 L. Br. 12 Z: 10 L. Diess ist Copie nach 
Marc Anton B. N0. 23. Bartsch nennt die Gopie, scheint sie aber 
dem J. Francia nicht zuschreiben zu wollen. 
6) Der General Gattamelatta de Narni vom Volke beweint. Dieser 
Feldherr starb 1440. Er liegt nackt auf einem Tische, und zehn nackte 
Männer und Frauen umgeben ihn. Diese Darstellung hat auch Alaert 
Claaszen gestochen. H. 10 Z. 8 L. Br. 15 Z. 10 L. 
7) Ein Ornament mit einem Manne und einer Frau, welche sich 
die Hände reichen und in Laubwerk ausgehen. In halber Höhe liegen 
ein Panther und ein Greif, und oben zeigt sich eine Syrene in halber 
Figur. Zwischen den beiden Thieren stehen die Buchstaben I. F. auf 
einem Blatte. 
8) Ein Zierblatt mit zwei in Laubwerk ausgehenden Kindern, 
welche zwei Tempelchen tragen. In der Mitte steht ein Altar mit 
einer flammenden Vase, und an ersterem stehen die Buchstaben I.F. 
Diese beiden Blätter gehören zur Folge der Ornamente von Ago- 
stino Veneziano B. N0. 564-583, und sind von Bartsch N0. 566 und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.